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Zukunftsmusik: So sehen die Pläne des CSB für Kongresshaus (Bild links) und Luxus-Hotel aus.

Schmid-Idee recycelt

CSB plant Kongresshaus-Neubau - aber an einem anderen Platz

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Neubau ja, aber nicht dort: Das CSB bevorzugt für das Kongresshaus einen Standort am Eisstadion. Auch für den Richard-Strauss-Platz gibt es konkrete Vorstellungen.

Garmisch-Partenkirchen – In der Finanzausschuss-Sitzung am 16. Januar hatte Florian Hilleprandt noch auf Geheimnisträger gemacht. Als im Gremium zwischen Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und ihrer CSU-Widersacherin Elisabeth Koch wegen des Kongresshauses fast die Fetzen flogen, lehnte sich der Fraktions-Chef der Christlich Sozialen Bündnisses (CSB) genüsslich zurück, verfolgte ganz entspannt Attacke und Riposte. Hilleprandt (72) gab den Mister Cool. Als zwischen Meierhofer und Koch wieder ein eher brüchiger Frieden herrschte, ergriff er das Wort. Der Gruppierung des ehemaligen Bürgermeisters Thomas Schmid schwebe ein Neubau vor, sagte er. „Wir verfolgen ein anderes Konzept, einen anderen Standort und eine andere Finanzierung.“

Ins Detail wollte der Steuerberater damals auf Nachfrage nicht gehen. Jetzt hat er in einem Gespräch mit dem Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt sein Schweigen gebrochen und die Katze aus dem Sack gelassen. Dem Ältestenrat, dem alle Fraktionssprecher der im Gemeinderat vertretenen Parteien sowie Meierhofer und ihr Stellvertreter Wolfgang Bauer (CSU) angehören, will Hilleprandt beim nächsten Zusammentreffen am kommenden Dienstag die Pläne vorstellen. Was das CSB gemeinsam mit Horst Hofbauer, der Büros in Seehausen, Murnau und München betreibt, ausbaldowert hat, ist nichts Neues. Der Städteplaner und das CSB haben eine Schmid-Idee recycelt. Das neue Kongresshaus soll in Steinwurfweite von Olympia-Eisstadion und Alpspitz-Wellenbad auf den derzeitigen Freiflächen seinen Platz finden und lediglich 20 bis 25 Millionen Euro kosten. Für diese Summe kann laut Hofbauer-Expertise „ein ansehnliches, nicht überdimensioniertes und wirtschaftliches“ Gebäude errichtet werden. Als Beispiel nennt Hilleprandt Altötting – rund 12 800 Einwohner – , wo für 18 Millionen Euro ein Kultur- und Kongresszentrum in die Höhe gezogen wurde. In unmittelbarer Nähe des neuen Garmisch-Partenkirchner Kongresshauses könnten zudem ein Hotel und eine Tiefgarage entstehen.

Luxus-Hotel fiel 2012 bei Bürgerbefragung durch

Die Pläne, das Kongresshaus am Eisstadion anzusiedeln und am bisherigen Standort ein Luxus-Hotel zu bauen, kamen bei einer Bürgerbefragung 2012 nicht gut an. Die Mehrzahl der Garmisch-Partenkirchner votierte dagegen. Hilleprandt glaubt, dass man wegen der Kosten nun bessere Karten hat. „Wir dürfen die kommenden Generationen nicht zu sehr belasten. Es muss eine Lösung gefunden werden, die allen gerecht wird.“

Für eine Sanierung und einen Anbau an dem derzeit bestehenden Kongresshaus geistern Zahlen bis zu 38 Millionen Euro durch den Raum, was dazu geführt hat, dass sich im Finanzausschuss außer der SPD alle Parteien und Gruppierungen gegen Meierhofer stellten und ihren Haushaltsentwurf ablehnten. Auch Meierhofer ist nicht gewillt, die Kosten aus dem Ruder laufen zu lassen. „Bei allem Willen zum Neu- und Umbau steht für mich jedoch an erster Stelle, eine drohende Kostenexplosion zu vermeiden. Aus diesem Grund werden wir vonseiten der Verwaltung nach den ersten Planungsschritten noch einmal eine Neubewertung vornehmen lassen. Die Entscheidung, wohin die Reise gehen soll, liegt jedoch dann selbstverständlich beim Gemeinderat“, erklärte sie im Rahmen des Neujahrsempfangs am Mittwochabend . Am jetzigen Kongresshaus-Standort am Richard-Strauss-Platz soll nach den CSB-Vorstellungen ein Fünf-Sterne-Hotel im modernen alpenländischen Stil mit Tiefgarage, Konzertsaal und Spielbank entstehen. „Wir brauchen etwas Exklusives“, meint der CSB-Fraktions-Chef. Der Grund sollte in Gemeinde-Eigentum bleiben und per Erbpacht vergeben werden. „Die Zahlungen des Investors müssen zweckgebunden für den Neubau des Kongresshauses verwendet werden“, sagt Hilleprandt. Der Kurpark ist tabu und „darf nicht angetastet werden“. Das Haus, in dem derzeit die Spielbank untergebracht ist, könnte man als Bürgersaal nützen oder einer anderen Verwendung zuführen. Für das Nobel-Hotel soll es bereits Interessenten geben. Hofbauer schreibt von konkreten Kontakten zu Investoren und Betreibern. Beim Kongresshaus tritt die Gemeinde als Bauherr auf.

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