Seilbahn Zugspitze
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Rauf zum Gipfel geht es in den kommenden vier Wochen nicht mehr bei der Zugspitzbahn. Alle Anlagen stehen ab Samstag still.

Revision wird vorgezogen

Noch vor dem Lockdown: Bayerische Zugspitzbahn stellt Betrieb ein

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Die Bahnen stehen still. Früher als geplant. Die Bayerische Zugspitzbahn reagiert auf das Corona-Geschehen und stellt den Betrieb ein.

  • Die Corona-Zahlen steigen. Ab 2. November gibt es den nächsten Lockdown.
  • Die Bayerische Zugspitzbahn zieht schon früher die Notbremse und stellt den Betrieb zum 31. Oktober ein.
  • Mit diesem Schritt will das Unternehmen Mitarbeiter und Gäste schützen.

Garmisch-Partenkirchen – Das ist eine schnelle Reaktion: Die Bayerische Zugspitzbahn AG (BZB) hat nach der politischen Entscheidung zum kleinen Lockdown ab 2. November noch am Donnerstag beschlossen, zum 31. Oktober den Betrieb an allen Bergen rund um Garmisch-Partenkirchen komplett einzustellen. Im Klartext: Am Freitag (30. Oktober) ist der letzte Tag. „Als touristisches Unternehmen hat der Schutz unserer Gäste und Mitarbeiter oberste Priorität“, betont Matthias Stauch, der Vorstand des Bergbahnunternehmens.

Für die Verantwortlichen war es kein einfacher Schritt. Das betont Verena Altenhofen, die Sprecherin der BZB. „Es wurde intern intensiv diskutiert, wir haben die Argumente pro und contra abgewogen.“ Unterm Strich stand die Entscheidung der vorzeitigen Schließung, obwohl die Regelungen der Regierung erst am Montag in Kraft treten. „Wir haben vor Ort einen sprunghaften Anstieg der Fallzahlen, es gibt jetzt Wichtigeres“, stellt Altenhofen klar. Sie verweist auf die Verantwortung gegenüber rund 500 Mitarbeitern – und auch den Gästen. Denn für das Wochenende sind Temperaturen bis zu 18 Grad angesagt, es droht ein enormer Andrang rund um die Zugspitze. „Jetzt gilt es doch, die Kontakte zu minimieren“, sagt Altenhofen. „Wir haben wirklich die Hoffnung, dass wir, je früher wir das tun, umso schneller in den Normalbetrieb zurückkehren können.“

Kein Wochenende mit Risiko durchziehen

Das Sommergeschäft bei der BZB ist gut gelaufen. Rund 450 000 Besucher zählte das Unternehmen seit der Wiedereröffnung an Pfingsten (30. Mai). Das Hygienekonzept habe gut gegriffen, versichert Altenhofen. „Die Gäste wurden ohne Infektionsgeschehen im gesamten Gebiet befördert.“

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Nun wollen es die Verantwortlichen aber nicht auf die Spitze treiben. Statt ein Wochenende mit Risiko noch durchzuziehen, gehen sie in Revision. Die Wankbahn stand ohnehin seit dem vergangenen Montag still. „Wir haben dort einen technischen Defekt. Aber sie wäre sowieso nur noch bis 8. November gelaufen.“ Durch das Betriebsverbot ab 2. November entsteht somit kein weiterer Schaden. Bei den restlichen Bahnen vom Classic-Gebiet bis zur Zugspitze werden die Kontrollarbeiten vorgezogen. „Damit dann alle Bahnen fit für den Re-Start sind, der hoffentlich Anfang Dezember erfolgen kann.“

Bitter ist sicher die Absage des Skistarts auf der Zugspitze, der für 13. November geplant war. Einen neuen Termin hat die BZB bisher nicht festgelegt. „Wir warten erst einmal ab, wie es weitergeht. Nach 14 Tagen soll es ein erstes Update von der Regierung geben.“

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