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Schon im Olympia-Dress: Franz Reindl, Präsident des Eishockeyverbands, bei der Einkleidung in München.

Garmisch-Partenkirchner ist zum elften Mal dabei

DEB-Präsident Reindl sagt: „Olympia hat sich verändert“

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Franz Reindl fliegt zum elften Mal zu Olympia. Das dürfte ein Rekord im Deutschen Eishockey sein. Ob das so ist, weiß keiner. Dafür erinnert sich der Garmisch-Partenkirchner an jeden einzelnen Wettkampf

Garmisch-Partenkirchen – Franz Reindl könnte so viele Geschichten erzählen. 1984, Sarajevo, als die starke Mannschaft samt Reindl wegen eines 1:1 gegen Schweden die Finalrunde verpasste. 1994, Lillehammer, als die Deutschen erstmals Russland schlugen. 1998, Nagano, als die großen Stars der NHL wieder mitspielen durften.

Reindl ist Anekdoten- kein Andenken-Sammler. An seine aktive Zeit als Eishockey-Spieler, die 1988 endete, erinnern drei Trikots: ein SCR-Dress, eines aus Rosenheim und das original Olympia-Trikot von 1976. Er trug es im größten Moment des deutschen Eishockeys. Das Nationalteam gewann Bronze. Ein Wunder, sagen manche heute. Mehr Souvenirs habe er nicht aufgehoben, sagt Reindl. Mehr braucht es nicht, findet der 63-Jährige. Das olympische Feuer brennt eh in jeder Geschichte, die er erzählt.

Er räumt ein: Olympia hat sich verändert. Am schönsten waren die Spiele als Aktiver. „Eine andere Nummer. Unvergesslich. Du bist selbst dabei.“ Dreimal lief er für Deutschland auf (1976, 1980 sowie 1984). Doch auch die Rolle als Co-Trainer und Team-Manager gefiel ihm. Seine Magie verliert das Spektakel nie. Reindl sagt: „Zehnmal hab’ ich es erlebt – und es ist immer noch überragend.“

Nach Pyeongchang reist er als Vertreter des Weltverbands IIHF. Der Präsident des Deutschen Eishockeybunds findet das doppelt super, weil er nicht nur mithilft, sondern auch einen Platz für das Nationalteam spart, den nun ein Betreuer ausfüllt. Ein Mann mehr, der das Team unterstützt, könne nur helfen. Es freut ihn riesig, dass sich die Deutschen wieder qualifiziert haben. Vor vier Jahren in Sotschi hatte er den anderen Teams beim Eishockeyspielen zuschauen müssen. Da hatten es lediglich die Frauen gepackt. Das soll kein Vorwurf an die Damen sein, sagt er. Aber natürlich hat’s der DEB-Boss am liebsten, mit beiden Mannschaften mitzufiebern.

Vielleicht schafft es Deutschland ins Viertelfinale. „Für Überraschungen ist in diesem Turnier mehr Raum.“ Egal, wie das Team in der Vorrunde abschneidet: In einer Qualifikationsrunde bietet sich für jeden die Chance auf ein Ticket für die K. o.-Runde. In seiner Gruppe trifft Deutschland zunächst auf Schweden, Finnland und Norwegen – gewiss keine Lieblingsgegner. Doch sie müssen auf ihre Super-Spieler aus der NHL verzichten. Diesmal gibt die Profiliga die Cracks nicht frei. Die Belastung neben dem Ligaalltag sei zu groß, die Zeit zu knapp, argumentiert die NHL. „Nur für die Spieler tut es mir leid“, sagt Reindl. Trotzdem sei’s ein Turnier auf hohem Niveau.

Mit den Vertretern der übrigen Verbände bildet Reindl das Direktorat. Im Grunde kümmert er sich um alles, was die Teams wünschen: Trainingszeiten, Kabinenbelegung, Verpflegung. Bei zwölf Männer- und acht Frauenteams gebe es immer Diskussion. „Es muss alles fair ablaufen.“ Im Zwei-Tage-Rhythmus trifft sich die Turnier-Leitung. Dazwischen schaut Reindl die Spiele, unterhält sich mit den Athleten – und schwitzt selbst. Er hat es sich angewöhnt, bei längeren Reisen seine Sportkleidung einzupacken. Man findet den Präsidenten im Fitnessstudio. „Wenn’s geht.“

Seine elften Spiele sollen nicht die letzten werden. Im Juni kandidiert der Garmisch-Partenkirchner mit seinem Vierer-Team wieder für das DEB-Präsidium. „Eine gute Crew“, findet er. Sein Team habe viel bewegt in den vergangenen Jahren, den Verband saniert und sportlich gute Konzepte aufgestellt. „Wir sind aber noch lange nicht am Ende“, stellt Reindl klar. Für seine nächste Periode hat er sich die Integration junger Spieler zum Ziel gesetzt. „Um die Nationalmannschaft zu befruchten.“

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