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Auto an Auto reiht sich in Ohlstadt am Wanderparkplatz.

Ärger über Spaßgesellschaft

Corona: „Warum hält man sich nicht an die Vorgabe?“ - Pflegekraft kritisiert Unvernunft der Menschen  

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Sie will kein Lob und auch keinen  Beifall für ihre Arbeit. Was sich die Pflegekraft am Klinikum wirklich wünscht? Dass die Menschen nachdenken und ihren eigenen Egoismus zurückstellen.

Landkreis – In vielerlei Hinsicht ist Jutta Mayer betroffen. Sie arbeitet im Klinikum Garmisch-Partenkirchen als Pflegekraft. In einem sensiblen „Bereich. Sie trägt Atemmaske und Schutzkleidung, weil sie mit Patienten in Kontakt kommt, die vom Coronavirus infiziert und die isoliert sind. „Das ist schon sehr unbequem und belastend.“ Und sie fühlt mit ihren Freunden, „von denen viele auf Intensiv arbeiten.“ Sie will nicht über die Bedingungen klagen, unter denen sie den Kranken helfen muss. Auch wenn die Vorräte an Atemmasken und Schutzkleidung langsam zur Neige gehen. „Es war und bleibt unsere Berufung zu helfen. Wir stellen unsere Bedürfnisse zurück“, sagt Mayer, die am Freitag erfuhr, dass ihr Arbeitgeber eine Urlaubssperre ausgesprochen hat, weil jeder Mitarbeiter gebraucht wird.

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Das erwartet sie auch von ihren Mitmenschen. Wenn die Mittfünfzigerin, die seit 35 Jahren in der Pflege tätig ist, nach dem Frühdienst nach Hause fährt und an den Parkplätzen am Olympia-Skistadion vorbeikommt, dann steigen Zorn und Wut in ihr auf. „Ich sehe Fahrzeuge aus dem Landkreis und aus ganz Oberbayern stehen, sehe Leute, die gerade ihre Wanderausrüstung im Fahrzeug verstauen, oder Jugendliche im Skaterpark, die trotz Absperrbändern in Grüppchen froh und munter skaten. Dabei sollen wir doch alle zu Hause bleiben.“ Jutta Mayer ist nicht ihr richtiger Name, den will sie nicht in der Zeitung lesen. Sie hat Angst, dass ihr ihre offenen Worte schaden könnten. Sie ärgert sich maßlos über die Unvernunft. „Die Vorgabe lautet, zu Hause zu bleiben. Warum hält man sich nicht daran?“

Appell von Ohlstadts Bürgermeister: „Bitte schränkt Euch ein! Kommt nicht in Scharen! Dieser Verzicht ist einfach!“

Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer hat ähnliche Beobachtungen gemacht wie Mayer in Garmisch-Partenkirchen. Er sah sich bemüßigt, einen offenen Brief auf Facebook zu stellen, weil er einen Ansturm auf die Wanderparkplätze des Heimgartengebiets beobachtete, „wie an den schönsten Sommer- und Herbstwochenenden“. Sein Appell an die Ausflügler, der durch die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, eine Ausgangsbeschränkung einzuführen, hoffentlich überholt ist: „Bitte schränkt Euch ein! Kommt nicht in Scharen! Dieser Verzicht ist einfach! Unsere Berge wird es auch in Zukunft geben!“

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Den Egoismus der Spaßgesellschaft geißelt auch Mayer, die die Reaktion der Politik kommen sehen hat. „Sie war unvermeidlich“, sagt sie, „weil zu viele Menschen einfach nicht vernünftig geworden sind und nicht über ihren eigenen Tellerrand hinausgeschaut haben.“ Sie macht noch einmal deutlich, was passieren wird, wenn es nicht gelingt, die Corona-Pandemie einzudämmen, die vor etwas mehr als einer Woche auch den Landkreis erreicht hat. „Zu viele Patienten werden schwer erkranken und im schlimmsten Fall sterben.“ Sie ist der festen Überzeugung, dass die Bevölkerung – so sie denn ihre Bitte beherzigt und sich in Zukunft zumeist in den eigenen vier Wänden aufhält –, damit dem Pflegepersonal und den Erkrankten am meisten hilft. „Wir werden dadurch entlastet und können unsere Arbeit tun.“ Dafür verlange sie weder Beifall noch Lob. „Für uns ist unser Beruf auch Berufung.“

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