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Corona-Hilfen: 145 Millionen für Landkreis Garmisch-Partenkirchen

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Von: Katharina Brumbauer

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Ein Mann mit Hemd und Weste steht vor einer Kaffeemaschine und hält lachend eine Kaffeetasse in die Kamera.
Das Geschäft läuft wieder: Neun Monate lang war auch der Garmischer Hof während Corona geschlossen. Dank staatlicher Hilfen gelang der Neustart – und Hotelkaufmann Erkan Eril kann Gästen wieder Kaffee servieren. © Thomas Sehr

Die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft sind immens. Gebeutelte Unternehmen unterstützte die bayerische Staatsregierung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen seit Juli 2020 mit mehr als 145 Millionen Euro.

Landkreis – Zwei Jahre Corona-Pandemie haben das Gastgewerbe an die Belastungsgrenze gebracht. Daniel Schimmer, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga aus Garmisch-Partenkirchen, macht da keinen Hehl daraus. „Die Überbrückungshilfen waren bei gleichbleibenden Fixkosten lebensnotwendig“, betont er. Ohne die finanziellen Zuwendungen hätten die Hotels ihre Mitarbeiter nicht halten und nach den neun Monaten Schließzeit überhaupt nicht mehr aufsperren können. Dass es das Gastgewerbe hier in der Region besonders gebeutelt hat, zeigt die Summe der staatlichen Zuschüsse, die in die Branche geflossen sind. Rund 80 Millionen Euro gingen an Hotellerie und Gastronomie. Insgesamt haben existenzbedrohte Unternehmen im Landkreis seit Juli 2020 mehr als 145 Millionen Euro erhalten (mehr als 4800 Anträge).

Hohe Corona-Hilfe erzeugen keine Euphorie: Was muss man zurückzahlen?

Das ist viel Geld. Aber Schimmer, Manager des Hotels Garmisch Hof im Kreisort, bricht nicht in Euphorie aus. „Wir müssen abwarten, bis abschließend geprüft ist, ob wir Hilfen zurückzahlen müssen.“ Für die Abwicklung der Wirtschaftshilfen ist in Bayern – im Auftrag der Staatsregierung – die Industrie und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern zuständig.

Der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen, Peter Lingg, zeigt sich von der Wirkung der Hilfen überzeugt. „Sie haben eine breite Insolvenzwelle im Landkreis verhindert“, sagt der Chef der Kreissparkasse. Und weiter: „Die hohe Summe an ausgezahlten Zuschüssen zeigt, wie stark große Teile der regionalen Wirtschaft in den vergangenen zwei Jahren Corona-Pandemie unter den staatlichen Einschränkungen gelitten haben.“

Große Herausforderungen in der Pandemie: Lockdown und wenig Planbarkeit

Nicht nur die angeordneten Lockdowns waren für Hotels und Gaststätten eine Herausforderung. „Auch als wir wieder öffnen durften, hatten wir sehr wenig Vorlaufzeit und mussten sofort wieder eine Hauptsaison stemmen“, unterstreicht Schimmer. „Von null auf hundert mussten wir zurückkommen.“ Wie das, etwa im Corona-Sommer 2021, gelungen sei, davon ist er begeistert. „Wir hatten von Juni bis Oktober 100 000 Übernachtungen mehr als im gleichen Zeitraum 2019. Das ist ein phänomenales Ergebnis.“

Für einen solchen kurzfristigen Neustart ist elementar, dass alle Mitarbeiter motiviert an Bord bleiben. Viele Hoteliers hätten den Angestellten mit einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes entgegenkommen können, sagt Schimmer. In der Gastronomie erhalten die Angestellten normalerweise Zuschläge für Sonn- und Feiertagsdienste. Im Kurzarbeitergeld sei das nicht berücksichtigt. „Dank der Hilfen konnten wir da einen Ausgleich schaffen.“ Momentan läuft das Geschäft wieder. Und die nächste Sommer-Saison steht vor der Tür. „Jetzt muss die Politik alles daran setzen, die Wirtschaft auf dem Weg zur Normalisierung zu unterstützen“, unterstreicht Lingg. Die Energie- und Rohstoffkrisen im Zuge des Ukraine-Krieges nennt er als zwei Herausforderungen. „Unsere Unternehmen brauchen weniger anstatt mehr Belastung.“

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