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Streitbare Persönlichkeit: Alexander Gauland schlug zuletzt vor, eine Deutschtürkin zu „entsorgen“.

Demonstration am Samstag

Deutliches Zeichen gegen Gauland-Auftritt

Erst kürzlich wollte er die Integrationsbeauftragte Deutschlands „entsorgen“: AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland fällt wegen menschenverachtenden Sprüche auf. Am Samstag kommt er nach Garmisch-Partenkirchen. Dagegen gibt es Protest.

Garmisch-Partenkirchen – Wie alle Spitzenkandidaten ist auch Alexander Gauland kurz vor der Bundestagswahl am 24. September derzeit viel unterwegs. Und ein nicht unbedingt gern gesehener Gast. Die Stadt Nürnberg hat dem Politiker der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gerade erst Redeverbot erteilt: Der Mietvertrag für eine städtische Halle war für die rechtspopulistische Partei gekündigt worden, „weil eine Schädigung des Ansehen Nürnbergs“ befürchtet wurde. In Garmisch-Partenkirchen hat es die AfD leichter. Wie schon beim Besuch der ihrer Frontfrauen Frauke Petry und Beatrix von Storch öffnet der Partenkirchner Gasthof Rassen seine Pforten. Davor ist eine Gegendemo geplant. 

Unter dem Motto „Gauland kommt – Wir auch! Gemeinsam für Demokratie und Freiheit!“ organisieren Doro–thee Sührig und Elisabeth Koch eine friedliche Aktion auf dem Kirchplatz vor dem Rassen. Die beiden Frauen sind politisch für die Grünen und die CSU aktiv – die Demonstration habe aber, wie es in einer Pressemitteilung heißt, nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun. „Der Protest gegen die AFD ist rein privat“, erklärt Koch. Angemeldet ist er mit rund 150 Teilnehmern beim Landratsamt von 17 bis 20 Uhr. Die Organisatorinnen rufen alle freiheitlichen und demokratischen Bürger dazu auf, zum Kirchplatz zu kommen und die Rhetorik der AFD symbolisch in einem Müllcontainer zu entsorgen. Ein Vorschlag, für den man nicht lange geeignete Zitate suchen muss.

Ganz aktuell ist die Attacke Gaulands, die ihm das Redeverbot in Nürnberg eingebracht hat. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sich der Spitzenkandidat bei einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, echauffiert. Die FAZ zitiert ihn wie folgt: „...eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ Für einen Sturm der Entrüstung hatte Gauland im vergangenen Jahr gesorgt, als er den dunkelhäutigen Fußball-Weltmeister Jerome Boatang fremdenfeindlich beleidigte: Die Leute „wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“. Ähnlich menschenfeindlich hatte sich der AFD-Politiker Dubravko Mandic schon 2014 geäußert. Er nannte den damaligen US-Präsidenten laut „Badischer Zeitung“ einen „Quotenneger“. Weitere Tiefpunkt in der AfD-Geschichte: Die Forderung von Petry und von Storch nach Waffengewalt an den deutschen Grenzen gegenüber Flüchtlingen. Wie „Die Zeit“ berichtet, habe von Storch auf die Frage eines Nutzers auf Facebook, ob man auch auf Kinder schießen wollen, klar mit „Ja“ geantwortet. Später soll sie erklärt haben, dass ihr die Computer-Maus „ausgerutscht“ sei. 

Wohin die Reise mit der AfD geht, sagte Björn Höcke vom Thüringer Landesvorstand sehr deutlich: „Deutschland in seiner jetzigen Form soll abgeschafft werden.“ Und Petry erklärte laut dem „Focus“ beim Bundesparteitag im November 2015, wie das gehen soll: „Wir brauchen die Ängstlichen, um Mehrheiten zu bewegen. Die Ängstlichen sind nicht unsere Gegner, sondern genau genommen unsere Verbündeten.“ Dass Garmisch-Partenkirchen keine Angst hat, demokratisch und bunt ist, wird bei der Demonstration am Kirchplatz gezeigt.

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