Die „Cuatro Hombres“: (v. l.) Hans Conrad, Franz Grasegger, Nic Nagel und Klaus Schanda wollen in der ehemaligen Werkstatt einen Treffpunkt für jeden schaffen.
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Die „Cuatro Hombres“: (v. l.) Hans Conrad, Franz Grasegger, Nic Nagel und Klaus Schanda wollen in der ehemaligen Werkstatt einen Treffpunkt für jeden schaffen.

Corona erschwert den Neustart

„Die Angst hat überwogen“: Pächter von „Cuatro Hombres“ ziehen die Reißleine - Jetzt werden Nachfolger gesucht

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Einen Treffpunkt für jeden, den wollen die „Cuatro Hombres“ in Garmisch-Partenkirchen schaffen. Deshalb haben Hans Conrad, Franz Grasegger, Nic Nagel und Klaus Schanda in einer ehemaligen Werkstatt eine Bar eingerichtet. Mit neuen Pächtern oder einem anderen Konzept soll es nach dem Corona-Lockdown weitergehen.

Garmisch-Partenkirchen – Ausverkauf, alles muss raus – Hinweise, die für viel Verwirrung sorgten. „Das haben leider mehrere Leute falsch verstanden“, bedauert Nic Nagel. Dabei ging’s gar nicht um die liebevoll möblierte und ausgestattete Bar „Cuatro Hombres“, die der Inhaber der Werbeagentur Nagel, Klaus Schanda, Marketingleiter der Bayerischen Zugspitzbahn, Hans Conrad, Geschäftsführer von Sport Conrad, und Franz Grasegger, Geschäftsführer des Trachten- und Modehauses Grasegger, Ende November 2019 in der früheren Autowerkstatt Trenkwalder eröffnet hatten. Vielmehr zogen die Pächter, die an der Fürstenstraße in Garmisch-Partenkirchen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hatten, die Reißleine und verkauften ihr gesamtes Inventar. Von der Kaffee-Maschine über den Getränke-Bestand bis zu Geschirr, Gläsern und Besteck ist alles weg.

„Das war ein junges Paar, für das Corona sehr schwierig war“, sagt Grasegger. „Das Ganze ist den beiden relativ schnell über den Kopf gewachsen.“ In den Monaten nach der Eröffnung habe sich zwar gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Der Zuspruch der Gäste – „überaus positiv“. Und auch die ersten Veranstaltungen kamen hervorragend an. „Wir hatten noch einiges vor“, erinnert sich Grasegger. Konstantin Wecker beispielsweise sollte im Rahmen des Richard-Strauss-Festivals in der Bar auftreten. Auch nach dem Lockdown im vergangenen Frühjahr war klar, dass der Biergarten läuft und Garmisch-Partenkirchner sowie Auswärtige dem „Cuatro Hombres“ die Treue halten. „Bei den Pächtern hat aber die Angst überwogen.“

Idee zur Bar entstand in Madrid

Auf deren Sorgen reagierten die vier Freunde – deshalb heißt die Bar „Cuatro Hombres“ – und entließen sie problemlos aus dem Vier-Jahres-Vertrag. Nachdem Conrad, Grasegger, Nagel und Schanda aber nach wie vor daran glauben, dass ihre Idee vom Treffpunkt für alle funktioniert, suchen sie jetzt neue, erfahrene Partner. Sollten sie die nicht finden, können sie sich auch ein anderes Konstrukt vorstellen. Entscheidend für die vier Freunde ist, dass es nach dem Lockdown möglichst nahtlos weitergeht mit ihrem Lokal.

Volles Haus beim Start: Das Konzept der vier Garmisch-Partenkirchner kommt bei den Gästen an.

Die Idee dazu war ihnen in Madrid gekommen. Da hatten sie eine Bar entdeckt, in der sich jeder traf – vom Müllfahrer bis zum Geschäftsmann. Ganz spontan nach der Arbeit. So etwas wollten sie auch in ihrem Heimatort etablieren. Außerdem „entdecken wir auf unseren gemeinsamen Reisen immer mal wieder einen Wein“, sagt Schanda. „Den bringen wir dann mit und teilen ihn im ,Cuatro Hombres‘ mit Gästen und Freunden.“

Die Location ist ungewöhnlich.

Nic Nagel

Für den Neustart nehmen sich er und seine Spezl einiges vor. „Wir erweitern“, verrät Grasegger. „Das zeigt, dass wir’s ernst meinen.“ Was geplant ist, lässt er sich nicht entlocken. Vorgesehen ist zudem, den Außenbereich aufzuwerten. „Die Location ist ungewöhnlich“, findet Nagel. Für Grasegger sind es „Räume mit Geschichte“. Das passt zu dem, was sie erreichen wollen. Die Vier lieben es, neue Orte und Länder zu entdecken. „Und wir kommen stets gern zurück“, betont der Chef des Trachten- und Modehauses. Dadurch bringen sie neue Ideen mit, von denen sie einige an der Fürstenstraße realisieren.

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