+
Erstklassiges Starterfeld: 2016 gingen Spitzenathleten wie (v. l.) Miriam Neureuther (Gössner), Maren Hammerschmidt und Laura Dahlmeier beim City-Biathlon in Garmisch-Partenkirchen in die Loipe.

„Das ist ernüchternd“

City-Biathlon: Info-Abend entfällt wegen zu wenigen Anmeldungen aus der Geschäftswelt - Absage bestätigt Fischer in seiner Meinung

  • schließen

Ein Selbstläufer war der City-Biathlon in Garmisch-Partenkirchen noch nie. Jetzt ist der Veranstalter, der Skiclub Garmisch, bei einem geplanten Info-Abend auf wenig Interesse gestoßen. Chef Peter Fischer bedaure das außerordentlich. 

Garmisch-Partenkirchen – Peter Fischer bedauert es. „Außerordentlich“, sagt er. Der Chef des Skiclubs Garmisch und sein Organisationsteam kämpfen Jahr für Jahr um das Überleben des City-Biathlons in der Fußgängerzone. Auch heuer. Jetzt mussten die Verantwortlichen wieder einen Dämpfer wegstecken. Der SC hatte für den 24. Oktober einen Informationsabend für die Geschäftsleute geplant. Er wird nicht stattfinden. Fischer sagte ihn ab – wegen zu wenigen Anmeldungen.

An der Zahl genau sechs, darunter die von Michaela Nelhiebel und Gabi Hoffmann, den beiden Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum. Dabei stammte die Idee Fischer zufolge aus den Reihen der Vereinigung, zu der gut 100 Einzelhändler, Gastronomen und freie Unternehmen zählen. „Wir haben den Ball aufgenommen“, betont der SC-Vorsitzende und Chef des Organisationskomitees des Ski-Weltcups.

Ziel war, Hintergründe zu erklären, die Betroffenen einzubeziehen und Verbesserungsvorschläge gemeinsam zu eruieren. Mit Kritik wurde Fischer, der bekanntermaßen nicht den Ruf des größten Diplomaten genießt, in der Vergangenheit durchaus konfrontiert. Die Möglichkeit, sie direkt und offen zu kommunizieren, fällt nun aus.

Fischer hält am Rennen fest

Den zwei Frauen an der Spitze der Werbegemeinschaft lastet er die schlechte Resonanz nicht an. Sie hätten sich bemüht. Über die Zeitung appellierten sie an ihre Mitglieder, an dem Info-Abend teilzunehmen. Vergebens. Nelhiebel kann es sich nicht erklären, will aber auch keine öffentlichen Analysen anstellen. Sie sagt aber, dass es ein persönliches Treffen mit Fischer geben soll.

Was bei Veranstaltungen wie der „Weißen Nacht“ gut funktioniert, nämlich, dass alle an einem Strang ziehen, klappt beim City-Biathlon eher weniger. Das lässt erahnen, dass hinter den Kulissen offensichtlich Unzufriedenheit herrscht.

Das Desinteresse an dem Info-Abend kann Fischer nicht nachvollziehen. „Wir sitzen alle in einem Boot“, stellt er klar. Der SC richte den City-Biathlon, der jedes Jahr tausende Zuschauer anlockt, nicht für sich aus, sondern für den Ort. Geld spült das Sport-Ereignis dem Skiclub nicht in die Kasse. Ohne Eintrittspreise keine Einnahmen. Profit schlägt Fischer zufolge daraus nur die Geschäftswelt. Doch das aktuelle Geschehen bringt ihn einmal mehr zu einem enttäuschenden Fazit: „Das ist für uns leider eine Bestätigung.“ Dafür, dass die Einzelhändler und Gastronomen das Angebot und den dahinter steckenden Aufwand nicht honoriere. „Das ist ernüchternd.“

Am City-Biathlon hält der SC-Chef aber fest. „Wir werden weiterhin versuchen, diese schon traditionelle, internationale Sportveranstaltung für Garmisch-Partenkirchen auf die Beine zu stellen.“ Trotz der Absage des Treffens und trotz des Bettelgeschäfts um Spenden und Sachpreise resigniert er nicht. Fischer will verhindern, dass das Rennen stirbt. Denn: Ist der City-Biathlon einmal weg, bleibt er weg. Obwohl die Marktgemeinde um Weihnachten herum touristisch brummt, stellt er die Frage in den Raum: „Was haben wir in Garmisch-Partenkirchen in der Zeit sonst noch geboten?“

Die Vorbereitungen für dieses Jahr sind in vollem Gange. 3000 Euro fehlen noch bei der Finanzierung. Gerade bemühen sich die Verantwortlichen darum, Weltklasse-Athleten, „die Zugpferde“, zu gewinnen. Magdalena Neuner, Laura Dahlmeier, Simon Schempp, Franziska Preuß, Benedikt Doll oder Miriam Neureuther (früher: Gössner) gingen bereits an den Start – „für einen Bruchteil an Geld, das sie auf Schalke kriegen“. Die Profis gehören zum City-Biathlon dazu. Der Kampf um dessen Existenz offensichtlich auch.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nun also doch: Bayernpartei nominiert Überraschungkandidat
Erst wollte sie nicht, jetzt tut sie’s doch. Mit Simon Brown schickt nun auch die Bayernpartei einen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt in Garmisch-Partenkirchen ins …
Nun also doch: Bayernpartei nominiert Überraschungkandidat
Freie Wähler: Edenhofer kandidiert in Garmisch-Partenkirchen
Lilian Edenhofer, Ortsvorsitzende der Freien Wähler, tritt bei der Bürgermeisterwahl 2020 in Garmisch-Partenkirchen an.
Freie Wähler: Edenhofer kandidiert in Garmisch-Partenkirchen
„Fast frustrierend“: Wallgauer CSU fehlt ein Bürgermeister-Kandidat
Die ehemals allmächtige Regierungspartei hat ein Problem: Erstmals in ihrer Geschichte laufen die Schwarzen in Wallgau Gefahr, keinen Bürgermeister-Aspiranten aufbieten …
„Fast frustrierend“: Wallgauer CSU fehlt ein Bürgermeister-Kandidat
Michael Spindler (CSU) kandidiert als Bürgermeister in Unterammergau
Michael Gansler hört 2020 als Bürgermeister in Unterammergau auf. Jetzt gibt es den ersten Kandidaten für seine Nachfolge.
Michael Spindler (CSU) kandidiert als Bürgermeister in Unterammergau

Kommentare