Erste Erkrankte aus Quarantäne entlassen

Geimpfte plötzlich positiv: Keine neuen Infizierten - weiter nur milde Krankheitsverläufe

  • Christian Fellner
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Die gute Nachricht: Bisher ist es bei milden Krankheitsverläufen geblieben nach dem Corona-Ausbruch Lenzheim in Garmisch-Partenkirchen. Dort waren Bewohner auch nach der zweiten Impfrunde positiv getestet worden.

  • Zwölf Mitarbeiter und zwölf Bewohner sind im Lenzheim in Garmisch-Partenkirchen positiv auf das Coronavirus getestet worden.
  • Manche davon haben bereits die zweite Corona-Impfdosis erhalten. Das Phänomen ist nicht neu.
  • Allen Betroffenen geht es gut, sie zeigen bislang nur sehr schwache Symptome.
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Update, 4. Februar: Zwei Mitarbeiter arbeiten schon wieder, und auch zwei Bewohner konnten bereits aus der Quarantäne entlassen werden. Georg Borngässer, Pressesprecher bei der Rummelsberger Diakonie, zu der auch das Lenzheim in Garmisch-Partenkirchen gehört, verkündet diese Nachrichten sichtlich erleichtert.

Corona in Garmisch: Geimpfte plötzlich positiv getestet - Erste Erkrankte aus Quarantäne entlassen

Das Garmisch-Partenkirchner Alten- und Pflegeheim hat den Corona-Ausbruch Anfang der Woche gut überstanden. Zwölf Bewohner und zwölf Mitarbeiter, von denen ein Großteil bereits die zweite Impfdosis erhalten hatte, waren im Rahmen der regelmäßigen Tests positiv auf das Virus getestet worden (wir berichteten). Zu weiteren Infektionen kam es danach allerdings nicht.

„Zum Glück hatten alle Betroffenen nur leichte Symptome“, sagt Borngässer. Diese ähneln denen einer Erkältung, wie ein Halskratzen beispielsweise. Trotzdem wird bei allen noch alle zwei Stunden Fieber gemessen „und regelmäßig geschaut, ob’s ihnen wirklich gut geht“.

Allein auf die Schnelltests, die zwischendurch gemacht werden, verlässt sich aber niemand. Erst wenn die PCR-Tests negativ ausfallen, was auch bei den verbleibenden Mitarbeitern mittlerweile der Fall war, werden sie aus der Quarantäne entlassen. Borngässer geht davon aus, dass das Personal schon am Wochenende wieder seinen Dienst antreten kann.

Corona in Garmisch: Infizierte nach zweiter Impfrunde - nur leichte Symptome

Die Nachrichten aus dem Lenzheim werden auch im Landratsamt positiv gesehen. Das Phänomen, dass sich Geimpfte trotzdem mit Corona anstecken, sei kein Neues, sagt Stephan Scharf, Sprecher der Behörde.

„Das liegt sicher daran, dass der volle Schutz erst 14 Tage nach der Impfung besteht.“ Wobei voller Schutz so eine Sache ist, bislang bietet keiner der verfügbaren Impfstoffe den zu 100 Prozent, dafür aber einen milden Verlauf. Noch steht Borngässer zufolge nicht fest, wie es genau zu dem Ausbruch im Lenzheim kommen konnte. „Bei der Aufklärung arbeiten wir eng mit dem Gesundheitsamt zusammen.“

(Von Tanja Brinkmann)

Corona in Garmisch-Partenkirchen: 24 Fälle nach zweiter Impfrunde - aber mit einer guten Nachricht

Original-Meldung vom 1. Februar:

Gelesen hat man davon schon: Geimpfte, die in der Folge dennoch corona-positiv getestet worden sind. Im nordbayerischen Landkreis Kronach waren zu Jahresbeginn Fälle registriert worden oder zuletzt vor einigen Tagen im Raum Fürstenfeldbruck.

Nun ist es auch in Garmisch-Partenkirchen zu diesem Phänomen gekommen. Im Lenzheim der Rummelsberger Diakonie im Ortsteil Partenkirchen sind aktuell zwölf Mitarbeiter sowie zwölf Bewohner (von 98) infiziert – macht in der Summe 24 Positivfälle. Die wichtigste Information schickt Wolfgang Rotzsche gleich vorneweg: „Alle haben bisher sehr milde Krankheitsverläufe“, betont der Pressesprecher des Landratsamtes. Noch keiner der Infizierten muss derzeit im Klinikum stationär behandelt werden. Das bestätigt Georg Borngässer, Pressesprecher bei der Rummelsberger Diakonie.

Corona in Garmisch-Partenkirchen: Drei Nichtgeimpfte unter den Positivfällen

Natürlich lässt diese Nachricht aufhorchen: Geimpfte, die auch nach der zweiten Dosis an Wirkstoff auf einmal ein positives Ergebnis nach einem Rachen- und Nasen-Abstrich vorweisen. Fakt ist: Im Lenzheim ist am 20. Januar die zweite Runde der Impfung abgeschlossen worden. Unter den nun angesteckten Bewohnern befinden sich drei Nichtgeimpfte, und auch bei den Mitarbeitern hat sich ein Teil dieser Vorsorgemaßnahme verschlossen.

Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, ist unklar. „Wir sind ein bisschen ratlos“, räumt Borngässer ein. Eines macht er deutlich: „Wir haben auch nach der Impfung keinerlei Lockerungen vorgenommen, wir halten uns strikt an die Vorgaben.“ Klar ist dagegen: Im Rahmen eines Corona-Reihentests vor der zweiten Impf-Runde kam am 20. Januar ein Positivfall ans Licht. Dieser wurde – nach den geltenden Empfehlungen fürs Impfen – an diesem Tag auch nicht mit der zweiten Spritze in den Oberarm versorgt. „Die anderen Bewohner wurden trotzdem geimpft, weil es klare Anweisung ist, in solch einem Fall dennoch zu impfen“, klärt Rotzsche nach Rücksprache mit den Amtsärztinnen auf. Hintergrund sind die zu erwarteten milderen Verläufe bei einer tatsächlichen Ansteckung von Heimbewohnern.

Warum sind Geimpfte positiv? Laut RKI sind Studien dazu geplant

Ob nun die Infektionen durch den Positivfall ausgelöst wurden, ist unklar. Erkannt wurden sie nach einem weiteren Reihentest am vergangenen Freitag. „Nach einem positiven Ergebnis wird in regelmäßigen Abständen so lange getestet, bis alle wieder negativ sind“, erklärt Rotzsche. Nach jenem Test am 29. Januar sind nun die Positivfälle dem Gesundheitsamt gemeldet worden.

Warum bereits Geimpfte nun positiv sind, dazu kann auch das Gesundheitsamt keine klare Aussage treffen. Selbst das Robert-Koch-Institut betont auf seiner Homepage einmal mehr, dass es keinen 100-prozentigen Schutz durch die Impfung gibt und sich dieser erst nach einer gewissen Frist von bis zu 14 Tagen nach der jeweiligen Dosis komplett einstellt. Ob und wie stark infektiös diese Positivfälle dann sind, ist bisher auch nicht erforscht. „Verschiedene Studien zu dieser Fragestellung sind geplant oder laufen bereits“, heißt es in dem Hinweis.

Sehr schwache Symptome bei den Betroffenen

Die gute Nachricht in dieser Sache bleiben die sehr schwachen Symptome bei den Betroffenen. „Bei einigen ist der Verlauf so mild, dass man die Erkrankung kaum nachweisen kann“, bestätigt Rotzsche. Im Lenzheim läuft der Betrieb derweil nach allen Regeln der Hygienevorschriften weiter. „Die Bewohner sind isoliert auf ihren Zimmern“, betont Borngässer. Das Gesundheitsamt hat Pflegeschüler für die Einrichtung abgestellt, damit die Versorgung der Senioren gesichert ist. Der Pressemann betont: „Die Zusammenarbeit läuft hervorragend.“

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Rubriklistenbild: © Andreas Mayr

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