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G7-Gipfel: Die Helfer im Hintergrund

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Von: Andreas Seiler

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Schönes Erinnerungsfoto: Einsatzkräfte der Feuerwehren Wallgau, Mittenwald und Partenkirchen sowie der Kreisbrandinspektion mit Bundeskanzler Olaf Scholz.
Schönes Erinnerungsfoto: Einsatzkräfte der Feuerwehren Wallgau, Mittenwald und Partenkirchen sowie der Kreisbrandinspektion mit Bundeskanzler Olaf Scholz. © FFW GAP

Landkreis – Der G7-Gipfel war ein Kraftakt. Nicht nur für das Heer von Polizisten (in der Spitze waren es insgesamt 18 000), die dafür sorgten, dass das Treffen der Weltpolitik Ende Juni auf Schloss Elmau störungsfrei und reibungslos über die Bühne ging. Auch im Hintergrund werkelten in der „heißen Phase“ unzählige Kräfte so genannter nichtpolizeilicher Organisationen teilweise rund um die Uhr und leisteten ebenfalls einen wertvollen Beitrag – die meisten davon auch noch ehrenamtlich. Schätzungen gehen von rund 3500 Helfern aus.

Landkreis – „Es wurde hervorragende Arbeit geleistet“, attestiert ihnen Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Nach dem Bayerischen Kreuz, das bereits eine eigene Pressemitteilung verschickt hatte, zogen gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Landratsamt das Technische Hilfswerk (THW), die Feuerwehr, die Bundeswehr und die Bergwacht ihr Fazit. Tenor: Es war eine anstrengende Zeit, aber glücklicherweise ist alles ohne größere Zwischenfälle abgelaufen.

Technisches Hilfswerk: Die ehrenamtliche Organisation des Bundes war mit rund 1000 Männern und Frauen angerückt. Diese leisteten überwiegend technisch-logistische Unterstützung. So wurden unter anderem mit 80 mobilen Hochleistungsaggregaten mehr als 850 Scheinwerfer und Strahler betrieben, die rund um den Gipfelort sowie an anderen Standorten – darunter auch an der Brücke zum Protestcamp in Garmisch-Partenkirchen – für gute Lichtverhältnisse sorgten. Außerdem setzten die THW-Mitarbeiter Wege und Straßen instand, betrieben die Tanklogistik und übernahmen mit einem mobilen Werkstattcontainer die Reparatur von Fahrzeugen und Geräten. Eine weitere Aufgabe war die Verpflegung der Einsatzkräfte. THW-Präsident Gerd Friedsam ist zufrieden und betont die gute Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Institutionen: „Dank großer Professionalität und Einsatzbereitschaft und der Kombination unserer unterschiedlichen Fähigkeiten konnte dieser Großeinsatz erfolgreich gemeistert werden.“

Feuerwehr: Beeindruckend sind die Zahlen, mit denen die Freiwillige Feuerwehr aufwartet. Demnach stellte sie etwa 600 freiwillige Helfer. Diese brachten es an den Gipfeltagen auf rund 1500 Schichten mit einer Dauer von insgesamt fast 18 000 Stunden. „Das zeigt das enorme Potential, das die Feuerwehren in unserem Landkreis besitzen“, kommentiert Kreisbrandrat Johann Eitzenberger. „Wir waren auf alles vorbereitet.“ Im Mittelpunkt stand das Absichern der Hubschrauber-Landeplätze. Das heißt: Im Worst Case hätten sofort Lösch- und Rettungsarbeiten beginnen können. Als besondere Anerkennung stellte sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zum Gruppenfoto mit einem Teil der Floriansjünger auf. Bemerkenswert: Um im Brandfall schnell am Tagungshotel zu sein, wurde in der Sicherheitszone ein vorübergehendes Rettungszentrum eingerichtet. Und die Fachleute ließen sich an der Feuerwehrschule in Geretsried genau instruieren, was nach einem Unfall bei einer gepanzerten Staatslimousine zu beachten ist. Eitzenberger versichert: Die gängigen Gerätschaften funktionierten auch dort – „wenn man weiß, wo“.

Bergwacht: Für die Bergwacht der Region Hochland war der G7-Gipfel – wie für ihre Kollegen von der Feuerwehr – ungewöhnlich. Denn normalerweise rücken sie nur bei einer Alarmierung aus. Doch diesmal mussten sie permanent in Bereitschaft sein – an zehn Wachposten. Zu den Standorten zählte auch der Schachen. 280 Bergretter waren im Einsatz – mit rund 50 Fahrzeugen. Zentrale Aufgabe: Schnelle Hilfe für Menschen in Not, egal ob Polizist oder Demonstrant. „Als Bergwacht sind wir unserer Rolle gerecht geworden, für alle da zu sein“, resümiert Einsatzleiter Heinz Neiber. Das Konzept habe funktioniert – trotz kurzer Vorbereitungszeit. Eine Herausforderung war seinen Angaben zufolge die Betreuung des Sternmarschs. Einige Teilnehmer nahmen eine anspruchsvolle Route im unwegsamen Gelände auf sich – und das bei etwa 30 Grad. Die Bergwacht-Helfer verteilten daher fleißig Wasserflaschen. Ein Demonstrant war aufgrund der Hitze völlig erschöpft – und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Bundeswehr: Für die Öffentlichkeit weniger sichtbar waren die rund 300 Bundeswehr-Soldaten. Sie wirkten im Sanitätsdienst mit und steuerten logistische Unterstützung bei. Diese bestand vor allem darin, andere Einsatzkräfte in den Kasernen unterzubringen und zu verpflegen. Außerdem wurden ausgewählte Journalisten mit Helikoptern vom Medienzentrum am Hausberg nach Elmau geflogen. Und in Mittenwald waren Rettungshubschrauber stationiert. Matthias Stauch ist hauptberuflich als Chef der Bayerischen Zugspitzbahn tätig. Jetzt hatte er eine ganz andere Funktion: Als Oberstleutnant der Reserve koordinierte er den G7-Beitrag der Truppe. Vor allem das Zusammenwirken der Organisationen hat ihn beeindruckt: „Wir waren bestens eingebunden.“

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