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„Wer ungeimpft ist, fällt raus“: 2G-Regel beschert Rettungsdienst ein Dilemma

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Von: Tanja Brinkmann

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Nach jedem Krankentransport werden die BRK-Fahrzeuge akribisch gereinigt.
Nach jedem Krankentransport werden die BRK-Fahrzeuge akribisch gereinigt. © Jovy/BRK

Anton Gehringer, Geschäftsführer der Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen setzt die 2G-Regel um, wie es die Bergwacht Bayern vorgegeben hat. Das bringt ihn jedoch in ein Dilemma.

Garmisch-Partenkirchen - „Wer ungeimpft ist, fällt raus.“ Anton Gehringer sagt’s ganz nüchtern. Der Geschäftsführer der Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen setzt die 2G-Regel um, die die Bergwacht Bayern vorgegeben hat. Sein Dilemma: Er muss die Dienstpläne entsprechend gestalten. Mit der Folge, dass es manch einen häufiger trifft. Wer im Skigebiet eingesetzt ist, eine Aufgabe, die sich die Garmisch-Partenkirchner Retter mit neun weiteren Bereitschaften teilen, ist gezwungen sich zudem einem Corona-Test zu unterziehen. „2G plus gilt außerdem für alle planbaren Sachen wie Schulungen und Ausbildungen“, sagt Gehringer.

Corona in Bayern: 2G-Regel bei Rettungskräften - „Einige sind nicht geimpft“

Die neuen Vorgaben hätten intern durchaus hohe Wellen geschlagen. „Bei uns ist’s wie überall, einige sind nicht geimpft.“ Deshalb sind die aktuellen Vorgaben samt Impf-Aufruf auch noch einmal breit kommuniziert worden. „Bisher hat’s aber gut funktioniert“, betont der Geschäftsführer. Öffnet auch das Classic-Skigebiet, „trifft’s am Wochenende die Ehrenamtlichen, das müssen wir dann stemmen“. Mit denen, die die 2G-Regel erfüllen.

Derartige Vorgaben gibt es beim BRK-Kreisverband nicht. Braucht’s wohl auch nicht, schließlich sind Hans Steinbrecher zufolge bereits über 95 Prozent geimpft. Unter den Verbliebenen finden sich einige, bei denen medizinische Gründe gegen die Impfung sprechen. Der Leiter der Rettungsdienste ist aber guter Dinge: „Wenn im März 2022 die Impfpflicht kommt, sind wir gut aufgestellt.“ Trotzdem werden die Einsatzkräfte vor jeder Schicht getestet, schließlich kann auch ein Geimpfter Corona weitergeben.

Corona-Regeln bei der Feuerwehr: Übungen und Einsätze nur mit FFP2-Maske

Die Stimmung im Team ist gut. Zu seiner Freude. Gerade bei Krankentransporten seien die Kollegen gefordert, räumt Steinbrecher ein. „Die Fahrzeuge müssen nach jedem Einsatz akribisch gereinigt werden, das ist inzwischen Routine geworden. Da gibt’s kein Gemurre.“

Bei den Feuerwehren im Landkreis ist 2G „noch kein Thema“. Allerdings werde immer auf die aktuellen Empfehlungen aus dem Innenministerium reagiert, betont Kreisbrandinspektor Herbert Maurus. Demzufolge sind die Retter bei Übungen und auch im Einsatz stets mit FFP2-Masken unterwegs. Die Fahrzeuge sind außerdem gemäß der geltenden Abstandsregeln mit weniger Personen besetzt.

Corona im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Ganze Ortsfeuerwehr infiziert - 3G-Regel bei Übungen

Der Murnauer weiß, dass sich schon etliche Kollegen mit Corona infiziert haben – „möglicherweise auch im Team“. Sollte bei einer kleinen Ortsfeuerwehr die gesamte Mannschaft betroffen sein, werde das entsprechend vermerkt und der Integrierten Leitstelle in Weilheim gemeldet, damit andere einspringen können. „Bei größeren Einsätzen gibt’s eh mehrere Alarmierungen“, sagt Maurus. Das gilt im Ernstfall. Bei allen planbaren Aktivitäten wie Übungen wende man die 3G-Regel an, „die ja am Arbeitsplatz gilt“. Vorsorglich finden allerdings die Modularen Truppausbildungen mit anderen Feuerwehren derzeit nicht statt.

Die Corona-Pandemie bleibt eine Herausforderung. Gerade für die Rettungskräfte. „Wir verspüren aber noch keine Ermüdungserscheinungen“, betont Steinbrecher. Auch nicht unter den Kollegen im Testzentrum, das schon über 40 000 Menschen genutzt haben. Und im Impfzentrum, „in dem wir gerne wieder dabei sind“, ebenfalls nicht. Was ihn bei all diesen Aktivitäten besonders freut: „Bisher hat sich keiner meiner Leute im Dienst mit Corona infiziert.“

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