Die Zahlen sind erschreckend: Neun Mitarbeiter und 28 Patienten des Oberammergauer Gesundheitszentrums sind positiv auf den Covid-19-Erreger getestet worden. Damit ist das Haus ein neuer Hotspot im Landkreis. Die Klinik-Leitung reagierte aber schnell und schloss die Einrichtung.
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Das Gesundheitszentrum in Oberammergau ist nun geschlossen.

Reißleine gezogen

Zahl der Infizierten an Corona-Hotspot schießt in die Höhe - Mitinhaber verspricht, „Anpassungen vornehmen“

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Die Zahlen sind erschreckend: Neun Mitarbeiter und 28 Patienten des Oberammergauer Gesundheitszentrums sind positiv auf den Covid-19-Erreger getestet worden. Damit ist das Haus ein neuer Hotspot im Landkreis. 

  • Insgesamt 37 mit dem Coronavirus infizierte Personen wurden am Oberammergauer Gesundheitszentrum nachgewiesen.
  • Die Zahl der bekannten Infektionen war in kürzester Zeit in die Höhe geschossen.
  • Inzwischen hat die Geschäftsleitung sämtliche Patienten entlassen.

Oberammergau – Es gibt neben dem Seniorenzentrum im Murnauer Kemmelpark einen zweiten Corona-Brennpunkt im Landkreis. Die Lage im Gesundheitszentrum in Oberammergau hat sich zugespitzt. Es gibt weitere Testergebnisse, die eine klare Verschärfung der Situation in der Klinik belegen: 28 Patienten – keiner darunter aus dem Landkreis – und neun Mitarbeiter sind mit dem Covid-19-Erreger infiziert, teilt das Landratsamt mit. Gehandelt hat die Geschäftsleitung daraufhin sehr schnell: Seit Freitag ist das Zentrum geräumt und geschlossen, alle Reha-Patienten haben den Heimweg angetreten.

Ulrich Tonak, Mitinhaber der Einrichtung, schaut bereits nach vorne: „Wir glauben an die Zukunft.“ Er steht mit einer Spezialfirma in Kontakt, um die Desinfizierung voranzutreiben. „Erst wenn die erfolgt ist, wird der Klinikbetrieb wieder aufgenommen.“ Aus Amtskreisen heißt es, dass die erste Mai-Woche angepeilt wird.

Oberammergauer Gesundheitszentrum wird zum Corona-Hotspot: Geschäftsleitung zieht Reißleine

Für Tonak und das Team im Gesundheitszentrum ist eine denkwürdige Woche zu Ende gegangen. Erst vergangenen Freitag hatte das Gesundheitsamt nach positiven Corona-Tests einen Aufnahmestopp erlassen. Zunächst nahm sich die Klinik selbst der Problematik an. „Die Fälle wurden im Haus bearbeitet“, betont Tonak. Die Hygienemaßnahmen wurden verschärft, zweimal täglich hielt die Klinikleitung eine Lagebesprechung ab. „Wir haben selbst veranlasst, dass alle noch im Haus verbliebenen Patienten und Mitarbeiter getestet wurden“, betont Tonak. „Und das, obwohl die wenigsten typische Corona-Symptome aufwiesen.“

Corona-Hotspot in Oberammergau: Inhaber will „entsprechende zwingende Anpassungen vornehmen“

Diese Abstriche ließen die Zahlen der Infizierten nun dennoch nach oben schießen. „Daher entschied die Geschäftsleitung, die Reißleine zu ziehen und alle Patienten zu entlassen“, betont Tonak. Das Ziel dieser Aktion: Alle Erkrankten sollten in ihrem häuslichen Umfeld medizinisch durch bekannte Ärzte betreut werden. Aber es ging auch darum, für die Negativ-Getesteten „jegliche weitere Infektionsgefahr ausschließen zu können“. Die Erkrankten wurden von den Chefärzten der Klinik aufgeklärt, bekamen ausführliche Berichte für die betreuenden Ärzte im Heimatort. 

„Ich bin wirklich überzeugt, dass wir alles Menschenmögliche getan haben, um die Patienten bestmöglich zu betreuen.“ Tonak verspricht für die Zukunft, die Abläufe in der Klinik mit dem Leitungsteam kritisch unter die Lupe zu nehmen und „entsprechende zwingende Anpassungen vorzunehmen“.

„Viele aus München und dem Umland“: Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen zieht Bilanz zu den Corona-Verstößen - nur wenige kommen von Einheimischen. 

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