Peter Lingg ist Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses.
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Peter Lingg ist Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses.

Über 97,5 Millionen Euro an Zuschüssen

Corona-Krise: Dicke Finanzspritze für Landkreis-Firmen

  • Andreas Seiler
    VonAndreas Seiler
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Diese Zahl ist beeindruckend: Die von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen haben bislang über 97,5 Millionen Euro an staatlichen Hilfen erhalten. Vor allem die Schlüsselbranche, das lockdowngeplagte Gastgewerbe, musste unterstützt werden.

Landkreis – Die Corona-Pandemie versetzte die Wirtschaft in einen Schockzustand. Die monatelangen Zwangspausen des öffentlichen Lebens setzten vielen Branchen zu, in erster Linie den Hotels und Gaststätten sowie dem Einzelhandel. Experten sind sich einig: Die Kurzarbeit und die kräftigen Finanzspritzen trugen maßgeblich dazu bei, Schlimmeres zu verhindern. Der Staat legte milliardenschwere Hilfsprogramme auf, damit die gebeutelten Unternehmen die Durststrecke überstehen.

Verschiedene Hilfsprogramme

Hier im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden seit Juli 2020 Zuschüsse in Höhe von mehr als 97,5 Millionen Euro ausbezahlt – und zwar in Form der Überbrückungshilfe I bis III, Neustarthilfe sowie November- und Dezemberhilfe. Insgesamt wurden bislang über 3400 Anträge bewilligt. Diese Zahlen nennt die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern in einer Pressemitteilung. Der Spitzenverband wickelt im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung die Wirtschaftshilfen ab. Im Freistaat machten diese bis dato 6,2 Milliarden Euro aus. Hinzu kamen 2,2 Milliarden Euro Soforthilfen der Bezirksregierungen. Fast die Hälfte ging ans Gastgewerbe.

„Die Belastung der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie ist erheblich, und die ausgezahlten Hilfen decken trotz ihrer Millionen-Höhe nur einen Teil der pandemie-bedingten Kosten und Verluste ab“, sagt Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen. Einige Branchen wie etwa die Veranstaltungswirtschaft seien nach wie vor von Schließungen und Einschränkungen betroffen. „Sie benötigen auch weiterhin Unterstützung“, fordert der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse. Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft: „Die Zuversicht kommt zurück.“ Die Region, die stark vom Tourismus lebt, sei „besser als befürchtet“ durch die Covid-19-Krise gekommen.

Ähnlich klingt es bei Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz Region GmbH und Wirtschaftsförderer des Landkreises. Seine Prognose: Wenn die Sommersaison gut laufe, könne man die entstandene Delle „einigermaßen abmildern“. Sorgen bereitet ihm jedoch der Einzelhandel, der nicht nur mit den Corona-Einbußen klarkommen muss, sondern auch mit einer wachsenden Konkurrenz – sei es im Internet oder in Gestalt der Discounter, die immer mehr Kasse mit Non-Food-Produkten machen. Kramer ist davon überzeugt: Ohne den 97,5-Millionen-Beistand aus dem Staatssäckel sähe die Lage düster aus. Denn: „Viele Betriebe hätten das nicht überlebt.“

„Mit einem blauen Auge davongekommen“

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, bilanziert Daniel Schimmer, Ortsobmann des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in Garmisch-Partenkirchen. Entscheidend sei nun, dass es im kommenden Herbst und Winter keinen erneuten Lockdown gibt. Die Betriebe bräuchten hierfür eine klare Perspektive.

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