Voller Parkplatz an der Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen
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Anlaufstelle für viele Ausflügler: der Parkplatz an der Kreuzeckbahn/Alpspitzbahn.

Ausflugsansturm in Zeiten des Ski-Lockdowns

Garmisch-Partenkirchen will das Parkchaos verhindern - Jetzt werden Gebühren verlangt

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Garmisch-Partenkirchen rüstet sich für den zu erwarteten Ausflugsansturm in den verlängerten Weihnachtsferien: Damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät, werden die beiden großen Parkplätze am Hausberg und Kreuzeck bewirtschaftet – trotz des Ski-Lockdowns. Allerdings müssen die Nutzer Gebühren berappen und Tagestickets kaufen.

  • Garmisch-Partenkirchen fürchtet einen Ansturm von Wintersportlern.
  • Die beiden Parkplätze an den Bergbahnen werden trotz Ski-Lockdowns werden nun bewirtschaftet.
  • Nutzer, auch Einheimische, müssen Tickets kaufen.

Garmisch-Partenkirchen – Einen Vorgeschmack darauf, welche Schwierigkeiten auf den Tourismusort Garmisch-Partenkirchen in Corona-Zeiten zukommen, gab es vergangenes Wochenende. Denn mit dem ersten Schnee strömten auch die Wintersportler und Erholungssuchenden ins Werdenfelser Land – obwohl die Skigebiete in die Zwangspause geschickt wurden. Fotos von Tourengehern, die im Ameisenmarsch die Hänge hochzogen, machten auf Facebook schnell die Runde.

Lifte und Bergbahnen stehen still

Das Dilemma: Im Ski-Lockdown stehen die Lifte und Bergbahnen der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) still – und mit ihnen wurden auch Parkplätze und Toilettenanlagen in den Winterschlaf versetzt. Doch das hindert Ausflügler nicht daran, in die Berge zu fahren. Es kann sich jeder ausmalen, welch ein Chaos nach Neuschnee auf ungeräumten Stellflächen droht. Hinzu kommt ein Hygiene-Problem: Manche Besucher erledigten jüngst ihrer Notdurft im Wald oder hinter Stadeln – sehr zum Ärgernis der Einheimischen. Im Ort herrscht daher Einigkeit: Es muss eine schnelle Lösung gefunden werden.

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Diese haben nun Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU), die BZB und GaPa Tourismus gefunden: Ab dem 18. Dezember (die Weihnachtsferien beginnen am nächsten Tag) werden die Parkflächen am Hausberg und Kreuzeck regelmäßig geräumt und gestreut – und allen zur Verfügung gestellt, „die sich in der freien Natur und an der frischen Luft bewegen möchten“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Auch bei starken Schneefällen bleiben die beiden Areale „den Gästen somit gut und sicher zugänglich“. Außerdem sind die Toiletten an den Talstationen Hausbergbahn und Alpspitzbahn geöffnet.

Tagesticket kostet 15 Euro

Das Gratis-Parken hat dann allerdings ein Ende. Ab dem Starttermin der Aktion gelten täglich von 7 bis 17 Uhr Parkgebühren. Pro Tag und Fahrzeug werden dann 15 Euro kassiert. Für alle, die eine Jahres- oder Saisonkarte (2019/2020 und 2020/2021) haben, gilt ein Sondertarif von fünf Euro pro Tag. Neu ist die Idee nicht, Geld fürs Parken zu verlangen. Entsprechende Überlegungen gibt es im Zuge der Debatte über die Wintersportkampagne schon länger.

„Wir freuen uns über jeden Besucher. Ich kann verstehen, wenn sie in unsere wunderschöne Natur kommen“, betont Rathauschefin Koch, die zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der BZB ist. Gerade in der jetzigen Situation sei es „völlig nachvollziehbar, dass man seine Stadtwohnung ohne Balkon wenigstens am Wochenende verlassen will“. Jedoch sei dafür eine „angemessene Parkplatzsituation“ in Garmisch-Partenkirchen nötig. Diese Infrastruktur werde nun geboten.

Michael Gerber, Geschäftsführer von GaPa Tourismus, unterstützt den Vorstoß: „Welche Regellosigkeit dabei entstehen kann, wenn zeitgleich sehr viele Menschen kommen, mussten wir im Sommer erleben. Deshalb halten wir eine Parkraumbewirtschaftung für unerlässlich“, erklärt er – und hofft auf einen weiteren positiven Nebeneffekt. Dadurch werde vielleicht der ein oder andere Besucher dazu animiert, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Gerber: „Damit wäre nicht nur der Verkehrsentzerrung, sondern auch der Natur ein nachhaltiger Dienst erwiesen.“

BZB-Vorstand Matthias Stauch betont, wie wichtig es sei, in Sachen Toiletten aktiv zu werden: „Wir wollten umgehend Möglichkeiten schaffen, damit die Leute ihre Notdurft nicht bei den Einheimischen an den Stadeln oder hinter angrenzenden Gebäuden verrichten müssen.“

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