Demonstranten mit Masken stehen auf einer Straße und halten Schilder in die Höhe.
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Protest gegen die Blechlawinen: Bereits in Grainau gingen knapp 500 Demo-Teilnehmer auf die Straße.

Ausbremst is: Letzter Stopp der Kundgebung - Hauptstraße in Garmisch-Partenkirchen gesperrt

Demo gegen Verkehrschaos: Finale in Garmisch-Partenkirchen - Mit Stau zu rechnen

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Samstag, 12. September. Ein wichtiger Termin für alle, die gegen die Verkehrssituation in Garmisch-Partenkirchen und der Region demonstrieren wollen. Und für alle Autofahrer und Ausflügler. Denn an diesem Tag findet die letzte Kundgebung der Aktion „Ausbremst is“ statt. Straßen werden gesperrt. Mit Stau ist zu rechnen.

Garmisch-Partenkirchen – Das Thema ist in aller Munde – und erzürnt die Gemüter: Bei schönem Ausflugswetter schieben sich nicht enden wollende Autolawinen durch den Landkreis und verstopfen die Straßen. „So kann’s nicht weitergehen. Wir ersticken im Verkehr, Lärm und Müll – mit all den Folgen für Mensch, Tier und Natur“, beklagt die Initiative „Ausbremst is!“, die sich in diesem Sommer mit einer Demo-Tour quer durch die Region lautstark und medienwirksam für eine Verkehrswende einsetzt. Nach Protest-Kundgebungen in Grainau, Kochel, Wallgau und Murnau steht nun das große Finale an: am Samstag, 12. September, in Garmisch-Partenkirchen.

Ausbremst is: Organisatoren rechnen mit bis zu 400 Teilnehmern

Der Veranstalter, die Radlinitiative GAP, rechnet mit bis zu 400 Teilnehmern – die Polizei lediglich mit 100. Los geht’s um 9 Uhr am Rathausplatz. Der Umzug bewegt sich dann ab 9.30 Uhr über die Hauptstraße und Münchner Straße in Richtung Ortsausgang. In etwa auf Höhe des Friedhofs findet eine Zwischenkundgebung statt. Anschließend geht’s zurück zum Rathausplatz. Dort sind gegen 10.30 Uhr abschließende Ansprachen geplant. Das Ganze endet gegen 11 Uhr.

Autofahrer sollten sich den Termin dick im Kalender anstreichen: Denn an dem Vormittag dürfte es zu Beeinträchtigungen kommen. In dem Zeitraum sind Hauptstraße und Münchner Straße gesperrt. Es wird dann über den Ortsteil Garmisch umgeleitet. Polizei-Sprecher Markus Stückl warnt schon mal vor: „Auch bedingt durch den zu erwartenden Ausflugsverkehr ist mit einem erheblichen Verkehrsaufkommen vor allem auf den Umleitungsstrecken zu rechnen.“

Veranstalter betonen: Aktion richtet sich nicht gegen Touristen

Karina Winkler, Sprecherin der Radlinitiative GAP, ist mit dem bisherigen Verlauf der Demo-Tour zufrieden. „Wir haben einen Nerv getroffen“, sagt die studierte Geografin. Nun gelte es, dass die Politik auch handelt.

Die „Ausbremst is!“-Macher betonen, dass die Aktion nicht gegen die Touristen oder alleine gegen den Durchfahrtsverkehr gerichtet sei. „Wir wenden uns gegen die Dominanz des Autoverkehrs bei gleichzeitig fehlender ÖPNV- und Radinfrastruktur“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dabei sei in Garmisch-Partenkirchen ein Großteil des innerörtlichen Verkehrs hausgemacht. „Wir alle – sowohl Anwohner als auch Urlauber – sind Teil des Problems und können auch Teil der Lösung sein.“

Konkret für den Kreisort gefordert werden nachhaltige Anreisemöglichkeiten sowie eine verbesserte Rad- und ÖPNV-Infrastruktur. An konkreten Ideen mangelt es nicht. Auf der Wunschliste stehen beispielsweise der zweigleisige Ausbau der Werdenfelsbahn, ein nahtloses Rad- und Fußwegenetz, eine Neugestaltung des Bahnhofsplatzes, autofreie Zonen, ein klimafreundlicher ShuttleService, ein attraktives Skibussystem und eine Besucherlenkung.

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