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In Partenkirchen verteilt unter anderem Daniela Ströter Masken. 

BRK: „Die Leute bestellen rund um die Uhr“

Corona: BRK nimmt keine Aufträge für Masken mehr an

Permanent gehen beim Bayerischen Roten Kreuz im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Bestellungen für die selbst genähten Masken. Aktuell können die Helfer die Nachfrage nicht decken. Und reagieren deshalb.

Update, 20. April, 19.25 Uhr:

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überraschte die Menschen gestern mit der Maskenpflicht ab 27. April. Nicht schlecht schauten auch die Verantwortlichen des BRK-Kreisverbands in Garmisch-Partenkirchen. Auf sie brach eine Flut an E-Mails und Anrufen herein: Alle wollen die Masken der ehrenamtlichen Schneiderinnen, die bisher fast 7000 Exemplare produziert haben. „Allein am Montagvormittag trafen Bestellungen für 1300 Masken ein“, betont Jörg Jovy, der Pressesprecher des Kreisverbands. Sogar aus Hamburg kamen Anfragen.

Rund 500.000 Masken im Landkreis nötig

Nun müssen die Verantwortlichen die Reißleine ziehen. Ab Dienstag (21.April) wird das BRK keine Bestellungen mehr entgegennehmen. „Bei einer allgemeinen Maskenpflicht ist es Aufgabe des Staates und gewerblicher Anbieter, die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen“, sagt Jovy. 

Die BRK-Experten gehen davon aus, dass allein in einem kleinen Landkreis wie Garmisch-Partenkirchen durch die Pflicht rund 500 000 Masken nötig sind. „Das Rote Kreuz kann diese Mengen mit ehrenamtlichen Strukturen nicht herstellen und verteilen.“ Bisher georderte Masken werden fertiggestellt und ausgeliefert. Schon jetzt bittet die Hilfs-Organisation um Geduld. „Wir versichern, dass wir niemanden vergessen werden.“ Sollten Betroffene ihren Bedarf anderweitig decken können, „würde es uns sehr helfen, wenn die überflüssig gewordene Bestellung bei uns storniert wird“, sagt Jovy. Infos zu Aufträgen vormittags unter 0 88 21/94 32 12 24.

Erstmeldung: 

Landkreis Dienstag, 19.40 Uhr. Bei Marc Lehmann geht per E-Mail die erste Bestellung ein. Seitdem kommt eine nach der anderen. Das Rote Kreuz erlebt einen Ansturm auf die Masken, die es mit 50 freiwilligen Näherinnen herstellt. „Die Leute bestellen rund um die Uhr, nur zwischen 0 und 4 Uhr morgens tröpfelt es etwas“, sagt der 35-Jährige, der die Produktion koordiniert. Auch die Coronahotline des Freiwilligenzentrums „Auf geht’s“ stand nicht mehr still, weshalb eine neue Nummer eingerichtet wurde. 60 Anrufe nahmen die Helfer in der ersten Stunde entgegen.

2000 Bestellungen für etwa 15.000 Masken

Bis Donnerstagabend lagen dem BRK über 2000 Bestellungen für etwa 15 000 selbst genähte Masken vor. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir sie auf Anhieb nicht decken können“, sagt Lehmann. Daher erhält jeder Haushalt zuerst ein Päckchen mit drei kostenlosen Masken. Manche hatten 15 Masken und mehr bestellt, sie müssen sich etwas gedulden. Darüber wurden sie per Newsletter informiert.

Seit Donnerstagmorgen liefern ehrenamtliche BRK-Helfer die Masken aus. Nun wird das Team versuchen, deutlich mehr Masken herzustellen, sagt Lehmann. „Damit in jedem Haushalt wenigstens ein paar vorrätig sind.“ 

Masken-Bestellungen

sind ab sofort nur über die Webseite von Landratsamt und BRK www.coronagap.de möglich. Ab Dienstag steht zudem werktags zwischen 9 und 12 Uhr eine neue Telefon-Hotline unter 0 88 21/94 32 12 24 zur Verfügung.

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