Die Einfahrt in eine Corona-Drive-In-Teststation.
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Corona-Teststation in Garmisch-Partenkirchen

Fehlende Bestimmungen aus München

Corona-Testzentrum: Landratsamt wartet auf genauere Infos

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Jeder Landkreis in Bayern soll ab Monatsende ein fest installiertes Corona-Testzentrum betreiben. Im Kreis Garmisch-Partenkirchen sind noch viele Fragen offen.

  • Ab Monatsende soll in allen Landkreisen Bayerns wieder eine fest installierte Corona-Teststation entstehen.
  • Das Landratsamt wartet auf konkrete Informationen von der Staatsregierung.
  • Frage nach dem Betreiber des Zentrums offen.

Garmisch-Partenkirchen – „Nichts Genaues weiß man nicht.“ Ein Klassiker, der Stephan Scharf als Erstes rausrutscht. Natürlich haben sie im Landratsamt mit Interesse die Pressekonferenz von Ministerpräsident Markus Söder am Montag verfolgt, die Neuigkeit zur Kenntnis genommen, dass es in jedem Landkreis wieder ein fest installiertes Corona-Testzentrum geben soll. Mehr Info? Fehlanzeige. „Wir warten auf genauere Bestimmungen“, sagt der Pressesprecher. Keine neue Situation, gerade in der Corona-Pandemie.

Viele Frage sind aktuell offen: Wie sieht so ein Testzentrum aus, wird ein externer Dienstleister engagiert? Wo soll es eingerichtet werden, für welche Dauer, sollen dort nur symptomfreie Urlaubsrückkehrer getestet werden? Antworten erhoffen sich Scharf und vor allem Dr. Karin Kübler, Leiterin des heimischen Gesundheitsamtes, so schnell wie möglich. „Denn es sollte ja bestimmt nicht so sein, dass jeder Landkreis dann sein eigenes Süppchen kocht“, kommentiert Scharf. „Da wird es einen gemeinsamen Weg geben müssen.“

Eines steht für den Behördensprecher bereits fest: Ein Testzentrum, das rein aus den Reihen des Gesundheitsamtes betrieben wird, kann es nicht geben. „Nur mit eigenem Personal können wir das nicht machen, auch wenn wir wieder Mitarbeiter aus anderen Ressorts abziehen.“ Mittlerweile wurden nach dem Abklingen der Hochphase im Frühjahr die Kapazitäten wieder deutlich reduziert. „Die Landratsämter sollen ja auch ihre eigentlichen Aufgaben wieder wahrnehmen. Und letztlich braucht es medizinisch geschultes Personal, um Abstriche vorzunehmen, da kann ich doch nicht jeden hinstellen.“ Da hilft es nur bedingt, dass der Freistaat für das Amt grundsätzlich neue Stellen bewilligt hat. „Dafür musst du erst einmal geeignetes Personal finden“, merkt Scharf an. Erst am Montag lief eine große Vorstellungsrunde in der Einrichtung an der Partnachstraße. „Das ist alles noch sehr akut.“

Nicht mehr ganz so gut ist das Gesundheitsamt beispielsweise in der Kontaktverfolgung aufgestellt. Zeitweise zählt man dort 20 Mitarbeiter, die wurden laut Scharf gestrichen. Jetzt bekam die Behörde wieder fünf neue. Bedeutet aber immer Mehraufwand: „Die müssen ja jedes Mal neu eingelernt werden. Jetzt dann zum dritten Mal.“

Offen ist die Frage nach dem Betreiber des Zentrums. „Bisher hatte das BRK das am Wittelsbacher Park ehrenamtlich gemacht“, erinnert Scharf. „Ich bezweifle, dass das Rote Kreuz das nochmals ehrenamtlich leisten kann.“ Angebote von externen Dienstleistern seien im Landratsamt schon eingegangen. Anbieter gibt es also. „Nur wer kommt für die Kosten auf?“ Das gilt im Grunde für jeden Fall. Sollen in der festen Einrichtung eventuell auch wieder Patienten mit Symptomen abgestrichen werden? Dann müsste vielleicht ein Hausarzt wieder mit von der Partie sein, um die Abrechnung mit den Krankenkassen zu ermöglichen. Und zu guter Letzt geht es auch um den Standort. Die buckelige Fläche am Wittelsbacher Park sei für eine Dauereinrichtung keine Ideallösung. „Es gibt Gedankenspiele, aber auch nichts Konkretes.“ Wie für das gesamte Projekt.

33 neue Corona-Fälle: Das ist eindeutig zu viel. Deshalb schränkt das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen das Nachtleben im Ort deutlich ein. Gastronomen müssen um 22 Uhr schließen. Es gibt weitere Maßnahmen.

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