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Angst vor dem Coronavirus: Atemmasken sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ausverkauft (Symbolbild).

Zugspitze und Schlösser als Besuchermagnet

Risikogebiet Garmisch-Partenkirchen? Apothekerin gibt Rat zu Coronavirus  - Ansturm auf Atemmasken

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Der erste Erkrankte des aus China stammenden Coronavirus ist nur 100 Kilometer weit vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen entfernt: Schon jetzt sind alle Atemmasken vergriffen.

  • Das Coronavirus beschäftigt die Menschen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. 
  • Zahlreiche Kunden kauften in Apotheken Atemmasken.
  • Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gilt als Risikogebiet. 

Landkreis – Das Coronavirus ist nur noch rund 100 Kilometer vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen entfernt. Beim ersten Erkrankten in Deutschland handelt es sich um einen 33 Jahre alten Mitarbeiter des in Stockdorf im Landkreis Starnberg angesiedelten Automobilzulieferers Webasto. Der Corona-Patient hat sich in Bayern während einer Schulung bei einer Kollegin aus China infiziert.

Es handelt sich offenbar um die erste bekannt gewordene Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens, wie eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts sagte. Mittlerweile sind weitere Fälle - alle Mitarbeiter der gleichen Firma - bekannt. 

Vorsichtsmaßnahmen wegen Coronavirus: Atemmasken in Garmisch-Partenkirchen ausverkauft

Die Menschen zwischen Mittenwald und Spatzenhausen lässt die Entwicklung nicht kalt. Ganz im Gegenteil. Viele ergreifen Vorsichtsmaßnahmen. „Bei uns sind Atemmasken ausverkauft, und der Großhandel kann auch keinen Nachschub liefern“, sagt Beatrice Stallmann, die stellvertretende Leiterin der Alten Apotheke in Garmisch-Partenkirchen.

Der Run deutete sich bereits am Montag (27.1.) an, als zahlreiche asiatische Touristen die Masken kauften, von denen sie glauben, diese würden vor der Tröpfcheninfektion schützen. Am Dienstag (28.1.) sind auch mehrere deutsche Kunden Stallmann zufolge in die Apotheke gekommen und erkundigten sich nach den Atemmasken. Die Mehrzahl erwarb allerdings Erkältungsmittel. Husten, Schnupfen, Heiserkeit grassieren derzeit. „Das plagt gerade viele“, sagt Stallmann. Auch Gäste aus China deckten sich mit Medikamenten ein, die gegen diese Symptome wirken. Und in Bezug auf das Coronavirus rät Stallmann, „die Panik rauszunehmen“.

Coronavirus: Landkreis Garmisch-Partenkirchen gilt wegen Zugspitze und Schlösser als Risikogebiet

Hysterie scheint auch nicht angebracht, obwohl Garmisch-Partenkirchen als Risikogebiet gilt, da die Zugspitze und auch die Königsschlösser wie ein Magnet auf Besucher aus dem Reich der Mitte wirken. Jährlich kommen mehrere Tausend. Allerdings gelten April bis Dezember als Hauptreisezeit. 

Besonders Deutschlands höchster Berg besitzt große Anziehungskraft. Bei der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) hat man noch keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. „Wir stehen zwar aufgrund der aktuellen Coronavirus-Thematik in regelmäßigem und engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen, wir möchten eine Panikmache in diesem Zusammenhang jedoch vermeiden“, sagt BZB-Sprecherin Verena Lothes. Man verweise Mitarbeiter und Gäste in diesem Zusammenhang auf die allgemeine Handlungsempfehlung bei Ansteckungskrankheiten hin. „Eine gute Handhygiene sowie Husten- und Nies-Etikette haben bei uns immer hohe Priorität – alleine schon aufgrund der rund 600 000 Besucher, die wir pro Jahr auf der Zugspitze begrüßen“, sagt Lothes.

Verena Lothes ist Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn.

Bei Verdacht auf Coronavirus: Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist gerüstet

Für den Fall der Fälle gerüstet ist das Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Dort wurden die Verfahrensweisen von 2003 wieder aktiviert, als das Sars-Virus, das ebenfalls seinen Ursprung in China hatte, die Welt in Atem hielt. „Wir haben sie modifiziert und auf die aktuelle Situation angepasst“, sagt Dr. Ludwig Herb. Sollte ein Patient mit Verdacht auf Coronavirus eingeliefert werden, dann wisse das Krankenhaus-Personal, was zu tun ist. 

Dr. Ludwig Herb ist Leiter der Hygiene-Abteilung im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. 

„Wichtig ist der Selbstschutz“, sagt der Leiter der Hygieneabteilung. Das Haus verfüge über genügend Atemmasken. Sollten mehrere Fälle gleichzeitig auftreten, sieht sich das Klinikum in der Lage, schnell einen abgeschotteten Bereich einzurichten. Ein bis zwei Patienten könnten Herb zufolge auch in Isolierzimmern behandelt werden. „Die Krankenhaus-Leitung befindet sich im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt.“

In Garmisch-Partenkirchen kann nicht festgestellt werden, ob das Coronavirus Auslöser der Erkrankung ist. „Das ist derzeit nur in zwei Laboratorien möglich“, sagt Herb. Über das eine verfügt die Charité in Berlin, über das andere die Bundeswehr in München

Video: Schutz vor dem Coronavirus - So sinnvoll sind Atemmasken wirklich

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