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Ganz schön was los: Den vorerst letzten Skitag am Kreuzeck wollten viele Skifans erleben.

Skisaison endgültig vorbei

Skifahrer stürmen in Massen Zugspitz-Region - und missachten Corona-Empfehlungen komplett

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Die Bayerische Zugspitzbahn hatte verkündet: Wegen des Corona-Virus bleiben alle Bahnen vorerst geschlossen, die Skisaison ist vorbei. Das löste einen Ansturm aus.

  • Das Coronavirus verändert immer mehr das Leben in Bayern.
  • Die Menschen haben am vergangenen Wochenende zum vorerst letzten Mal die Skipisten gestürmt.
  • Man entsprach damit nicht den Empfehlungen, soziale Kontakt zu meiden.

Man solle soziale Kontakte vermeiden, hieß es. Im Skigebiet Garmisch-Classic und auf der Zugspitze haben die Menschen am Sonntag genau diese gesucht. Eine lange Schlange bildete sich in Grainau an der Seilbahn Zugspitze. Die Terrassen rund um Kreuzeck- und Alpspitzbahn waren voll. Stephan Bokor hat der Ansturm überrascht. „Wir hätten mit etwa 30 Prozent weniger Besuchern gerechnet“, sagt der Wirt am Kreuzeckhaus. So erlebten er und sein Team einen „starken Sonntag“ – wie man ihn unter normalen Umständen erwarten würde. Wäre da nicht das Coronavirus, das sich in Deutschland immer weiter ausbreitet

Coronavirus: Einkehrmöglichkeiten im Skigebiet Garmisch-Classic und auf der Zugspitze sind zu

Offenbar wollten Ausflügler den Tag noch einmal nutzen. Denn zum gestrigen Montag stellte die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) den Betrieb vorerst ein. Auch die Einkehrmöglichkeiten im Classic-Gebiet sowie auf der Zugspitze sind zu. „Ist halt so“, sagt Bokor. „Die Gesundheit geht vor“, bekräftigt die Wirtin der Kreuzalm. Sie war ebenfalls erstaunt über die vielen Menschen. „Niemand ist es gewohnt, sich einzuschränken“, sagt sie. „Vielleicht muss das jeder erst anerkennen.“ Die Maßnahmen sollen dazu dienen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Wer Symptome verspürt, kann sich hier über Testverfahren informieren*.

in Corona-Zeiten: Zugspitzbahn hatte Besucherzahlen limitiert - es kam zu Staus vor den Bahnen

Die BZB bestätigt den Eindruck, wonach am Sonntag in beiden Skigebieten reger Betrieb herrschte, obwohl die Ansteckungsgefahr durch das Virus hoch ist*, auch wenn man sich gut davor schützen kann*, was auch durch richtiges Händewaschen gelingen kann*. Konkrete Besucherzahlen nennt Sprecherin Verena Lothes nicht. Diese hatte das Unternehmen in Absprache mit dem Gesundheitsamt von vorneherein begrenzt, limitierte zudem die Anzahl der Gäste in den Wartebereichen sowie in den Großkabinen. Auch dadurch staute es sich laut Lothes vor den Stationen zum Teil. Am Samstag hatte die BZB den Betriebsstopp verkündet. Nicht genauer geht Lothes darauf ein, weshalb die Bahnen nicht bereits am Sonntag geschlossen wurden. Grundsätzlich habe man sich dem Weg der Bergbahn- und Skigebietskollegen in Tirol und Deutschland angeschlossen und damit die behördliche Anordnung von Montag vorweggenommen – angesichts der Lage für Lothes „die einzig richtige Entscheidung“.

Bayern-Ticker:  Lesen Sie hier die aktuellen Entwicklungen und Maßnahmen gegen den Corona-Virus.

Deutschland-Ticker:  Lesen Sie hier die Entwicklungen und Maßnahmen gegen den Corona-Virus 

Coronavirus: Das Maßnahmenpaket für Unternehmen, Künstler, Selbständige - „Wir spannen ein umfassendes Schutzschild“. Es dürfte nicht das letzte Mittel bleiben.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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