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Forschung, Pflege und Ausbildung: Campus-Traum nimmt Gestalt an

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Von: Andreas Seiler

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Der geplante Campus in Zahlen: Diese Grafik zeigt das Bauvorhaben mit den einzelnen Gebäudeteilen und jeder Menge Statistik dazu. Die Wachstumszahlen in den Kästen zeigen an, wie viele Wohn-, Betreuungs- und Arbeitsplätze unterm Strich zusätzlich im Ort hinzukommen. Auch der Bedarf an Wohnraum ist aufgelistet. Grafik: Longleif GAPA
Der geplante Campus in Zahlen: Diese Grafik zeigt das Bauvorhaben mit den einzelnen Gebäudeteilen und jeder Menge Statistik dazu. Die Wachstumszahlen in den Kästen zeigen an, wie viele Wohn-, Betreuungs- und Arbeitsplätze unterm Strich zusätzlich im Ort hinzukommen. Auch der Bedarf an Wohnraum ist aufgelistet. © Longleif Gapa

Dieses Mega-Projekt wäre ein enormer Gewinn für Garmisch-Partenkirchen und die gesamte Region: Die gemeinnützige Long-leif GaPa GmbH möchte im Kreisort einen modernen Campus für die Bereiche Forschung, Pflege und Berufsausbildung hochziehen – für 130 bis 150 Millionen Euro. Das Ganze nimmt nun sehr konkrete Formen an. Spatenstich soll schon 2024 sein.

Garmisch-Partenkirchen – Noch existiert das ambitionierte Vorhaben nur auf dem Papier. Doch heuer sollen die Weichen für einen Campus-Bau in Garmisch-Partenkirchen gestellt werden. Die Masterplanung steht – und die Verhandlungen mit potentiellen Partnern und Investoren sind schon weit gediehen. Der Zeitplan ist ausgesprochen ehrgeizig, zumal ein kompliziertes, baurechtliches Genehmigungsverfahren ansteht: Bereits 2024 soll der Spatenstich gefeiert werden – und 2026 die Inbetriebnahme des Komplexes sein.

Projekt mit TU München

Wie berichtet, ist die gemeinnützige Longleif GaPa GmbH dabei, ein Stück bayerische Wirtschaftsgeschichte zu schreiben. Das kommunale Unternehmen der Marktgemeinde, das ein millionenschweres Stiftungsvermögen verwaltet und einsetzt, plant gemeinsam mit der Technischen Universität München auf einem eigenen, fast 30 000 Quadratmeter großen Areal in der Nähe des Bahnhofs ein Forschungs-, Bildungs- und Pflegezentrum. Longleif-Geschäftsführer Viktor Wohlmannstetter, der jetzt in einem Pressegespräch den aktuellen Stand vorstellte, spricht von einem „Leuchtturm-Projekt“, das deutschlandweit wohl einzigartig sei. „Wir sind überzeugt: Das Campus-Projekt ist eine einmalige Chance für Garmisch-Partenkirchen und die ganze Region.“ Dieses sichere nicht nur die Versorgung der älteren Generation. Der angestrebte Uni-Standort eröffne auch für die Jungen und die Wirtschaft neue Perspektiven. Es geht um sehr viele Arbeitsplätze (insgesamt 290) und um ein drittes Standbein neben den etablierten Säulen Tourismus und Gesundheit. Insgesamt werden auf der Anlage an die 650 Menschen leben, lernen oder arbeiten.

Der Campus soll Forschung, Lehre und Praxis miteinander verzahnen. Ein wesentlicher Eckpfeiler: ein Healthcare-Robotik-Zentrum unter der Leitung von Professor Sami Haddadin. Der Wissenschaftler ist ein führender Kopf auf dem Gebiet der Geriatronik, in der unter anderem an Assistenzsystemen für die Altenpflege getüftelt wird. Lehrkräfte und rund 200 Studierende sollen unter der Alpspitze Grundlagen erforschen und Roboter entwickeln. Erproben können sie die Technik gleich an Ort und Stelle in einem Pflegeheim, für das die Caritas als potentieller Betreiber Interesse bekundet hat. Außerdem sollen auf dem Gelände mit viel Grün und Uni-Flair ein Bildungszentrum für Gesundheitsberufe sowie mehrere Gebäude für das betreute Wohnen aus dem Boden gestampft werden.

Kosten in Höhe von 130 bis 150 Millionen Euro

Billig wird das alles freilich nicht: Eine erste Kostenschätzung geht von 130 bis 150 Millionen Euro aus – eine gewaltige Summe. „Wir brauchen wahrscheinlich Finanzierungspartner“, berichtet Wohlmannstetter. Eine Möglichkeit wäre ein Investmentfonds. Die Refinanzierung soll in erster Linie über Mieteinnahmen erfolgen. So ist beispielsweise mit der TU ein langfristiger Pachtvertrag vorgesehen.

Wohlmannstetter möchte die Bevölkerung mitnehmen – und wirbt für die Campus-Vision. Nach dem G7-Gipfel starten größere Info-Veranstaltungen, bei denen auch eine 3D-Visualisierung gezeigt wird. Dabei sollen außerdem Aspekte angesprochen werden, die eventuell Zündstoff bergen. Dazu zählen die Architektur des bis zu fünfstöckigen Funktionsbaus und der zusätzliche Wohnraum-Bedarf.

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