In kleiner Runde: Polizeipräsident Robert Kopp (r.) verabschiedet den Garmisch-Partenkirchens Kripo-Chef Werner Burger (M.) in den Ruhestand und führt dessen Nachfolger Richard Listle ins Amt ein.
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In kleiner Runde: Polizeipräsident Robert Kopp (r.) verabschiedet den Garmisch-Partenkirchens Kripo-Chef Werner Burger (M.) in den Ruhestand und führt dessen Nachfolger Richard Listle ins Amt ein.

Führungswechsel in der Garmisch-Partenkirchner Dienststelle

Kripo-Chef Burger geht in den Ruhestand: Der Wunschkandidat wird sein Nachfolger

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Der eine geht, der andere übernimmt: Werner Burger verabschiedet sich nach 45 Jahren im Polizeidienst in den Ruhestand. Sein Stellvertreter hat künftig das Sagen.

Garmisch-Partenkirchen – Normalerweise sieht man solche Sachen nur im Fernsehen. Im Tatort zum Beispiel. Mordfälle, Sexual- und Branddelikte, organisierte Kfz-Verschiebungen. Werner Burger aber kennt diese Fälle aus der Realität. Aus seinem Berufsalltag. Der Kriminalhauptkommissar leitete viele dieser Ermittlungen und Sonderkommissionen. Spannend waren sie. Zum Teil spektakulär. Und sie gehören jetzt der Vergangenheit an. Der Dienststellenleiter der Kriminalpolizeistation in Garmisch-Partenkirchen verabschiedet sich in den Ruhestand. Nicht ohne eine Würdigung seiner Leistung zu erhalten.

45 Jahre lang lebte Burger seinen Beruf. Liebte seine Arbeit. Gewann einen immensen Erfahrungsschatz. Nur eines blieb ihm nun verwehrt: der große Abschied. „In Zeiten der Corona-Pandemie musste der Führungswechsel bedauerlicherweise ohne die übliche Feierstunde mit Vertretern des öffentlichen Lebens stattfinden“, teilt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Er ging ohne die Beschäftigten aus den verschiedenen Kommissariaten, ohne Landrat Anton Speer und ohne Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch über die Bühne. Einer aber ließ es sich nicht nehmen, persönlich die Dienststelle zu besuchen. Und das mit einem besonderen Mitbringsel. Polizeipräsident Robert Kopp würdigte die Verdienste des 61-Jährigen, der die Dienststelle seit Juni 2013 „sehr gut geleitet hat“, mit der Ehrenmedaille des Präsidiums.

Polizeipräsident ist überzeugt vom Nachfolger

Kopp nutzte die Gelegenheit und führte den neuen Mann an der Spitze, Richard Listle, in sein Amt ein. Kein Unbekannter. Der 58-Jährige fungierte als Leiter des Kommissariats 2 seit März dieses Jahres als rechte Hand seines Vorgängers. Er ist nicht nur der Wunschkandidat des Präsidiums gewesen, betonte Kopp, „sondern mit ihm wurde zugleich auch ein höchst engagierter, zuverlässiger und sehr erfahrener Führungsbeamter zum Kripochef in Garmisch-Partenkirchen bestellt“.

Der neue Chef lebt mit seiner Ehefrau und zwei erwachsenen Söhnen im benachbarten Landkreis Weilheim-Schongau. Seine Laufbahn begann 1980 mit der Ausbildung im damaligen mittleren Vollzugsdienst bei der Bereitschaftspolizeiabteilung in Königsbrunn. Dem erfolgreichen Abschluss folgte nach einigen Jahren Einzeldienst beim Präsidium München eine mehrjährige Tätigkeit bei Spezialeinheiten, dem sogenannten SEK. Auch dort bewährte sich Listle, sodass er im Jahr 1991 das Studium für den gehobenen Dienst an der Beamtenfachhochschule in Fürstenfeldbruck absolvierte. Zwei Jahre später beendete er dieses erfolgreich und kehrte zum SEK zurück.

Ab 1. Dezember im Amt

Doch Listles Liste an Stationen ist noch deutlich länger. 1999 wechselte er zum damaligen Polizeipräsidium Oberbayern und wurde dort als Dienstgruppenleiter bei der Inspektion Fahndung, der heutigen Grenzpolizei, eingesetzt. Dort absolvierte er im Nebenamt die Ausbildung zum staatlich-geprüften Polizeiberg- und Skiführer. Von 2010 bis 2013 leitete der er den Einsatzzug der Operativen Ergänzungsdienste in Weilheim. Bis 2020 war Listle schließlich Vize-Kommissariatsleiter im Bereich Staatsschutz bei der Kripo – bis ihn sein Weg nach Garmisch-Partenkirchen führte. Zu Burger. Und ab 1. Dezember auf den Chefsessel.

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