Nur wenige Skifahrer waren gestern auf der Zugspitze unterwegs. Viele von ihnen mussten im Tal abgewiesen werden. Von österreichischer Seite her gilt weiterhin 2G.
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Nur wenige Skifahrer waren gestern auf der Zugspitze unterwegs. Viele von ihnen mussten im Tal abgewiesen werden.

Frust der Gäste trifft Mitarbeiter

„Lockdown durch Hintertür“: Bayerische Zugspitzbahn wettert gegen 2G-plus - Skibetrieb massiv gefährdet

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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  • Alexander Kraus
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Die 2G-plus-Regel für die Zugspitze sorgt für erschwerte Bedingungen auf bayerischer Seite. Der Skibetrieb sei so „langfristig nicht durchführbar“, sagt BZB-Vorsitzender Matthias Strauch.

Garmisch-Partenkirchen – Am vergangenen Freitag, 19. November 2021, hat auf der Zugspitze der Skibetrieb begonnen – zumindest für Geimpfte und Genesene. Seit gestern gilt dort die verschärfte 2G-plus-Regelung. Liftbetreiber befürchten, dass dadurch die Skifahrer nach Österreich getrieben werden.

2G-Plus beim Skifahren: Bayerische Zugspitzbahn verärgert - „Langfristig nicht durchführbar“

„Die 2G-plus-Regel gefährdet den Skibetrieb massiv, sie ist langfristig nicht durchführbar“, schimpft Matthias Stauch. Der Vorsitzende der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB) kritisiert die Beschränkungen durch die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Das komme „einem Lockdown durch die Hintertür gleich“.

 „Der Impfanreiz, mit 2G Skifahren zu dürfen, wird durch 2G plus zunichte gemacht.“

Matthias Stauch, Vorsitzender der Bayerischen Zugspitzbahn

Im Österreich gilt trotz Corona-Lockdown auf den Bergen die lockerere 2G-Regelung, Skifahren ist erlaubt. Die Liftbetreiber deutscher Skigebiete sehen sich klar im Nachteil. „Auf Dauer ist die 2G-plus-Kontrolle organisatorisch und auch wirtschaftlich nicht umsetzbar“, bemängelt Stauch.

Bezüglich 2G arbeitet die BZB aktuell an digitalen Lösungen, um zu vermeiden, dass jeder Gast manuell kontrolliert werden muss. Die neue Regel mache all diese Lösungsansätze zunichte. Darüber hinaus sieht er einen weiteren Nachteil: „Der Impfanreiz, mit 2G Skifahren zu dürfen, wird durch 2G plus zunichte gemacht.“

2G-plus auf der Zugspitze: Bayerische Zugspitzbahn versuchte schnell Gäste zu erreichen

Es war spät am Dienstagabend, als die Bayerische Staatsregierung die neuen Regelungen verkündete. „Wir haben natürlich versucht, über alle Kanäle – Website, Newsletter, Social Media, E-Mail und Telefon – so viele Gäste wie möglich zu erreichen“, sagt Verena Altenhofen. Tatsächlich standen gestern Vormittag aber hunderte Gäste ohne Schnelltestzertifikat in Skimontur an der Talstation, die abgewiesen werden mussten.

„Frustrierend für alle Beteiligten“, bedauert die BZB-Sprecherin. Mit Sorge beobachtete die BZB, dass sich an allen Testzentren und Apotheken im Ort lange Schlangen bildeten. Einige Gäste bekamen keine Testtermine. „Selbstverständlich versuchen wir aktuell alles, um den Skibetrieb aufrecht zu erhalten, die 2G-plus-Regelung bringt uns allerdings an die Grenzen des Machbaren.“

2G-Plus bei Bayerischer Zugspitzbahn: „Frustrierend für alle Beteiligten“

Altenhofen richtet einen Appell an die Gäste: Deren verständlicher Frust und Ärger über die 2G-plus-Regelung trifft die BZB-Mitarbeiter, die im direkten Gastkontakt stehen – und die absolut nichts dafür können. „Wir möchten deshalb betonen, dass wir alles geben – und uns nichts anderes übrigbleibt, als die Regularien umzusetzen.“

Viele Sportler mussten in der vergangenen Wintersaison ganz aufs Skifahren oder Snowboarden verzichten. Durch diese Umsatzeinbußen hat die Branche stark gelitten. Der Ski-Lockdown hatte den heimischen Liftbetreibern das Geschäft komplett vermasselt – jetzt stehen sie durch die 2G-plus-Regelung erneut vor einer riesengroßen Hürde.

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