Eine beliebte Einkaufsmeile: die Murnauer Fußgängerzone gestern Nachmittag.
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Eine beliebte Einkaufsmeile: die Murnauer Fußgängerzone gestern Nachmittag.

Verschiedene Interpretationen zu Schwellenwert

Große Verwirrung um Corona-Lockerungen: Einzelhändler mit Geduld am Ende - „Ein Riesenmist“

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Die Corona-Entwicklung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen lässt eigentlich hoffen: Seit vergangenen Donnerstag, 22. April, liegt die Inzidenz konstant unter 100. Doch es ist unklar, wann die Lockerungen greifen.

Landkreis - Eigentlich klingt das Ganze simpel: Die Regeln ändern sich, wenn mindestens fünf Tage hintereinander der besagte Schwellenwert von 100 unterschritten wurde. Dies muss dann der jeweilige Landkreis offiziell bekanntgeben – und am zweiten Tag danach greifen die neuen Vorschriften. Diese sehen unter anderem Erleichterungen für weite Teile des Einzelhandels vor. So entfällt beispielsweise die Verpflichtung, einen aktuellen Negativ-Test vorzulegen. Die Unternehmer erhoffen sich davon eine Belebung des coronamüden Geschäfts – und die Verbraucher ein angenehmeres Shopping-Erlebnis.

Corona-Notbremse: Lockerungs-Regeln sorgen für Unklarheiten - Ab wann werden fünf Tage gezählt?

Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail: Die Schlüsselfragen lauten: Ab wann werden diese fünf Tage gezählt? Ab dem ersten Tag unter 100 (Donnerstag) oder ab Inkrafttreten der Bundes-Notbremse (Samstag)? Und: Werden alle Tage berücksichtigt – oder nur die Werktage?

Das Landratsamt konnte bis Redaktionsschluss keinen eindeutigen Termin nennen. „Das läuft über die Regierung von Oberbayern. Und die klären es ab mit den zuständigen Ministerien“, berichtete Sprecher Stephan Scharf. Am heutigen Dienstag, 27. April, soll Licht ins Dunkel gebracht werden. Der frühestmögliche Starttermin für die Lockerungen wäre dem Vernehmen nach Mittwoch, 28. April.

Corona-Testpflicht: Einzelhändler mit Geduld am Ende - „Das ist ein Riesenmist“

Die Einzelhändler sind indessen mit der Geduld am Ende. Angeblich hat sich in Sachen Testpflicht mancherorts eine gewisse Wurstigkeit eingeschlichen. „Das ist ein Riesenmist“, kommentiert Guntram Gattner, Buchhändler und Chef des Murnauer Wirtschaftsfördervereins, die gegenwärtige Hängepartie. Es müsste doch in den verantwortlichen Behörden möglich sein, ein klares Meldewesen einzurichten. Seiner Ansicht nach werden die kleinen Händler benachteiligt – und mit „Wahnsinnsauflagen“ gegängelt. Die großen Supermärkte hätten hingegen weitgehend freie Hand, obwohl sie ein ähnliches Sortiment anbieten. „Und da gehen alle rein“, sagt Gattner.

Ähnlich klingt es bei Michaela Nelhiebel. „Das ist furchtbar“, sagt sie mit Blick auf die gegenwärtige Unsicherheit, wie es weitergeht. Man könnte doch, schlägt die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Garmisch-Partenkirchen vor, zumindest die Verordnungen so formulieren, dass sie auch jeder versteht.

Erst vor wenigen Wochen wurde die Sensation bekannt. In Oberammergau steht das wohl älteste Blockbaugebäude Bayerns. Doch der Besitzer hat dem Denkmalschutz einen Stich ins Herz versetzt. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen GAP-Newsletter.

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