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Gezählte Tage: Die alte Beschriftung an der Kongresshaus-Fassade wird ersetzt.  

Alte Version kam der Gemeinde teuer

Digitale Außenbeschriftung fürs Kongresshaus: Braucht‘s das?

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Wie es mit dem Kongresshaus weitergeht, das steht noch nicht fest. Dafür aber, dass es eine neue Außenbeschriftung bekommt. Die Anschaffung soll sich schon nach einem Jahr rechnen.

Garmisch-Partenkirchen – Braucht’s das? Alois Maderspacher glaubt nein. Mit seiner Meinung stand der CSU-Gemeinderat, den nicht wenige für das strategische Hirn der Fraktion halten, allerdings sehr allein. Gegen seinen Willen hat der Finanzausschuss des Garmisch-Partenkichner Gemeinderats mit 9:1-Stimmen beschlossen, dass das Kongresshaus, über dessen Zukunft noch immer keine Klarheit herrscht – Neubau, Umbau und oder Sanierung – eine digitale Außenbeschriftung erhält.

Bislang prangt eine Schrift an der Fassade des Kongresshauses, die auf Veranstaltungen innerhalb des Gebäudes oder im Kurpark hinweist und die Vize-Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) zufolge 50 bis 60 Jahre alt sein soll. Die Buchstaben werden seit Jahrzehnten von Gemeindemitarbeitern angebracht. Zuerst vom Balkon aus, seit dies nicht mehr erlaubt ist, per Leiter von unten. Der Gemeinde kommt diese Art der Reklame in eigener Sache teuer. Die Rechnung, die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) aufmacht: Innerhalb von zwei Jahren seien 2000 Arbeitsstunden angefallen. Die Personalkosten dafür betrügen 74.000 Euro. „Die neue digitale Beschriftung kostet uns 33.700 Euro. Nach einem Jahr rechnet sie sich schon.“

Meierhofer versuchte auch, die Bedenken zu zerstreuen, was mit der Leuchtschrift passiert, sollte das Kongresshaus doch abgerissen und an welchem Standort auch immer neu gebaut werden. Sie sei wiederverwendbar und könne im Fall des Falles zum Beispiel bei der Tourist-Info angebracht werden, erklärte die Rathaus-Chefin.

Ums Geld ging’s auch Maderspacher. Das Kongressgeschäft gehe seines Wissens jedes Jahr um 20 Prozent zurück. „Weniger Kongresse heißt weniger Aufwand, heißt weniger Personal. Doch unser Personalstand bleibt immer gleich. Da passt was nicht.“ In der freien Wirtschaft würde es so etwas nicht geben. Deshalb in erster Linie sein Nein zur neuen Beschriftung. SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Allmann hält die „für längst überfällig“ und plädierte dafür, die „frei werdenden Beschäftigten für andere Arbeiten einzusetzen“. Bauer schloss sich Allmanns Ansicht an. „Die Neuzeit sollte auch bei uns Einzug halten.“ Mechtild Morhart (SPD) plagte die Sorge, die Leuchtreklame könnte ähnlich der im Spielerparadies Las Vegas ausfallen. „Sie sollte vom Stil her schon zu uns passen.“

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