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Corona und die Wahl im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Mit eigenen Stiften ins Wahllokal

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Von: Manuela Schauer

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Kugelschreiber können ins Wahllokal mitgebracht werden. In Oberammergau zum Beispiel werden die zur Verfügung gestellten Stifte zwischendurch desinfiziert. © dpa

Der Corona-Virus erfasst alle Bereiche - auch die Kommunalwahlen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am 15. März. Gemeinden treffen Vorkehrungen und reagieren auf Unsicherheiten.

Landkreis – Gäbe es das Corona-Virus nicht, wohl kaum einer würde sich Gedanken darüber machen. Darüber, ob er am Sonntag, 15. März, einen eigenen Kugelschreiber ins Wahllokal mitnimmt. Darüber, ob man dort nicht auf zu viele Menschen trifft, auf einen vielleicht potenziellen Infizierten. Darüber, ob man nicht doch lieber die Briefwahl dem Urnengang vorzieht. Doch es gibt SARS-CoV-2 und eine Verunsicherung in der Bevölkerung. Darauf reagieren die Gemeinden und der Landkreis. Sie treffen entsprechende Vorkehrungen.

Corona und die Hygiene

Anleitungen zu den Vorgehensweisen von übergeordneten Behörden existieren bis dato nicht. Oberammergaus Rathaus-Geschäftsleiter Christian Ostler bedauert’s. „Es wäre praktischer“, sagt er. Jetzt regeln die Orte die Vorsichtsmaßnahmen auf eigene Faust, nach eigenem Ermessen. „Wir schauen einfach, dass Hygiene gewährleistet ist“, sagt Ostler. Heißt im Ammergauer Haus, in dem das Wahllokal stationiert ist, dass die Boxen für die Stimmzettel, Kugelschreiber, Türklinken und Toiletten des öfteren gereinigt werden. An Handwasch- und Desinfektionsmitteln wird es auch in anderen Orten wie Garmisch-Partenkirchen oder Murnau nicht mangeln. „Für uns ist es wichtig, dass alle Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können, ohne sich dabei Sorgen machen zu müssen“, betont Bürgermeister Rolf Beuting. Deshalb weist die Marktgemeinde darauf hin, dass Kulis (keine Bleistifte) verwendet werden dürfen. Ebenso ist dafür gesorgt, dass es bei der Ausgabe der Unterlagen und der Abgabe der Stimmzettel möglich ist, ausreichend Abstand zu nehmen. In Rücksicht auf ältere und kranke Menschen verlegt Murnau das Wahllokal im Seniorenwohnen Staffelsee am Sonntag und bei einer möglichen Stichwahl am 29. März sogar ins Kultur- und Tagungszentrum.

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Wahlhelfer: Kaum Absagen wegen Corona

Ohne sie wäre nicht so schnell mit Ergebnissen zu rechnen. In allen Orten sind ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz. Der Kontakt mit Menschen ist für sie unumgänglich. Manchen macht’s nichts aus, manchen derzeit schon. In Garmisch-Partenkirchen zum Beispiel hat von insgesamt 280 Helfern aber bislang lediglich eine Person ihre Bereitschaft zurückgezogen. Eine mit Vorerkrankung, sagt Rathaussprecherin Ute Leitner. Allgemein halten sich die Absagen im Landkreis in Grenzen, teilt Stephan Scharf mit. Die Wahlämter seien in der Lage, diese durch Nachberufungen noch aufzufangen. „Da die Corona-Situation jedoch sehr dynamisch ist“, sagt der Sprecher des Landratsamts, „kann dies nur eine Momentaufnahme darstellen.“

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Briefwahlen als bester Schutz gegen den Virus

Der Trend bleibt. Immer mehr Bürger geben per Briefwahl ihre Stimmen ab. Heuer offensichtlich erst recht, um die Wahllokale zu meiden. „Das ist der beste Schutz“, sagt Ostler. In Oberammergau kann er jetzt schon eine „gigantische Anzahl“ prognostizieren.

Die entsprechenden Unterlagen müssen bis kommenden Freitag um 15 Uhr in den Wahlämtern eingegangen sein. Im Falle einer Erkrankung oder einer Quarantäne-Situation können diese auch noch am Samstag von 10 bis 12 Uhr abgegeben werden, am Sonntag bis 15 Uhr – allerdings nur noch bei Vorlage eines Attests. 

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