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Majestätisch thronen die Artistinnen auf den geschmückten Elefanten, die mit ihren Kunststücken die Zuschauer verblüffen.

Eine Show für alle Sinne 

Circus Krone am Hausberg: Magische Momente unter der Zirkuskuppel

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Bombastisch, ergreifend, nervenaufreibend und emotional – bei der Premiere seines Gastspiels in Garmisch-Partenkirchen feierte Circus Krone sich und die Zuschauer im gut besuchten Zelt. Und das mit einem in wahrsten Sinne des Wortes spektakulären Programm.

Garmisch-Partenkirchen – Es war eine gigantische, riesige Show, die Europas größter, seit 111 Jahren bestehender, Zirkus unter dem Titel „Evolution“ auf seiner Jubiläums-Tournee präsentierte. In dem riesigen Kuppelzelt mit seinen knapp 4000 Plätzen am Festplatz der Hausbergbahn in Garmisch-Partenkirchen hieß es nach einem feierlichen Opening durch die Musikkapelle Garmisch „Manege frei“ für 54 Darsteller aus 14 Nationen – insgesamt beschäftigt Circus Krone 400 Mitarbeiter und 200 Tiere. Sowohl die menschlichen als auch die animalischen Artisten boten dem Publikum eine Show der Superlative. Alleine Kostüme, Licht und Musik verschlangen eine halbe Million Euro, die Show kostet insgesamt eine Millionen Euro. Zirkussprecherin Dr. Susanne Matzenau schwärmte von einer Melange aus „Optik, Akustik, perfekter Leistung, opulenter Ausstattung, packenden Szenen und besinnlichen Momenten“, die zum Lachen, Träumen und Staunen einladen. Und sie hatte Recht. Der Abend war tatsächlich magisch.

Romantische Atmosphäre - verblüffende Showeinlagen

Klassische Zirkuskunst und moderne Show verbanden sich zu einem wundervollen Ganzen. Die Zuschauer schnupperten den Duft dieser besonderen, einmaligen Zirkuswelt. Schon beim Opening mit allen Mitwirkenden wurde einem warm ums Herz. Die Atmosphäre in dem etwa zur Hälfte gefüllten Zelt war romantisch, feierlich und stimmungsvoll. Die Zuschauer fühlten sich in eine andere Welt versetzt, zuweilen sogar wie in Tausendundeiner Nacht. Ob Seilspringen, Elefantendarbietungen, Balletteinlagen mit Husaren- oder Zigeunerimpressionen. Ob gekonnte Pferderitte oder atemberaubende Akrobatik am Boden oder hoch oben auf dem Trapez – jede der Nummern war bis ins kleinste Detail perfekt einstudiert. Untermalt wurden sie mit passender Musik, liebevoll arrangierten Light-Shows. Begleitet wurden sie von exzellenten Clowns, die mit einfallsreichen, originellen Gesten und Blödeleien zum Lachen animierten. Es war eine Achterbahn der Gefühle. Dieser Abend sprach alle Sinne an.

Als auf einmal bunte Papageien durch das Zirkuszelt flogen und man den Windhauch ihres Flügelschlags auf dem Gesicht spürte, standen vermutlich so manchem im Publikum die Nackenhaare zu Berge, ein Schauer lief den Rücken entlang. So erging es einem auch bei der Darbietung von Crazy Wilson, der auf der Außenseite eines rotierenden Todes-Rades halsbrecherische Salti Mortale bei 120 Stundenkilometern in zehn Meter Höhe ohne Absicherung nach unten vollführte. Dabei mag den einen oder anderen Zuschauer der Atem ins Stocken geraten sein. Auf einmal wurde es jedenfalls ganz still in der Arena. Umso stärker war das Aufatmen, als die Kunststücke geglückt waren und der wagemutige und wohl auch ein wenig verrückte, in jedem Fall aber todesmutige Kolumbianer wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte. Man wünscht dem mit dem silbernen Clown auf dem internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo ausgezeichneten Artisten – der auch Anwärter für einen Eintag ins Guinnessbuch der Rekorde ist –, dass seine Schutzengel ihn bei jedem seiner Auftritte weiter begleiten mögen.

Könige der Wildnis hautnah erleben

Gleich nach der Pause ging es mit dem zweiten Höhepunkt weiter: Martin Lacey junior betrat mit den majestätischen Königen der Wildnis die Manege. Seine 26 weißen und goldfarbenen Tiger und Löwen fraßen dem 40-jährigen Tierlehrer im Zirkuszelt buchstäblich aus der Hand. Und wenn sie effektvoll fauchten und drohten, konnte einem schon mal das Herz stehen bleiben. Zumindest pochte es ganz arg. Für viele der Besucher war diese formvollendete Performance aus Gefahr und Schönheit nicht zu toppen. Und wie Marion Kurz aus Oberammergau (58) ging es vielen: „Eine wunderbare Show. Meine Zweifel, ob es den Tieren hier auch gut geht, haben sich aufgelöst.“

Weitere Vorstellungen:

Bis Montag, 29. Mai jeweils werktags um 15.30 und 20 Uhr (am Montag nur um 15.30 Uhr), sowie am Sonn- und Feiertag um 11 und um 15 Uhr. Karten kosten zwischen 16 und 42 Euro.

gap-tagblatt.de zeigt weitere Bilder der Zirkus-Premiere.

Hier gibt‘s die schönsten Fotos:

Circus Krone am Hausberg in GAP: Bilder von der Premiere

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