Dahlmeier und Neureuther versetzen ganze Nation in Extase

Garmisch-Partenkirchen - der neue Nabel des Wintersports

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Sie trugen den Namen ihrer Heimat in die Welt hinaus. Dank der Erfolge von Laura Dahlmeier und Felix Neureuther bei den Weltmeisterschaften in Hochfilzen und St. Moritz ist Garmisch-Partenkirchen in aller Munde. 

Garmisch-Partenkirchen – Die Emotionen in den sozialen Medien sprengen alle Superlative: „Jaahhh, Wahnsinnn!“, „Du bist ein Hammer-Mädel“ oder „Danke, danke für diese wunderschönen Momente“. 18./19. Februar 2017 – ein Wochenende, das die deutschen Wintersportfans in Verzückung versetzt. Hier der unglaublichefünffache Gold-Triumph von Laura Dahlmeier bei der Biathlon-WM in Hochfilzen, da der großartige Bronze-Rang im Slalom von Felix Neureuther bei den Welttitelkämpfen in St. Moritz. Garmisch-Partenkirchen, der neue nationale Nabel des Wintersports, lässt Deutschland jubeln, versetzt eine ganze Nation in Ekstase. Kitzbühel, Wengen, Sölden, Saalbach – wer redet davon? Der Ort im Werdenfelser Land ist in aller Munde.

Die neue Biathlon-Königin: Laura Dahlmeier.

„Keine Sekunde“ von den Wettkämpfen in Hochfilzen und St. Moritz hat Landrat Anton Speer (Freie Wähler) am Wochenende daheim vor dem Fernseher verpasst. Vergangene Woche war er sogar beim Biathlon live vor Ort und ist dann zwei Tage später bei einem Landräte-Treffen bei der Regierung von Oberbayern mit der deutschen Fahne einmarschiert: „Da hamm sie alle g’schaut, meine Kollegen. Jeder beneidet uns, dass wir solche Sportler bei uns haben.“ Die Begeisterung elektrisiert. Als „eine der größten sportlichen Momente im Landkreis seit vielen, vielen Jahren“ bewertet der Landrat diese Erfolge – vergleichbar mit den Ohlstädter Bob-Triumphen Anfang der 1970er Jahre und natürlich den Erfolgen von Biathlon-Ikone Magdalena Neuner. Speer: „Besonders freut mich, dass beide Ausnahmeathleten, Laura wie Felix, trotz ihres Ruhms so bodenständig und natürlich geblieben sind. Das macht sie so sympatisch. Beide sind Aushängeschilder für die Region und echte Vorbilder für die Jugend.“

Die Erfolge von Dahlmeier und Neureuther werden sich auch, davon ist Garmisch-Partenkirchens Tourismusdirektor Peter Ries überzeugt, „positiv auf den Tourismus bei uns niederschlagen, wie bei Magdalena Neuner in Wallgau“. Die Außenwirkung dieser Erfolge sei laut Ries eine tolle Geschichte: „Beide kommen im Fernsehen bei den Interviews absolut sympathisch und positiv rüber. Dazu gehört, dass sie auch immer die Leistung des gesamten Teams in den Blickpunkt rücken und dass sie manchmal auf bairisch einen flotten Spruch raushauen. Das kommt an, weil es nicht so aufgesetzt ist.“ Wie zum Beispiel bei Laura Dahlmeier, als sie vor laufender Kamera ihr Motto „Scheiß da nix, dann feid da nix“ verkündete oder bei Felix, als er am Sonntag im Zielbereich seinen Emotionen freien Lauf ließ und das TV-Interview immer wieder unterbrechen musste.

Die Leistungen der zwei heimischen Sportler, die am Wochenende den Namen Garmisch-Partenkirchen in alle Welt hinaustrugen, bewertet Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) als „außerirdisch“ und „einfach Wahnsinn“. Nun will die Kommunalpolitikerin versuchen, beide in die nächste Gemeinderatssitzung einzuladen, um deren Leistungen entsprechend zu würdigen.

Ältere Semester erinnern sich, dass die sportlichen Sterne am Himmel über Garmisch-Partenkirchen schon mal nicht so strahlten, und sogar ganz zu verblassen drohten. Heimische Athleten suchte man da in den Siegerlisten vergebens, die Bedeutung der Region sackte auf der Beliebtheitsskala der Wintersport-Fans mehr und mehr ab. Diese Zeiten sind vorbei. Garmisch-Partenkirchen produziert in der ganzen Republik Glücksgefühle und sorgt für Jubelstimmung in bundesdeutschen Wohnzimmern. Mit solchen Momenten lässt sich gut leben. 

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