Wahlhelfer suchen direktes Gespräch mit Bürgern

CSU macht Wahlkampf an der Haustüre

Die CSU schickt Helfer auf Murnaus Straßen, um Bürger an der Haustüre über das Programm zu informieren. Ministerpräsident Horst Seehofer beantwortet sogar die Fragen der Bewohner.

Murnau – Auch Barack Obama hat es gemacht. Von Haustür zu Haustür ist er gezogen, um die Bürger für sich und seine Visionen zu begeistern. Beziehungsweise haben das seine Wahlhelfer erledigt – und das mit Erfolg. Mit seiner „Yes, we can“-Kampagne wurde Obama 2009 erstmals Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. An dieses Erfolgsrezept glaubt auch die CSU. In vielen Wahlkreisen – ebenso in Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen – will die Partei nun Stimmen für die kommende Bundestagswahl gewinnen. Mittels eines Straßen- und Häuserwahlkampfes. „Kampagne 17“ nennt sich das Konzept. Es ist eines, das den Vorsitzenden der Jungen Union Murnau, Florian Lempert, überzeugt.

Auch er geht in den kommenden Wochen Klinken putzen – so könnte man es böse formulieren. Lempert bewertet die Wahlkampfstrategie jedoch positiv. Auf die Frage, ob die CSU Wählerstimmen jagen muss, antwortet er gelassen: „Ich finde es wichtig, dass wir mit den Bürgern ins Gespräch kommen.“ Auch wenn die Umfragen für die CSU aktuell gut stehen – laut dem Bayerischen Rundfunk würden rund 45 Prozent die Partei wählen, wenn an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre – sollte man sich des Sieges nie sicher sein. „Jede Stimme ist wichtig.“

Das findet auch Wolfgang Müller aus Garmisch-Partenkirchen. Er ist der Straßen- und Häuserwahlkampfmanager in der Region. Geschult wurde er in München. Sein Wissen hat er den Wahlunterstützern im Landkreis weitergegeben. Mittlerweile haben sich über 20 Helfer gemeldet, die für den Direktkandidaten Alexander Dobrindt und eine „starke CSU in Berlin“ auf die Straße gehen. „Ich vermittle ihnen, wie sie mit den unterschiedlichsten Situationen umgehen“, sagt Müller. Etwa, wenn Bürger von dem Besuch gar nicht begeistert sind oder sogar grantig reagieren. Wie lautet dann die Devise? „Sich höflich verabschieden und Info-Material hinterlassen“, sagt Müller.

Bislang hat der 20-jährige Industriekaufmann jedoch vorwiegend positive Erfahrungen beim Wahlkampf auf der Straße gemacht. „Die Leute haben es gut angenommen“, sagt er. Neben Infobroschüren laden er und die anderen Wahlhelfer zur Diskussion ein. „Die Bürger können uns sagen, was ihnen wichtig ist“, betont er. „Beschwerden, Sorgen und Kritik werden direkt an die zuständigen Politiker weitergegeben.“

Sogar bis zu Ministerpräsident Horst Seehofer sollen die Fragen weitergeleitet werden. „Jeder darf eine an Herrn Seehofer stellen“, sagt Lempert. Innerhalb von fünf Tagen soll es eine Antwort vom CSU-Chef geben. „Oder schneller.“

Ob die Haustürtaktik aufgeht, wird sich spätestens am 24. September bei der Bundestagswahl zeigen. Lempert und Müller sind zuversichtlich. Ganz nach dem Motto: Yes, they can.

Magdalena Kratzer

Rubriklistenbild: © dpa

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