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Gütliche Einigung dürfte schwierig werden

Curling-Halle: Urteil sorgt nicht für Frieden

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Die Fronten bleiben verhärtet. Die Curler des SC Riessersee und die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen stehen sich fast unversöhnlich gegenüber. Zwar haben die Sportler einen ersten Sieg vor Gericht errungen – der sichert ihnen aber nicht für alle Zeiten ihre Spielstätte.

Garmisch-Partenkirchen – Es sieht ganz danach aus, als ob in der Halle III des Olympia-Eissportzentrums (OEZ) bald wieder Steine geschoben und mit dem Besen gewischt werden. Das Landgericht München II hat die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, die neben dem Olympia-Eisstadion, der Halle II und den Freiflächen auch die sogenannte Curlinghalle betreiben, im Zuge der einstweiligen Verfügung dazu verdonnert,„ab sofort“ wieder „zu den bisherigen Konditionen“ Eis zu bereiten. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Abteilungsleiter Rainer Schöpp. „Für uns ist die Entscheidung des Gerichts eine Bestätigung.“ Die SCR-Curler hatten über ihren Anwalt Johannes Mohr, der zur Münchner Kanzlei von Labbé & Partner gehört, die einstweilige Verfügung beantragt, nachdem die Gemeindewerke die Frist, bis zum 23. November Eis zu machen, verstreichen hatten lassen. „Es ist eine traurige Geschichte, dass wir zu solchen Mitteln greifen mussten“, erklärt Schöpp.

Schuldzuweisungen über Schuldzuweisungen

Die Gemeindewerke und die Curling-Abteilung des SC Riessersee liegen seit Monaten über Kreuz, seit klar ist, dass die Curlinghalle geschlossen werden soll, damit das Millionendefizit, das die Gemeindewerke mit dem OEZ einfahren, etwas minimiert werden kann. Beide Seiten überziehen sich mit Schuldzuweisungen, und es besteht eine konträre Sicht der Dinge, was Verträge und Dokumente angeht. Die SCR-Curler haben durch die Entscheidung des Landgerichts Oberwasser bekommen. Der Beschluss hat nicht zu einer Befriedung der Lage gesorgt. Mit seiner Meinung, was er über Werke-Vorstand Wotan Lichtmeß denkt, hält Schöpp nicht mehr hinter den Berg. Er legt jede vornehme Zurückhaltung ab. Schöpp schlägt vor, die Politik solle darüber nachzudenken, ob Lichtmeß die richtige Besetzung als Vorstand ist. Auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), gleichzeitig Vorsitzende des Verwaltungsrats, bekommt ihr Fett weg. Er wirft ihr „Kulturbesessenheit“ vor und den Sport „plattzumachen. Das ist ein Unding“. Garmisch-Partenkirchen sei ein „Wintersportort“, wobei die Betonung auf Sport liege. „Man muss sich fragen, ob die falschen Leute am Ruder sind.“

Lichtmeß: „Ich weiß noch nicht, was ich tun werde“

Die Vorwürfe ficht Lichtmeß nicht an. Gleiches gilt für die einstweilige Verfügung. „Ich sehe das gelassen“, sagt er. Nach Telefonaten mit den Verwaltungsräten ist er sich sicher, dass sie vom Grundsatzbeschluss, die Curlinghalle zu schließen, „ab 2018 oder 2019“, nicht abrücken werden. Heute treffen sich die Kommunalpolitiker, die dem Gremium angehören, turnusmäßig zu einer Sitzung. Dabei wird das Thema Curlinghalle sicherlich breiten Raum einnehmen. „Der Verwaltungsrat wird sich zusammen mit der Leitung der Gemeindewerke die Entscheidung des Landgerichts München II zunächst genau anschauen und nach abgeschlossener Prüfung gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einleiten“, lässt Meierhofer über ihr Sprecherin Ute Leitner erklären. Eine der Maßnahmen könnte Lichtmeß zufolge eine mündliche Anhörung oder die Hauptverhandlung sein. Auf die drängt die CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch, mit der sich Lichtmeß bereitsam Dienstagvormittag ausgetauscht hatte. Lichtmeß selbst gibt sich nicht so forsch. „Ich weiß noch nicht, was ich tun werde.“

Eine gütliche Einigung zwischen den Parteien dürfte schwierig werden. „Ich werde mich mit den Curlern nicht mehr an einen Tisch setzen“, sagt Lichtmeß. Als Verhandlungspartner mit den Funktionären nennt er den Kaufmännischen Leiter Jürgen Winter, der zuletzt auch schon die Gespräche geführt hatte.

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