+
Hoffen auf gute Resonanz bei der digitalen Zukunftsmesse: (v.l.) Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz-Region, und Projektleiterin Andrea Mohr. 

Berufsfindungstag in Garmisch-Partenkirchen 

Digitale Zukunftsmesse unter der Zugspitze 

Corona fordert neue Wege: Die Zukunftsmesse für Jugendliche und Eltern, die bisher mit Ständen im Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen vonstatten ging, wird am 29. Oktober digital abgehalten.  

Garmisch-Partenkirchen – Wenn die Zugspitz-Region in den vergangenen Jahren zur Zukunftsmesse eingeladen hatte, herrschte am Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen Ausnahmezustand. Hunderte von Schülern und viele Eltern schlenderten durch das Gebäude, nahmen die Ausbildungsmöglichkeiten bei den Betrieben des Landkreises in Augenschein. Allein 86 Aussteller waren es 2019. In Zeiten der Pandemie ist das ein unvorstellbares Szenario – zu viel Kontakt und keine Abstände. Deshalb geht die Zugspitz-Region heuer einen völlig neuen Weg: Der Berufsfindungstag wird am Donnerstag, 29. Oktober, in Form einer digitalen Messe abgehalten. „Es ist alles etwas anders in diesem Jahr“, sagt Sebastian Kramer.

Der Geschäftsführer hält die Zukunftsmesse nach wie vor für „ein wichtiges Medium im Landkreis“. Den Schülern – die digitale Messe richtet sich an 14- bis 20-Jährige – werden spannende und interessante Vorträge von Unternehmen, privaten Bildungsträgern und Schulen geboten, die sie am Rechner oder auf dem Smartphone verfolgen können. „Ich glaube, wir werden gute Gespräche haben und eine gute Resonanz“, ist Kramer vom Erfolg des neuen Formats überzeugt. Etwa 30 Aussteller sind es in diesem Jahr, die ihre Ausbildungsinhalte, Karrierechancen und Duale Studiengänge präsentieren.

Für die Mädchen und Buben der Mittel- und Realschulen ist die Zukunftsmesse ein verpflichtender Termin – sie werden vom Unterricht freigestellt. Gymnasiasten können freiwillig teilnehmen. „Um die 1000 Schüler haben wir letztes Jahr gehabt“, blickt Andrea Mohr zurück. Die Projektleiterin der Zukunftsmesse weiß aber: „Die erreichen wir nicht alle.“ Mit einem Link auf der Homepage der Zugspitz-Region können sich die Interessenten registrieren lassen. Im Rahmen der Vorträge gibt es Chatfenster, in denen sich die Schüler im Eins-zu-eins-Gespräch mit den Referenten unterhalten können. Auch ein Videochat ist möglich.

„Für uns ist das auch Neuland“, sagt Mohr. Sie ist gespannt auf die digitale Messe und hofft, dass „der Mut groß sein wird, in die Gespräche zu gehen“. Die Projektleiterin hat festgestellt: „Die Jugendlichen sind durch die neuen Umstände des Lernens und Unterrichts bereits sehr fit in der digitalen Welt.“ Daher erwarte man eine rege Beteiligung. Schließlich ist die Berufswahl eine Entscheidung von besonderer Tragweite.

Corona zum Trotz wünscht sich Kramer frühere Verhältnisse zurück. „Eine digitale Messe kann die Präsenzmesse nicht ersetzen.“ Gleichwohl hält er die Zukunftsmesse am Donnerstag für eine „super Ergänzung“ zum bestehenden Angebot. Möglichkeiten für Schulabgänger zum Einstieg in den Beruf sind in der Region immer noch zuhauf vorhanden: Kramer nennt an dieser Stelle Tourismusbetriebe wie das Schloss Elmau, den Alpenhof Murnau oder Mittelständler wie Gasplast oder Langmatz. „Auch bei den Banken gibt es wieder Chancen, die brauchen Nachwuchs“, betont der Experte.

Einige Aussteller hätten bereits wegen einer weiteren Digitalmesse im Frühjahr angefragt. „Unser Ziel ist es aber, nächstes Jahr wieder eine Präsenzmesse zu veranstalten.“ Sollte das wegen Corona nicht möglich sein, sei es vorstellbar, die Berufsbildungsplattform wieder digital zu veranstalten, verdeutlicht Kramer.

Abschließend blickt der Geschäftsführer auf seine eigene Schulzeit zurück. „Bei uns ist früher einmal im Jahr einer von der Arbeitsagentur gekommen, hat einen Vortrag gehalten und einen Riesenstapel an Infomaterial dagelassen.“ Da habe sich die Situation für die Absolventen heutzutage „meilenweit verbessert“. Jetzt werden die Schulabgänger zielgerichtet aufs Berufsleben vorbereitet. Kramer erwähnte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Beratungslehrer, den Ausbildungskompass, die Praktika in den Betrieben und die
P-Seminare am Gymnasium.

Weitere Informationen

Die Zukunftsmesse findet am Donnerstag, 29. Oktober, von 9 bis 14 Uhr statt. Geboten werden umfassende Einblicke in die Berufswege mit Fokus auf die Ausbildungsbetriebe der Region. Schüler, Eltern und Lehrer können sich unter https://app.vystem.io/event/
zukunftsmesse/signup registrieren. Nähere Informationen für Besucher gibt es auf der Webseite www.zukunftsmesse-gap.de.

Alexander Kraus 

Auch interessant

Kommentare