Eine Frau zapft ein Bierfass an, drei Männer schauen ihr zu.
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Eine Herausforderung: Bürgermeisterin Elisabeth Koch versucht, das Fass anzuzapfen. Noch schauen (h.v.r.) Pater Johannes Bauer und die Pfarrer Josef Konitzer sowie Martin Dubberke ihr dabei zu.

Der Generalschlüssel zum Wohlfühlen

„In jedem Eck etwas Besonderes“: aja-Resort in Garmisch-Partenkirchen offiziell eröffnet

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – für Pfarrer Martin Dubberke ist das die Formel für die Hotellerie. Diese gab er Direktor Nico Stelkens und seinem Team bei der Eröffnung des aja-Resorts in Garmisch-Partenkirchen mit auf den Weg. Sie müssen dafür sorgen, dass sich die Gäste, die heute anreisen, dort auch wohlfühlen.

  • Neues aja-Resort ergänzt Garmisch-Partenkirchner Hotel-Landschaft laut Bürgermeisterin Koch „sehr gut“.
  • Nach 25 Monaten Bauzeit erwarten Direktor Nico Stelkens und sein Team jetzt sehnsüchtig die ersten Gäste.
  • 50-Millionen-Euro-Invetsition ist für GaPa-Tourismus-Chef Gerber „ein Zeichen von Optimismus“.

Garmisch-Partenkirchen – Dieser Segen sitzt – der etwas bescheidene mit Garmischer Weihwasser, den Pfarrer Josef Konitzer versprühte. Und der gewaltige mit dem Ettaler Pendant, wie der Seelsorger das Bier aus dem Kloster titulierte. Das spritzte ordentlich bei der Eröffnung des neuen aja-Resorts, als Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) versuchte, das Fass anzuzapfen. Mehrere Schläge später war klar, so funktioniert’s nicht. Ging auch gar nicht, der Dichtungsring saß nicht richtig, weshalb Pater Johannes Bauer eingreifen musste. Der Freude unter geladenen Gästen und Mitarbeitern tat die kurze Wartezeit auf den kühlen Gerstensaft keinen Abbruch. Dann stießen sie eben etwas später an auf das 229-Zimmer-Haus, das die Garmisch-Partenkirchner Hotel-Landschaft Koch zufolge „sehr gut ergänzt“.

Während viele erst nach dem offiziellen Teil einen Blick auf die Innengestaltung werfen konnten, hat sich die Rathaus-Chefin schon im Vorfeld ausgiebig umgeschaut. „Höchst spannend finde ich, dass es an jedem Eck etwas Besonderes zu entdecken gibt“, sagt sie. „Das hat mich schwer beeindruckt.“ Es sind viele liebevolle Details, die das Ambiente des Hotels ausmachen, in das 50 Millionen Euro geflossen sind und dessen Fassade immer noch auf viel Kritik stößt.

Ganz eigene Interpretation von Regionalität

„Man erkennt unsere eigene Handschrift, unsere eigene Interpretation von Regionalität“, erklärt Torsten Vey, Development-Director der DSR Hotel Holding GmbH. Das ist ihm und seinen Kollegen wichtig. Schließlich sollen die Gäste „den Standort spüren“, sich in Garmisch-Partenkirchen und seiner Umgebung wohlfühlen. Nach einer langen Planungsphase und 25 Monaten Bauzeit, „die zum Glück trotz Corona weitgehend reibungslos abgelaufen ist“, zeigte auch er sich froh, dass am Freitag endlich die ersten Gäste anreisen. „Die Voreröffnungsphase hat Euch als Team zusammengeschweißt“, wandte er sich an Direktor Nico Stelkens. „Jetzt sind alle ganz heiß darauf, endlich Gastgeber sein zu können.“

Ein Herz mit den Namen aller Mitarbeiter, die geholfen haben, dass das neue aja-Resort bis zur Eröffnung fertig ist, überreicht Development-Manager Torsten Vey (l.) an Direktor Nico Stelkens.

30 bis 40 Urlauber werden es zunächst sein, kündigte Stelkens an. „Ein langsamer Start, damit sich jeder einarbeiten kann.“ Ihnen und den Mitarbeitern wünschte Koch „Gottes Segen, viel Frohsinn und zufriedene Gäste, die bei ihrer Abreise sagen, wie schön war’s in Garmisch-Partenkirchen“. Für sie und Michael Gerber, Geschäftsführer von GaPa Tourismus, war der Eröffnungstag ein ganz besonderer. Zum einen wegen der Größe des Hotels, zum anderen, weil eine derart gewaltige Investition „in diesen wahrlich nicht leichten Zeiten ein Zeichen von Optimismus ist“. Das und das vorgelebte Miteinander – aja hat etliche Partner aus dem Ort an Bord geholt – überzeugen Gerber.

Auf ein gutes Miteinander hofft auch Daniel Schimmer, Ortsobmann des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. In den vergangenen Monaten, in denen ihre Betriebe zu einer corona-bedingten Zwangspause verdonnert waren, „haben wir gemerkt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, Gastgeber sein zu dürfen“. Genau das mache aber die Marktgemeinde aus, ergänzte Koch. Deshalb sind sie und alle Tourismus-Vertreter froh, dass es endlich weitergeht für eine Schimmer zufolge „vielfältige und weltoffene Branche“.

Biblisches Gebot wird zur Formel fürs Wohlfühlen

Die Formel, die der evangelische Pfarrer Martin Dubberke als „Generalschlüssel zum Wohlfühlen“ und damit perfekt für die Hotellerie ausgemacht hat, stammt aus der Bibel: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Eine Formel, die in der Realität gar nicht so leicht umzusetzen sei. Gerade in Hotels „kann man aber sehr gut sehen, wie man nach dieser Maxime lebt“.

Einen ersten Eindruck davon, wie Stelkens und sein Team danach handeln, gewannen die geladenen Teilnehmer schon bei der der Eröffnung. Vom Freitag an müssen sie diese dann gegenüber den Gästen unter Beweis stellen, die das Haus bevölkern. Langfristig, kündigte der Resort-Direktor an, „wollen wir das Haus auch für externe Besucher öffnen. Das ist unser großes Ziel.“

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