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Investor Franz Hummel und seine Projekte: Der Mann, der Spuren hinterlässt

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Von: Tanja Brinkmann

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Das Modell zeigt moderne Häuser mit Holzfassade.
Weitgehend energieautark sind die beiden Doppelhäuser aus Holz, die am Lyzeum entstehen. © FH-Projektmanagement

Wohl fast jeder in Garmisch-Partenkirchen hat den Namen Franz Hummel schon gehört. Der Investor hat markante Bauprojekte realisiert. Und hat noch viel vor.

Garmisch-Partenkirchen – Franz Hummel hat in seiner Wahlheimat Spuren hinterlassen. Im Ortsteil Garmisch mit den Einkaufszentren an der Von-Brug- und Chamonixstraße, am Bahnhof mit dem Moun10-Areal und mit diversen Wohnhäusern in der gesamten Marktgemeinde. Die Liste der abgeschlossenen Projekte, die auf seiner Homepage stehen, ist beachtlich. Darauf ruht sich der Investor aber nicht aus, das belegen allein seine laufenden Vorhaben. Ein Überblick.

Ein Mann mit grauem Dreitagebart und lichtem Haar sitzt vor einer Espressotasse.
Will eine Vorreiterrolle einnehmen: Investor Franz Hummel hat in seiner Wahlheimat noch viel vor. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Bahnhofsareal West: Ein Drittel bebaut, der Rest bietet „Jahrhundertchance für den Ort“

Es waren einmal 90 000 Quadratmeter – Entwicklungsfläche in bester Lage rund um den Garmisch-Partenkirchner Bahnhof. Ein Drittel davon, die Fläche zwischen Gleisen und Lagerhausstraße/ Wannerweg, ist bereits bebaut, beziehungsweise überplant. Wohnungen und eine Jugendherberge sind hier entstanden. Auf dem verbleibenden Gelände – zwischen den Bahnschienen und der Olympiastraße und auf dem so genannten Gleisdreieck – wollte der Investor unter anderem zwei Hotels und eine Kletterhalle realisieren. Das ist mittlerweile Geschichte. „Hotels sind dort nicht mehr gewünscht“, meint der Investor. Ganz nüchtern, sagt er’s. Ohne die acht Jahre in den Ring zu werfen, die vergangen sind, seit er die Fläche 2013 erworben hat.

Im Vordergrund steht ein kleiner Brunnen, ist Hintergrund eine Villa mit dunkler Holzfassade.
Ein exklusives Objekt: An den Kramerhängen haben Franz Hummel und sein Team die denkmalgeschützte Villa Pringsheim aufwändig saniert. © FH-Projektmanagement

Das 17 000 Quadratmeter große Gleisdreieck wird somit nicht angetastet. „Das wäre ideal als Erweiterungsfläche für die TU München“, meint Hummel. Diese errichtet bekanntermaßen auf dem Bahnhofsareal West eine Zweigstelle, den LongLeif-Campus. „Das ist eine Jahrhundertchance für den Ort“, betont Hummel. Nachdem er „offen für solch zukunftsweisende Projekte“ ist, hat er auch kein Problem damit, besagte Fläche weiterhin leer stehen zu lassen. „Wenn man so eine Chance hat, muss man alles dafür tun.“

29 000 Quadratmeter hinter dem BZB-Neubau in Richtung Kochelberg hat Hummel an die LongLeif GmbH verkauft, um dort besagten Campus zu entwickeln. Ein Vorhaben, das Geschäftsführer Viktor Wohlmannstetter zufolge dauert. Er spricht von einer „langen Planungsphase“. Für den Bereich gen Norden, also hin zur St.-Martin-Straße, läuft aktuell die Abstimmung zur ersten Auslegung des Bebauungsplans. „Wann genau alle Bausteine beisammen sind, liegt weniger beim Markt, sondern bei den Eigentümern, Herrn Hummel und der BZB“, erklärt Rathaus-Sprecherin Silvia Käufer-Schropp. „Das von den Eigentümern beauftragte Planungsbüro und wir stehen aber in regem Austausch.“

5000 Quadratmeter davon gehören Hummel nur noch. Nach einem Tausch mit der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) überplant er das Areal mit deren altem Verwaltungsgebäude. Der Investor will dort ein Vorzeige-Projekt realisieren, „das ist ein Aushängeschild“. Alle, die per Bahn anreisen, kommen unweigerlich daran vorbei.

Gewerbegebiet in Partenkirchen: „Leider tut sich von Seiten der Gemeinde nichts“

Neben Wohnungen sind es vor allem Gewerbeflächen, die in Garmisch-Partenkirchen händeringend gesucht werden. Hummel wollte deshalb längst knapp 50 000 Quadratmeter am nördlichen Ortseingang von Partenkirchen für Autohäuser und heimische Handwerker erschlossen haben. „Leider tut sich von Seiten der Gemeinde nichts.“ So will das Käufer-Schropp nicht stehen lassen: „Der Bebauungsplan Finkenstraße ruht nicht, der Markt befindet sich derzeit in Feinabstimmung zur ersten Auslegung und dem dazugehörigen städtebaulichen Vertrag.“ Beides werde im Entwurf zunächst den Eigentümern vorgestellt, ehe es öffentlich ausgelegt wird.

Neureuther-Haus: Generalsanierung hat begonnen, Mitarbeiter-Wohnungen bleiben

Am sogenannten Neureuther-Haus, einem Wohn- und Geschäftshaus an der Hauptstraße, „hat die Generalsanierung schon begonnen“, sagt Hummel. Bei einem Besitzerwechsel müsse das Gebäude energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden, weshalb wohl ein Teil der Bemalung, die an sportliche Großveranstaltungen und Sportstars der Marktgemeinde erinnert, dem Vollwärmeschutz weichen muss. „Wir tauschen auch alle Fenster aus.“ Das Sport-Mode-Geschäft, das jahrelang dort untergebracht war, ist bereits in eine Gewerbefläche schräg gegenüber umgezogen. Nach dem Abschluss der Arbeiten soll im Erdgeschoss wieder ein Laden einziehen. „Es gibt verschiedene Interessenten“, betont Hummel. Wenig erstaunlich, der Standort mit ausreichend Parkflächen sei schließlich sehr gut. In die oberen Stockwerke kommen wieder Mitarbeiter-Wohnungen. „Etwa 20 fürs Klinikum oder die Hotellerie“, schätzt der Investor. Im kommenden Jahr soll dieses Objekt bezugsfertig sein.

Von-Brug-/Partnachstraße: Tiefgarage und Eigentumswohnungen sollen entstehen

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Von-Brug-/Partnachstraße ist bereits abgebrochen. „Aktuell machen wir die Planung fertig“, sagt Hummel. Neben einer Tiefgarage sollen dort Eigentumswohnungen von 25 bis 150 Quadratmetern Größe entstehen. „Viele, die bei uns schon gekauft haben, haben hier wieder Interesse angemeldet.“ Teilweise werden diese dann wieder vermietet. Im kommenden Jahr soll das Areal bebaut werden, Anfang 2023 können dann die Umzugswagen anrollen.

Dieses Objekt ist die vergangenen Jahre weitgehend leer gestanden. „Wie alles, was wir gekauft haben“, sagt Hummel. Meist wurden die Gebäude weder vermietet noch anderweitig genutzt.

Villa Pringsheim: Denkmalschutz erschwert Sanierung

Die Villa Pringsheim an den Kramerhängen, die die jüdische Fabrikantentochter Hedwig Johanna Pringsheim 1916 bezogen hatte, beschäftigt Hummel schon seit drei Jahren. Der zweigeschossige Flachsatteldachbau mit giebelseitigen Bodenerkern, umlaufender Laube, Giebellauben und Sprengwerk, in Formen des Heimatstils steht unter Denkmalschutz, was eine Sanierung erschwert. „Aufwändig und teuer“ sei dieses Vorhaben, das ihm und seinem Team trotzdem viel Spaß macht. „Das Problem sind die Materialien, die man teilweise nur schwer herbekommt.“ Aktuell wird das Haus mit 600 Quadratmetern Wohnfläche sowie einer Personalwohnung, einem Gästehaus, Swimmingpool und Spa-Bereich eingerichtet. „Das ist sicher eines der exklusivsten Objekte im Ort“, sagt er. Dementsprechend hoch kocht die Gerüchteküche, wer dort einzieht. Unter anderem wurden Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic genannt. Bislang hat die schön gelegene Villa aber keinen Besitzer. Hummel will aber noch vor Weihnachten in die Vermarktung einsteigen.

Doppelhäuser aus Holz: Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit

„Autark bleiben“, das ist das Schlagwort bei den beiden Doppelhäusern aus Holz, die am Lyzeum entstehen. Mit Batteriespeicher, Erdwärme und Photovoltaik will Hummel hier eine Vorreiterrolle einnehmen. „Energetisch Bauen und Nachhaltigkeit sind die Themen heutzutage.“ Dass er genau das – „gegen alle Widerstände“ – jetzt umsetzen kann, freut den Investor. Auch das Bauamt begrüße jede Maßnahme zur Energieeinsparung, unterstreicht Rathaussprecherin Käufer-Schropp. „Bauplanung- und bauordnungsrechtlich steht diesem Thema ohnehin nichts im Weg. Auch in der Ortsgestaltungssatzung sind keine Restriktionen erhalten.“ Lediglich Photovoltaik-Anlagen sollten sich harmonisch in die Dachfläche einfügen.

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