Gelde Wanderwegweiser liegen auf dem Boden.
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Einheitliches Bild: Vor einem Jahr wurden die neuen Schilder in den Ammergauer Alpen montiert, in den übrigen Gemeinden der Zugspitz Region sollen sie auch möglichst bald kommen.

Projekt läuft - Alle Wege digital erfasst

Zugspitz Region: 3300 neue Wander-Wegweiser lassen noch auf sich warten

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
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Die Ammergauer Alpen und die Alpenwelt Karwendel haben es schon umgesetzt, die weiteren Urlaubsgebiete der Zugspitz Region folgen: Sie bekommen neue, einheitliche Wander-Schilder. Mittlerweile sind alle Wege digital erfasst.

Landkreis – 1200 Kilometer Wanderwege auf einer Fläche von knapp 600 Quadratmetern sind Fachmänner mit ihren GPS-Geräten in den vergangenen Monaten abgegangen. Jetzt haben sie alle Pfade, Wege und Straßen digital aufgezeichnet. Damit ist ein wichtiger Schritt im Beschilderungsprojekt getan. Entscheidendes aber fehlt noch: die Schilder selbst. Sie dürften auch noch eine Weile auf sich warten lassen.

2018 startete das Projekt (wir berichteten). Ein Ziel: das Schilder-Durcheinander im Landkreis zu beseitigen. Die Alpenwelt Karwendel und die Ammergauer Alpen haben dies bereits in Eigenregie umgesetzt. Einheitlich und schlicht kommen die gelben Wegweiser des Deutschen Alpenvereins daher, die Wanderern das Ziel, die Gehzeit, die Schwierigkeit (gelbe, blaue, rote und schwarze Markierungen) sowie Einkehrmöglichkeiten verraten. Hier wolle man den „Lückenschluss“ schaffen, sagt Philipp Holz, Projektleiter bei der Zugspitz Region. Sie kümmert sich um die Umsetzung.

Rund 3300 neue Wegweiser, 1200 allein in Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Farchant, Oberau, Eschenlohe sowie in den Blaue-Land-Gemeinden im Nordlandkreis werden die neuen Schilder flächendeckend kommen, vereinzelt findet man sie bereits. Wann, das kann Holz noch nicht abschätzen. Viele werden es auf jeden Fall: rund 3300 im gesamten Gebiet, etwa 1200 allein in Garmisch-Partenkirchen. Bislang sind es insgesamt etwa 3000 beziehungsweise 1000 in der Marktgemeinde.

In einer ersten groben Schätzung war Thorsten Unseld, der damalige Tourismus-Chef, im April 2018 von 2500 Schildern ausgegangen. Und von Kosten in Höhe von rund 170 000 Euro, 30 000 davon allein für die Digitalisierung. Zu den Gesamtkosten äußert sich Holz nicht. Diese werden erst noch ermittelt, bezahlt werden sie von den jeweiligen Gemeinden selbst. Billig wird die Aktion nicht. Die Ammergauer Alpen beispielsweise investierten für 500 Kilometer Wegenetz und 2500 Schilder (sie installierten auch solche für Spaziergänger im Tal, die beispielsweise auf Sehenswürdigkeiten hinweisen) rund 200 000 Euro – stark gefördert durch Leader.

115.000 Euro für Digitalisierung der Wege

Das EU-Förderprogramm sprang auch für die Zugspitz Region und ihre Partnergemeinden ein. In die Digitalisierung flossen rund 115.000 Euro, 60 Prozent davon kamen von Leader. Mit Unterstützung rechnet Holz auch im zweiten Schritt. Den Förderantrag für die Beschilderung wird er bald stellen. Dabei betrifft das Projekt nur Wander- und Spazierwege. Für Radfahrer gibt es ein eigenes Schilder-Programm. (siehe unten) Das steht noch recht am Anfang.

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Radprojekt: Angebot für Zielgruppe prüfen

Radfahren liegt im Trend. Radurlaub damit ebenfalls. Wobei das für Philipp Holz von der Zugspitz Region nicht das richtige Wort ist. „Radfahren ist keine Modeerscheinung“, betont er. „Das Thema ist nicht wegzudenken.“ Eine Tourismusregion muss sich in seinen Augen Gedanken darüber machen, ob sie diese Zielgruppe ansprechen, ihr ein Angebot liefern will und kann. Mit dieser Frage setzt sich Holz als Projektleiter bei der Zugspitz Region in Kooperation mit dem Pfaffenwinkel auseinander.

Zunächst war die Bevölkerung aufgerufen, sich an einer Umfrage zu beteiligen. Über 900 Rückmeldungen bekam das Team zu bestehendem Angebot, Bedürfnissen, Brennpunkten und mehr. Diese gilt es nun auszuwerten. Danach steht eine sogenannte Bestands-, im nächsten Schritt eine Potenzialanalyse an. Sprich: Was haben wir? Was können wir bieten? Dabei geht es um jede Form des Radsports, um Strecken für Mountainbiker – in diesem Bereich sieht Holz die Region bereits sehr gut aufgestellt –, Rennradfahrer, E-Biker, Freizeitradler. Auf Basis der Analysen erarbeitet die Zugspitz Region als letzten Projektteil einen Maßnahmenplan. Darin sollen bereits die möglichen Strecken ausgewiesen sein. Bis Mitte nächsten Jahres, hofft Holz, liegt dieser Entwurf vor. „Dann ginge es an die Umsetzung.“ Heißt: Dann müssen erst einmal viele Gespräche mit vielen Beteiligten geführt werden.     

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