+
Tütenberge am Straßenrand sind für manche Bürger ein Ärgernis.

Reaktion auf CSB-Antrag

Diskussion um Gelbe Säcke: Jetzt bringt die CSU eine andere Variante ins Spiel

  • schließen

Zwei- oder vierwöchige Abholung? Dieses Thema beschäftigt derzeit die Kommunalpolitiker in Garmisch-Partenkirchen. Die Rückkehr zur ersten Variante würde den  Haushalt des Marktes mit rund 100 000 Euro belasten.

Garmisch-Partenkirchen – Die Diskussion um den Gelben Sack und die Rückkehr zur 14-tägigen Abholung, die die Gemeinderats-Fraktion des Christlich Sozialen Bündnisses (CSB) angestoßen hat, nimmt weiter Fahrt auf. CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch hat bei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) vor Kurzem einen Antrag eingereicht, der sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt. Koch regt an, die Verwaltung solle prüfen, ob die Einführung der Gelben Tonne sachdienlich wäre und ob – gegebenenfalls in welcher Höhe – Mehrkosten durch eine eventuelle Einführung zu Buche schlagen würden. „Zudem erbitten wir die Stellungnahme der für die Müllentsorgung verantwortlichen Gemeindewerke, welche den Gelben Sack durch eine Drittfirma abholen lässt“, heißt es in dem Koch-Schreiben. Um den Bürgern entgegezukommen, schlägt sie eine „mobile Abholstation“ vor, die ihrer Ansicht nach zum Beispiel „am Skistadion oder am Holzhof“ stehen könnte.

Das CSB fordert die zweiwöchige Abholung, weil zum einen die Säcke von Mäusen angefressen werden, und zum andern Joghurtbecher und Ähnliches in der Sonne schmoren und dementsprechend stinken würden. Auch für Koch ist es „Tatsache, dass die Struktur der Gelben Säcke völlig unzureichend ist, was dazu führt, dass diese bei der kleinsten Belastung reißen.“ Für die Christsoziale Frontfrau müsse es für jeden Bürger unabhängig davon allerdings oberstes Ziel sein, Müll zu vermeiden. Daran appelliert auch Meierhofer. Sie ruft die Bürger auf, „die Plastikabfälle im eigenen Haushalt zu reduzieren“.

„Die Marktgemeinde wird die mangelnde Qualität der Gelben Säcke, die viel zu leicht reißen, nicht verbessern können“, glaubt FDP-Gemeinderat Martin Schröter. Er empfiehlt eine Initiative über den Bayerischen Städte gegenüber dem Dualen System Deutschland (DSD), di er „vielversprechend nennt“.

Tatsächlich ist der Gelbe Sack kein Teil der öffentlichen Abfallentsorgung. Um den Müll mit dem Grünen Punkt kümmert sich das DSD, das wiederum Subunternehmer für eine vierwöchige Abfuhr in den einzelnen Landkreisen bezahlt. Die zweiwöchige Abfuhr finanzierte bis Mitte 2015 der Markt Garmisch- Partenkirchen. Im Zuge der Etatkonsolidierung entschloss sich der Gemeinderat zur Umstellung, nachdem man sich noch in der letzten Gemeinderatssitzung im Dezember 2014 dazu entschlossen hatte, beim 14-Tage-Rhythmus zu bleiben.

Aus finanziellen Erwägungen will Meierhofer weiter am bestehenden Turnus festhalten, der im Landkreis und auch in anderen oberbayerischen Regionen gang und gäbe ist. „Eine Wiedereinführung der 14-tägigen Abholung des Gelben Sacks würde den Haushalt des Marktes mit rund 100 000 Euro belasten“, erklärt die Rathaus-Chefin, „da die Mehrkosten nicht über eine Gebühren-Erhöhung ausgeglichen werden können. Daher möchte ich an der vierwöchigen Abholung festhalten.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unbekannte randalieren: Fünf Kilo Kaffeebohnen verstreut 
Sie hatte ihren Wagen nicht abgeschlossen. Dafür musste eine Garmisch-Partenkirchnerin bezahlen. 
Unbekannte randalieren: Fünf Kilo Kaffeebohnen verstreut 
Streit ums Riessersee Hotel tobt
Ist das Riessersee Hotel heruntergewirtschaftet oder nicht? Zwischen dem Minderheitsgesellschafter, der zudem ein 70 000-Euro-Darlehen zurückhaben möchte, und dem …
Streit ums Riessersee Hotel tobt
Verkäuferin geschickt abgelenkt: Schmuckdiebe greifen zu
Sie hatten einen Plan und gingen mit einiger Beute aus dem Geschäft in Mittenwald. 
Verkäuferin geschickt abgelenkt: Schmuckdiebe greifen zu
Passion 2020: Inszenierung kostet sieben Millionen Euro
17 Prozent mehr als beim letzten Mal will Spielleiter Christian Stückl für die Inszenierung der Passionsspiele 2020 in Oberammergau ausgeben.
Passion 2020: Inszenierung kostet sieben Millionen Euro

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.