Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Stolz auf die neue Lok: (v.l.) Gemeindewerke-Chef Wotan Lichtmeß, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Betriebsleiter Rainer Weber und Lokführer Thomas Wörndle.

Fernbedienung für 1700 PS 

BZB nimmt ganz besondere Lok in Betrieb

Sie kostet neu 3,8 Millionen Euro, sieht aber alt aus. Sie ist einmalig in Deutschland und erst seit wenigen Tagen im Einsatz: Die Bayerische Zugspitzbahn hat eine ganz besondere Lok in Betrieb genommen.

Garmisch-Partenkirchen – Offiziell heißt sie „He 4/4“, für die Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) ist sie einfach die „Berglok 19“. Wenn man so will, die neue in einer zum Teil sehr alten Familie. Manche der Wagen der Zahnradbahn, die Tag für Tag auf die Zugspitze fahren, stammen aus dem Jahr 1929. Die Neunzehner hat erst vor wenigen Tagen den Betrieb aufgenommen. Auch wenn sie nicht so ausschaut. Das 1700-PS-Biest mit modernster Technik rollt im Retrolook daher. „Das haben wir so gewollt“, sagt Betriebsleiter Rainer Weber. Er ist zurecht stolz auf die neue Lok. Denn sie stellt ein absolutes Novum in Deutschland dar.

Sie ist nicht nur das derzeit leistungsfähigste Fahrzeug ihrer Art. Die Lok, die für 3,8 Millionen Euro seit September 2014 eigens für die BZB gebaut wurde, funktioniert teilweise funkgesteuert. Und: Eine solche Zulassung gab es bislang für den Personenverkehr nicht.

Umso besonderer ist auch für Lokführer Thomas Wörndle die erste Fahrt mit der „BL 19“. Von der Betriebswerkstatt bis zum Bahnhof Grainau sitzt er dabei noch vorne in der Lok. Dann steigt der 45-jährige Garmisch-Partenkirchner um. Sein neuer Platz: Ganz vorne im ersten Personenwagen hat er ein kleines abgetrenntes Führerhaus. Darin: Ein Metallgestell, in das er die Fernbedienung für die Lok, die den Zug von hinten auf Deutschlands höchsten Berg schiebt, einhängt.

„Es gab Kinderkrankheiten“

Fingerspitzengefühl ist gefragt. Wörndle löst vorsichtig die feuerroten Knöpfe für die Bremsen, bedient nur mit den Daumen die filigranen Hebel. „Das ist alles Übungssache“, sagt er. Und geübt hat er in den vergangenen Wochen viel. Vor zwei Monaten hat die BZB ihr neues Schmuckstück bekommen. Seitdem wurden jede Menge Kilometer gemacht. „Es gab Kinderkrankheiten“, erklärt Weber. Doch das sei ganz normal. So eine Lok ist eben kein Auto, das vom Band kommt und gleich auf der Straße spurt.

Dass auch der Weg bis zu ihrem Kauf kein einfacher war, betont Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD): „Dazu braucht es den politischen Willen.“ Der musste erst einmal im Aufsichtsrat der BZB – eine 100-prozentige Tochter der Gemeindewerke, die zu 100 Prozent der Kommune gehören, zustande kommen.

Wichtig ist die „BL 19“, weil sich in zwei Wochen alles ändert. Am 3. April stellt die Eibsee-Seilbahn ihren Betrieb ein, um Platz zu machen für ihre 50 Millionen Euro teure moderne Nachfolge-Anlage. Die soll im Dezember 2017 eröffnet werden.

Während dieser wichtigen Bauphase geht es nur per Zahnradbahn auf die Zugspitze. Für die Besucher, für die Arbeiter aber auch bei jedem Materialtransport. Deshalb wird die Taktung der Züge erhöht: In dieser Zeit fahren sie halbstündig ab dem Eibsee. Dann kann sich „He 4/4“ bewähren.

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