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Corona im Landkreis: Fünf Todesfälle in Seniorenheimen - „Evakuierung steht nicht zur Diskussion“

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Von: Andreas Seiler

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Besucherstopp in Corona-Zeiten: das Lenzheim in Garmisch-Partenkirchen.  
Besucherstopp in Corona-Zeiten: das Lenzheim in Garmisch-Partenkirchen.   © Krinninger

Die vierte Corona-Welle hat den Landkreis mit voller Wucht erfasst. Der vorläufige, traurige Höhepunkt: In zwei Garmisch-Partenkirchner Senioren-Einrichtungen, im Lenzheim und in der Antonea-Residenz, ist es nach Angaben des Landratsamtes zu größeren Ausbrüchen gekommen.

Garmisch-Partenkirchen – Die Dynamik der Corona-Pandemie ist besorgniserregend: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erreicht Höchststände, die weit über dem Bundesschnitt liegen. Am Montag meldete das Robert Koch-Institut einen Wert von 671,7. Die Kliniken füllen sich indessen (wieder) mit Patienten, die aufgrund schwerer Verläufe behandelt werden müssen. Nun ist es unter einer besonders gefährdeten Personengruppe zu Ausbrüchen gekommen. Betroffen davon sind zwei Altenheime in Garmisch-Partenkirchen: das Lenzheim und die Antonea Seniorenresidenz.

Im Lenzheim, dessen Betreiberin die Rummelsberger Diakonie ist, mehrten sich zuletzt die Fälle sprunghaft. Zur Erinnerung: Am vergangenen Freitag war der PCR-Test bei vier Mitarbeitern sowie bei zehn Bewohnern positiv ausgefallen. Und es gab weitere Verdachtsfälle. Nun sind es bereits elf Mitarbeiter und 14 Bewohner, die sich nachweislich mit Covid-19 angesteckt haben. Besonders traurig: Zwei ältere Herrschaften – ein Mann und eine Frau – starben am Wochenende an den Folgen der heimtückischen Krankheit. Dabei waren beide laut Kreisbehörde geimpft. Auch der Großteil der Corona-positiven Heimbewohner, nämlich zwölf, hatte das Vakzin gespritzt bekommen. Wieso es dennoch zu den Impfdurchbrüchen kam, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen.

Gesundheitsamt reagiert mit Vorsichtsmaßnahmen

„Für die Allermeisten von uns ist diese Situation mit keiner anderen bisher erlebten vergleichbar. Dass die zurzeit grassierende vierte Welle so stark wird, haben wohl viele unterschätzt“, sagt Georg Borngässer, Pressesprecher der Rummelsberger Diakonie. „Woran dies liegt und dass es zu Impfdurchbrüchen kommt, müssen Wissenschaftler erforschen und erklären. Da beteiligen wir uns nicht an Spekulationen.“

Das Gesundheitsamt reagierte mit Vorsichtsmaßnahmen, die einer Quarantäne gleichkommen. Das Ziel: Es soll eine weitere Ausbreitung der Infektionen verhindert werden. Demnach gilt ein Besuchsverbot. Und die Senioren sollen das Haus nicht verlassen. „Eine Evakuierung steht nicht zur Diskussion“, berichtet Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien vor Ort und stünden beratend zur Seite.

Die Lage in der Antonea Seniorenresidenz, die von einer privaten Betriebsgesellschaft gemanagt wird, ist ähnlich. Hier sind zehn Mitarbeiter und 18 Bewohner positiv. Drei Senioren mit schweren Vorerkrankungen starben mit oder an Corona. Zwei davon waren laut Landratsamt nicht geimpft. Mit einem Besucherstopp und Tests versucht man, die Situation in den Griff zu bekommen. Diana Ruhmoeller, Vertreterin der Geschäftsleitung, hofft, das Schlimmste überstanden zu haben: „Das Infektionsgeschehen ebbt ab.“

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