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Die Wohlfühlschule „rockt“ - Kardinal Reinhard Marx weiht die neuen St. Irmengard-Schulen

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Von: Katharina Brumbauer

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Schlüsselübergabe: (v.l.) die Schulleiter Otmar Würl, Bernhard Eiser und Wolfgang Mühldorfer gemeinsam mit Sandra Krump, die Vertreterin der Erzdiözese.
Schlüsselübergabe: (v.l.) die Schulleiter Otmar Würl, Bernhard Eiser und Wolfgang Mühldorfer gemeinsam mit Sandra Krump, die Vertreterin der Erzdiözese. © Thomas Sehr

Aufwendig sind die Erzbischöflichen St.-Irmengard-Schulen in Garmisch-Partenkirchen grundsaniert worden. Ein moderner, klimaeffizienter Komplex ist entstanden. Gestern gab es den Segen von höchster Stelle aus dem Erzbistum München und Freising.

Garmisch-Partenkirchen – Auch Kardinal Reinhard Marx konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Der Würdenträger hatte eben noch in einer feierlichen Andacht die grundsanierten St. Irmengard-Schulen gesegnet. Jetzt stimmte er in das schallende Gelächter aller Anwesenden in der Aula ein, als Architekt Franz Balda den symbolischen Schlüssel hochhielt, den er feierlich an Sandra Krump, Leiterin des Ressorts Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat München, übergab. Schmunzelnd merkte Balda nämlich an, dass das Objekt in seiner Hand mehr einer E-Gitarre als einem Schlüssel ähnelte. Dass sei dem Logo der Schule geschuldet, das in den Schlüssel eingebaut ist. Zugleich formulierte er das richtige Motto: „Irmengard rockt!“

Ich wünsche mir, dass diese Schule Licht ist. Dass man hier lernen kann, was Christsein bedeutet

Kardinal Reinhard Marx aus dem Erzbistum München und Freising

Gegenüber Krump äußerte er die Hoffnung, dass die Architektur des von ihm entworfenen Gebäudes dafür sorgt, dass sich die Schüler aller drei Bildungseinrichtungen dort zuhause fühlen. „Passen Sie gut auf diese Schule auf.“ Die Bildungsbeauftragte der Erzdiözese leitete diesen Wunsch und den Auftrag an die drei Schulleiter Otmar Würl (Gymnasium), Wolfgang Mühldorfer (Realschule) und Bernhard Eiser (Fachoberschule) weiter. Zurückhaltend stolz nahm das Trio den Auftrag an. „Jeder, der das Gebäude besucht, ist hellauf begeistert“, berichtete Würl. Modern, energieeffizient, offen und hell ist der Neubau geworden. Mit einer unterirdischen Hightech-Aula, deren Dach als Pausenhof dient. Mit einer nachhaltigeren Gebäudetechnik. Mit Türen aus Tannenholz und großen Fenstern. Eine Aussicht vom Wank bis zur Zugspitze geben sie frei. „Die Schüler sollen sich hier wohlfühlen.“

Der Segen für die Schulen: Kardinal Reinhard Marx vollzieht den Akt in der Aula.
Der Segen für die Schulen: Kardinal Reinhard Marx vollzieht den Akt in der Aula. © Thomas Sehr

In seiner Andacht erinnerte Marx an den christlichen Auftrag der Schule. Der Geistliche appellierte an das Miteinander, das Zugehen aufeinander und die Empathie. Nur das gebe in schwierigen Zeiten, „einer Krise der Kirche, dem Ukraine-Krieg, der Pandemie“ Vertrauen, dass alles gut wird. „Ich wünsche mir, dass diese Schule Licht ist und Geschmack gibt. Dass man hier lernen kann, was Christsein bedeutet, und wie wir als Christen sein möchten.“

Schüler befüllen den Grundstein mit symbolischen Gegenständen

Diesen Impuls nahm Schülerin Zoe Brütting auf. Gemeinsam mit ihren Mitschülern Jakob Mayer und Emely Pirner befüllte sie den Grundstein mit symbolischen Gegenständen wie dem aktuellen Tagblatt, das auf die Bauzeit Aufschluss geben soll, wenn der Grundstein einmal geöffnet wird. Dazu legte Brütting eine lichtspendende Kerze. Dabei betonte sie: „Diese Schule vermittelt uns einen Glauben. Der rüstet uns besser fürs Leben als alles andere, was wir hier lernen.“

Die räumliche Neugestaltung der Schule fand bei allen Anwesenden Wohlwollen. „Die umfangreiche und sehr gelungene Sanierung der St. Irmengard-Schulen haben diese Bildungseinrichtung noch einmal in ihrer Attraktivität gesteigert“, betonte es Landrat Anton Speer (FW). Dazu trägt bei, dass die Schüler aller drei Bildungseinrichtungen nicht mehr nach Schulart, sondern nach Jahrgang gemeinsam untergebracht sind. Hier zitierte Rektor Eiser Abraham Lincoln mit den Worten: „A house devided in itself cannot stand.“ Ein Haus, das in sich selbst geteilt ist, kann nicht stehen.

Verschiedene Schüler-Aufführungen umrahmen den coronabedingt kleinen Festakt

Am Donnerstagnachmittag lauschten alle geladenen Gäste schon mal dem Blechbläserensemble von St. Irmengard. Das Quartett eröffnete und beschloss den Festakt. Die Mädchen der fünften Jahrgangsstufe aus Realschule und Gymnasium brachten händeklatschend und rhythmisch stampfend zum Ausdruck: „Hier ist alles neu, Irmengard ist top!“ Und nach der Schlüsselübergabe präsentierte das Schulorchester Highlights aus dem Musical „The Greatest Showman.“

Verglichen mit üblichen Schulweihen fiel der Festakt bescheidener aus. Coronabedingt. Die Pandemie hat nicht nur den Abschluss der Sanierungsmaßnahmen immer wieder hinausgezögert. Auch an eine festliche Weihe war lange nicht zu denken. Die Fallzahlen innerhalb der Schulen, wie in vielen anderen Bildungseinrichtungen auch, waren lange überproportional hoch. „In einer so unsicheren Lage hat ein Fest keinen Sinn gemacht“, versicherte Würl.

Einige infizierte Lehrkräfte und Schüler gibt es immer noch. So entschieden sich die Erzdiözese und die Direktoren, nur im engsten Kreis zusammenzukommen. Festandacht, Segnung und Schlüsselübergabe gingen flott über die Bühne. Aber das, was dem Direktor am meisten am Herzen lag, der kirchliche Segen, den konnte sein Haus endlich empfangen. „Der Mittelpunkt der Feier sollte die Weihe sein“, betonte Würl. „Das ,Ja‘ der Erzdiözese zum Standort Garmisch-Partenkirchen.“

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