Eine Einfahrt mit Schranken ist im Hintergrund zu sehen, davor steht ein Schild mit der Aufschrift „Edelweiss“.
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Zwei Konferenzen finden in nächster Zeit im US-Hotel Edelweiss Lodge & Resort statt.

Sprecher versucht zu beruhigen

Während dritter Corona-Welle: Konferenzen mit über 100 Menschen im Hotel Edelweiss - Mitarbeiter verunsichert

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Zwei Konferenzen finden im US-Hotel Edelweiss Lodge & Resort in Garmisch-Partenkirchen statt. Eine Ende März, die andere im April. Die Angestellten sind alarmiert. Sie fürchten, dass Corona-Regeln ignoriert werden.

Garmisch-Partenkirchen – Angst geht um in Garmisch-Partenkirchen. Angst vor der Unvernunft, Angst vor einer möglichen Ansteckung. Wieder einmal beschäftigt das einen Teil der rund 100 Angestellten des US Hotels Edelweiss Lodge & Resort. Schon die interne Thanksgiving-Feier im vergangenen November hatte in Mitarbeiterkreisen für Unverständnis gesorgt (wir berichteten). Der aktuelle Anlass: Zwei Konferenzen finden in den nächsten Tagen in dem Komplex zwischen Gernacker- und Kreuzeckbahnstraße statt – ab Ende März treffen sich dort „single soldiers“, also alleinreisende Militärangehörige, und ab 10. April sind es erneut Vertreter der US-Armee, dann aber mit Familien. Dem Vernehmen nach haben sich zur ersten Konferenz bereits weit über 100 Teilnehmer angemeldet. Zur zweiten sind bislang um die 70 akkreditiert. Noch ist aber nicht bekannt, wie viele Ehepartner und Kinder mitkommen.

Konferenzen im „Corona“-Hotel Edelweiss - Mitarbeiter verunsichert - „Sektempfang mit Fingerfood?“

Dass sich im Hotel etwas tut, hat der Hotel-Manager in einer Mail an sein Team bereits angekündigt. Von Seiten der US-Army Europe, die in Stuttgart-Vaihingen sitzt, und der verantwortlichen Garnison wird das Haus zum 28. März wieder für Geschäftsreisen und somit auch für Konferenzen geöffnet. Das Schreiben liegt der Redaktion vor – mit dem anonymen Zusatz „das darf nicht sein“, versehen mit mehreren Ausrufezeichen. Offenbar fühlen sich die Mitarbeiter nicht ausreichend informiert und sind entsprechend verunsichert. Sehr zum Bedauern von Pressesprecher Donald Wrenn. „Wir ermutigen alle Angestellten, sich mit ihren Sorgen an den Manager zu wenden.“ Selbstredend erfolge die Wiedereröffnung gemäß den Vorgaben der deutschen Behörden.

Die Edelweiss-Mitarbeiter sind davon offenbar nicht überzeugt. Sie fürchten, dass Corona-Regeln außer acht gelassen werden. „Wie kann in diesen Zeiten ein Sektempfang mit Fingerfood stattfinden?“, fragt einer, der namentlich nicht genannt werden will. Dazu kommt, dass „nur ein geringer Anteil der Angestellten, Manager und Köche bereits eine Corona-Impfung hat“, empört sich eine andere Mitarbeiterin.

Hotels zu Corona-Zeiten in Bayern: Öffnen für Konferenzen und Geschäftsreisen erlaubt

Nicht ganz so dramatisch beurteilt Daniel Schimmer, Ortssprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, die Angelegenheit. „Auch wir dürfen für Konferenzen und Geschäftsreisen aufmachen.“ Ein kleiner Lichtblick für die Kollegen, die ansonsten seit 2. November 2020 wegen des Lockdowns keine Gäste mehr empfangen können. „Alles, was einen beruflichen Hintergrund hat, darf reisen“, betont Schimmer. An den beiden Weltcup-Wochenenden etwa profitierte davon auch sein Haus, der Garmischer Hof. Und in einem Mittenwalder Hotel logieren aktuell Bundespolizisten, die an der Grenze eingesetzt sind. Das gelte genauso für die Baubranche, nennt Landratsamtssprecher Wolfgang Rotzsche ein weiteres Beispiel. „Wenn es einen beruflichen Charakter hat, ist es kein Problem.“ Zu den Veranstaltungen im Edelweiss Lodge & Resort kann er keine Stellung beziehen. Zwar weiß die Kreisbehörde davon, nähere Details liegen nicht vor. Muss Rotzsche zufolge aber auch gar nicht sein.

Die Sorge der Edelweiss-Angestellten vor dem Empfang mit Fingerfood kann Schimmer gar nicht nachvollziehen. „Das wird auf Teller oder Löffeln gereicht und landet nur bei der Person, die’s tatsächlich konsumieren möchte.“ Wesentlich problematischer sei da ein Buffet.

Army-Sprecher versichert: Corona-Regeln sollen unbedingt eingehalten werden

Wrenn wird derweil nicht müde, zu versichern, wie sehr sich seine Landsleute bemühen, sämtliche Corona-Regeln einzuhalten. „Das wird von Hotelleitung und Mitarbeitern sowie hohen Militärs durchgesetzt, die an den Veranstaltungen teilnehmen.“ Die Sicherheit und Gesundheit der Angestellten, ihrer Familien und der ganzen Gemeinde ist den Amerikanern ein Anliegen. Wrenn verweist auf die entwickelten Hygienekonzepte, die wieder zum Einsatz kommen: „Diese haben sich als effektiv und sicher erwiesen.“ Davon gilt es nun auch die Hotel-Angestellten zu überzeugen, die nach wie vor die Angst vor einer Corona-Infektion umtreibt.

Im vergangenen Jahr galt das Hotel „Edelweiss Lodge & Resort“ in Garmisch-Partenkirchen nach einem Coronavirus-Ausbruch als Hotspot. Zwei weitere Hotels litten mit - denn sie haben den gleichen Namen.

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