Region bei Ausflüglern sehr beliebt

Erst Bergtour, dann Quarantäne? Tirol ist Risikogebiet: Was Wanderer nun beachten müssen

  • Christian Fellner
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Am Freitagabend kam die überraschende Nachricht: Tirol mit dem Hotspot Innsbruck wird von der Bundesregierung zum Risikogebiet erklärt. Was das für Wanderer und Ausflügler bedeutet.

  • Tirol gilt seit Freitag als Corona-Risikogebiet.
  • Für einen Grenzübertritt und Aufenthalt in Tirol gelten bestimmte Quarantäneregeln.
  • Ein Überblick zeigt, wer davon betroffen ist, und was Ausflügler und Wanderer beachten müssen.

Landkreis – Da ist der Student, der eine Präsenzveranstaltung in seiner Universität in Innsbruck besuchen müsste. Aber auch die Ehrwalderin, die täglich in Garmisch-Partenkirchen arbeitet. Oder der Mittenwalder, der gerne die Tiroler Bergwelt genießt. Für sie alle kam am Freitagabend eine ernüchternde Nachricht: Die Bundesregierung erklärte Tirol zum Corona-Risikogebiet, das Auswärtige Amt reagierte mit einer Reisewarnung.

Risikogebiet Tirol: Quarantäne mit Ausnahmen

Heißt im Umkehrschluss – es gelten wieder spezielle Einreisebedingungen. Allerdings existiert bisher keine Vorschrift, dass ein Grenzübertritt nur mit triftigem Grund erfolgen darf wie noch in der Hochphase der ersten Welle im April und Mai, als die Grenzen kontrolliert wurden. Aktuell sind die Regeln in der Einreise-Quarantäne-Verordnung (EQV) des Freistaats Bayern festgelegt, die am 23. September letztmals aktualisiert wurde und bis vorerst 3. Oktober gilt. In der EQV ist generell zwar eine 14-tägige Quarantäne festgelegt, von der es aber Ausnahmen gibt, die speziell in der Region Lebende betreffen. Das Tagblatt gibt einen Überblick:

Tirol ist Risikogebiet: Grundsätzliches zur Quarantäne-Pflicht

Befreiungen von der Quarantäne-Pflicht gelten grundsätzlich nur für Personen, die keine Symptome zeigen, die auf eine Erkrankung mit Covid-19 hinweisen können, sowie Menschen auf der Durchreise.

Wer muss nach der Reisewarnung für Tirol in Quarantäne?

Personen, die sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise nach Bayern länger als 48 Stunden durchgehend in einem Risikogebiet befunden haben. Sie müssen in häusliche Isolation und das Gesundheitsamt in Garmisch-Partenkirchen informieren (Telefon 0 88 21/751 500).

Aufenthalt in Tirol: Welche Ausnahmen von der Quarantäne gibt es?

Grundsätzlich befreit von einer Quarantäne sind Personen, die bei der Einreise ein ärztliches Zeugnis mit einem Negativ-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Tirol: Reisewarnung und Quarantäne - sonstige Regelungen

Berufspendler: Für Deutsche, die täglich nach Tirol pendeln, ist die Regelung eindeutig: Wenn sie sich nicht länger als 48 Stunden im Nachbarland aufhalten, müssen sie nicht in Isolation. Sind es mehr als 48 Stunden (zum Beispiel Montag bis Freitag), braucht es einen triftigen Grund für die Reisetätigkeit. Dieser wäre die Rückkehr zum Lebenspartner und/oder Kindern in Bayern. Der Besuch eines Lebenspartners jenseits der Grenze ist grundsätzlich gestattet.

Für Tiroler, die im Landkreis arbeiten, ist die Situation schwieriger: Pendeln sie täglich, ist die Situation identisch zum Deutschen, der in Tirol arbeitet. Halten sie sich länger als 48 Stunden in ihrer Heimat auf (zum Beispiel über das gesamte Wochenende), so brauchen sie vom Arbeitgeber einen Nachweis, dass ihre Anwesenheit am Arbeitsplatz in Bayern „zwingend notwendig und unaufschiebbar“ ist. Selbst dafür gibt es aber Einschränkungen: Diese Erlaubnis gilt nur, wenn es dem Arbeitnehmer nicht zumutbar ist, die Quarantäne zu verbringen, einen Coronatest zu machen sowie das Ergebnis abzuwarten und die Arbeit nicht auch in einer Homeoffice-Lösung erbracht werden kann (zum Beispiel bei Subunternehmern am Bau).

Tagesausflügler: In dieser Hinsicht ist die 48-Stunden-Marke ein maßgeblicher Faktor. Von der Quarantäne befreit sind Menschen, die sich weniger als 48 Stunden durchgehend im Ausland aufgehalten haben und nicht an einer kulturellen, sportlichen, sonstigen Freizeitveranstaltung oder einer öffentlichen Festivität in einer Tiroler Gemeinde teilgenommen haben. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Einkaufen, Tanken oder auch nur Wandern auf eigene Faust an einem Tag erlaubt sind. Die Behörden raten jedoch davon ab, sich unnötig ins Hotspot-Gebiet Innsbruck zu begeben. Für den Tourismus ist die Reisewarnung offenbar ein harter Schlag. Der Tiroler Präsident der Wirtschaftskammer Christoph Walser sprach von einer „Katastrophe“.

Corona-Zahlen aus der Grenzregion Garmisch-Partenkirchen - Tirol

Der Corona-Brennpunkt in Tirol ist Innsbruck. 197 Infizierte sind dort aktuell registriert. Deutlich entspannter ist die Lage in der Grenzregion. Die Zahlen der Nachbargemeinden: Scharnitz (0 aktive Fälle), Seefeld (1), Leutasch (0), Ehrwald (0), Biberwier (0), Lermoos (0), Reutte (2). Höhere Werte werden aktuell lediglich in den stadtnäheren Gemeinden Zirl (12) und Telfs (10) gemeldet.

Rubriklistenbild: © FOTOPRESS THOMAS SEHR

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