+
Daumen nach oben: (v. l.) Iris Asenstorfer (Seniorentreff), Annett-Maria Jonietz (Freiwilligen-Zentrum) und Beate Löw Schneyder (LongLeif gGmbH). 

Unterstützung vor allem für ältere und gesundheitlich angeschlagene Bürger

Corona-Krise: Freiwilligen-Zentrum zieht positive Zwischenbilanz - in vielerlei Hinsicht

Der Solidaritätsvirus breitet sich aus: Auf 275 Helfer kann das Freiwilligen-Zentrum „Auf geht‘s“ derzeit zurückgreifen. Vor allem junge Menschen sind im Einsatz. 

Garmisch-Partenkirchen – Einkäufe tätigen, mit dem Hund Gassi gehen, Telefongespräche oder Masken nähen – Solidarität wird in Zeiten der Corona-Krise in vielerlei Hinsicht im Landkreis gelebt. Zu dieser erfreulichen Zwischenbilanz kommt das Freiwilligen-Zentrum „Auf Geht’s“ Garmisch-Partenkirchen. Dieses kann aktuell auf 275 Helfer zurückgreifen, die sich in erster Linie um ältere und gesundheitlich angeschlagene Bürger kümmern. Vor allem viele junge Menschen haben sich registriert und sind im Einsatz.

Die Hotline übernehmen komplett die Mitarbeiterinnen des Seniorentreffs Marianne Aschenbrenner – Iris Asenstorfer, Christiane Frahm und Bärbel Salfner. Die Kontaktnummer ist nach einer kurzzeitigen Überlastung durch Maskenbestellung nun wieder ausschließlich für alle Hilfesuchenden und Helfer da. Dabei rufen meist diejenigen an, die zur Risikogruppe gehören oder in Quarantäne sind und jemanden brauchen, der für sie einkauft. Die Senioren, vor allem die Alleinstehenden, trifft es gerade besonders schwer. In Gesprächen wird diesen viel Mut zugesprochen. „Eine hochbetagte Dame war von diesem Angebot sehr gerührt, dass mir am Ende auch Tränen in den Augen standen“, erzählt Christiane Frahm über Ihre Arbeit.

Lesen Sie auch: Zentrale Corona-Stelle in Garmisch-Partenkirchen nimmt ihre Arbeit auf - Hotline freigeschaltet

Viel Dankbarkeit von den Betroffenen

Positives berichtet auch Katrin Sassenbach, sonst in der Hotelbranche tätig, jetzt in Kurzarbeit. Neben ihren Kindern kümmert sie sich ehrenamtlich um die Corona-Datenbank, ruft Helfer und Hilfesuchende an, sucht Speziallösungen und erkundigt sich nach den Erfahrungen. Dabei schlägt ihr Dankbarkeit entgegen. „Die Betroffenen sind meistens total gerührt! Es ist ja eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber die Tatsache, dass dies jemand einfach so tut, löst ein ganz besonderes Gefühl aus.“ Beeindruckend fand Sassenbach die Anfrage einer älteren Frau, die im Rollstuhl sitzt und seit zwei Jahren nicht mehr das Haus verlassen kann. Deren Einkauf wurde prompt erledigt. Sogar der Extrawunsch – ein Fisch an Karfreitag – erfüllte man ihr. „Freiwilliges Engagement zu verkaufen und das Positive zu vermehren, das ist etwas, was ich zurzeit besonders genieße!“

Beate Löw Schneyder (LongLeif gGmbH) berichtet von einer besonderen Vermittlung: „Die Anfrage, das gehörlose Seniorenpaar in Mittenwald durch Einkaufsdienst zu unterstützen, hatte ich an Alex Künzel vermittelt.“ Die Bitte kam von der Schwester, die in Berlin lebt. „Mit ihr hatte Alex dann den direkten Kontakt aufgenommen, um den Bedarf genau abzuklären.“ Der gehörlose Bruder schickt ihr per Fax die Einkaufsliste, sie schreibt das per WhatsApp an Künzel. „Alles andere – klingeln, Geld abholen, einkaufen, Einkauf und Restgeld zurückbringen – läuft ganz normal.“ Aber das Mehr liegt in der Beziehung, die dabei entsteht.

Annett-Maria Jonietz als Koordinatorin des Freiwilligen-Zentrums empfindet Dankbarkeit, in Krisenzeiten etwas beitragen zu können und ist froh bereits aufgebaute Strukturen und Netzwerke nutzen zu können. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, positive Ansätze und Erfahrungen des Füreinander-Daseins zum Wachsen zu bringen – auch in der Zeit nach der Krise. Auch die gute, selbstverständliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Seniorentreff Marianne Aschenbrenner und der LongLeif GmbH kann eine gute Basis sein für künftige Projekte.  

Auch interessant

Kommentare