Skigebiet Zugspitze
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Ohne Ende Schnee: Auf der Zugspitze herrschen aktuell traumhafte Skibedingungen - doch wegen Corona wurde die Saison nun endgültig abgesagt.

„Waren die ganze Zeit startklar“

Skisaison auf Zugspitze endgültig abgesagt: Betreiber bitter enttäuscht - „Die nächste Watschn kassiert“

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Lange hatte das Team der Bayerischen Zugspitzbahn gehofft, auf wenigstens noch ein bisschen Skibetrieb. Diese Hoffnung ist nun gestorben: Die Skisaison auf der Zugspitze ist für diesen Winter abgesagt.

Garmisch-Partenkirchen - Über drei Meter Schnee, Temperaturen um den Gefrierpunkt, dazu strahlender Sonnenschein: Die Skibedingungen auf der Zugspitze sind derzeit traumhaft. Trotzdem bleiben die Pisten verwaist. Nun steht fest: In dieser Saison wird sich das auch nicht mehr ändern. Wegen der Lockdown-Verlängerung verkündet die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG nun endgültig das Ende der Alpinen Skisaison 2020/2021. Zurück bleibt vor allem eine bittere Enttäuschung.

Corona: Skisaison auf Zugspitze abgesagt - „Ganzer Winter war ein einziges Hoffen und Bangen“

Am 30. Oktober 2020 war die Zahnradbahn zum letzten Mal in Betrieb. Seitdem herrscht in den Wägen gähnende Leere. „Wir haben die ganze Zeit gehofft, dass die Saison doch noch auf irgendeine Art und Weise stattfinden kann. Der ganze Winter war ein einziges Hoffen und Bangen“, berichtet Verena Altenhofen, Kommunikationsmanagerin der Zugspitzbahn. Unverkennbar schwingt in ihrer Stimme eine große Portion Frustration mit.

Ende März fällt die Entscheidung zum Aus der Skisaison relativ spät. Der Skibetrieb Garmisch-Classic etwa hatte bereits Mitte Februar das Ende verkündet. Altenhofen dazu: „Doch wir waren die ganze Zeit startklar, damit wir, sobald es geht, wieder loslegen können.“ Anhaltende Unsicherheit sowie fehlende Perspektiven durch die erneute Lockdown-Verlängerung haben den Betreiber jetzt aber zu diesem Schritt bewegt. Unter diesen Umständen sei der organisatorische und wirtschaftliche Aufwand nicht mehr tragbar, erklärt Altenhofer.

Klare Ansage: In einem Facebook-Post bringt die Zugspitzbahn ihre Enttäuschung zum Ausdruck.

Corona-Aus für Skisaison auf Zugspitze: Enttäuschter Facebook-Post der Zugspitzbahn - „Die nächste Watschn kassiert“

Auch auf seiner Facebookseite bringt der Pistenbetreiber seine Niedergeschlagenheit zum Ausdruck. „Und die nächste Watschn kassiert, wir sind raus...“ Mit diesen Worten verkündet die Zugspitzbahn in den sozialen Netzwerken seine Entscheidung. Über 200 Mal haben User bereits auf den Post reagiert, 30 Mal wurde er geteilt (Stand: 24. März 2021, 12.54 Uhr). In fast allen Kommentaren solidarisieren sich die Facebook-Nutzer mit dem Betrieb. „Es ist so bitter!!“ „Wir sehen uns im Winter“ und „Dann kommen wir halt nächste Skisaison wieder!“, ist unter dem Post zu lesen.

Zwei Punkte stoßen dem Betrieb an der ganzen Thematik übrigens besonders auf: Im Laufe der Pandemie hat das Unternehmen ein ausgefeiltes Hygienekonzept entwickelt. Darin sind etwa FFP2-Masken, eine limitierte Gästezahl am Berg und in Bahnen sowie ausschließlich Außengastronomie vorgesehen. Im Sommer 2020 habe sich dieses Konzept bereits bewährt, betont Altenhofen. Sie stellt klar: „Unserer Meinung nach wäre damit jetzt ein Betrieb möglich gewesen.“

Corona-Lockdown: Skibetrieb in Hessen und Nordrhein-Westfalen seit kurzem wieder erlaubt

Dazu kommt: Anders als in Bayern, gab es Anfang März im Nachbarland Hessen - genauso wie in Nordrhein-Westfalen - grünes Licht für Skibetriebe. „Unsere Kollegen haben es uns vorgemacht. Sie haben gezeigt, wie es geht. Genau das hätten wir uns auch gewünscht. Dass wir endlich wieder öffnen dürfen“, sagt Altenhofen.

Trotz allem bleibt die bayerische Zugspitzbahn optimistisch - und setzt seine ganze Hoffnung auf die Sommersaison. Sobald ein touristischer Betrieb wieder möglich ist, soll die Seilbahn wieder fahren. Die dichten Schneedecken auf der Zugspitze bleiben derweil weiter unberührt. Doch bereits jetzt steht fest: Am 19. November wird das Skigebiet Zugspitze (hoffentlich) öffnen - und endlich wieder Wintersportler auf den Pisten begrüßen dürfen. 

Während des Corona-Lockdowns zieht es unzählige Tourengeher in die Alpen. Die Retter der Bergwacht haben einiges zu tun - doch ihre Geduld wird dabei manchmal strapaziert. Und in Garmisch-Partenkirchen hat Corona den Lebenstraum von Dimitrij Techmer zerstört: Nach 14 Jahren muss der Wirt sein Steakhaus schließen. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen GAP-Newsletter. (kof)

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