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Freut sich auf den Ruhestand: Bernd Schober, Direktor der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen.

Kreativer Geist nimmt Abschied

Direktor Schober verlässt die Zugspitz-Realschule 

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Nach 33,5 Jahren ist Schluss. Direktor Bernd Schober verlässt die Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen. Seine Nachfolgerin ist eine Einheimische.

Garmisch-Partenkirchen – Ein großer Hund, der selbstbewusst auf einem Radl thront und sein Herrchen an der Leine hinter sich herzieht – so stellt sich Bernd Schober seinen Ruhestand vor. Mit einem Augenzwinkern, versteht sich. Die entsprechende Karikatur, die die Einladung zu seiner Abschiedsfeier ziert, stammt aus seiner Feder. „Ich bin ein kreativer Mensch“, sagt der Direktor der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen. Das Bild hat er freilich mit einem Hintergedanken gemalt, denn einen Hund will er sich jetzt möglichst bald anschaffen. Nach zwei Jahren ohne vierbeinigen Begleiter „merke ich, dass ich das auch für die Gesundheit brauche“, erklärt der 65-Jährige. „Mit einem Hund muss man einfach immer rausgehen, das tut gut.“ Ob’s wieder ein Labrador oder ein Appenzeller Sennenhund wird, da hat sich der Vater zweier Töchter derweil noch nicht festgelegt.

Die traumhafte Natur in seiner Wahlheimat, in die er sich gleich bei seinem Vorstellungsgespräch 1983 verliebt hat, will Schober künftig ausgiebig genießen – sei’s mit dem Hund, bei Ausflügen mit seiner Frau – „sie hat mir immer den Rücken freigehalten“ – oder Streifzügen mit seiner Kamera. Langeweile befürchtet der Kunsterzieher, der zudem Informatik unterrichtete, in seinem neuen Lebensabschnitt nicht. Zumal er – zumindest noch einige Monate – seiner Schule verbunden bleibt, auch wenn er heute offiziell verabschiedet wird und am Freitag, 17. Februar, seinen letzten Arbeitstag hat. Die Homepage bleibt noch eine Weile in seinen Händen, solange, bis ein geeigneter Kandidat gefunden wurde. Zudem strebt er mit seiner Nachfolgerin Regina Spitzer (48) einen fließenden Übergang an. „Sie übernimmt auch meine drei Klassen“, verrät der gebürtige Waldmünchner, der in Rosenheim aufgewachsen ist. Allerdings nicht in Informatik, sondern in Geschichte. „Bei ihr weiß ich alles in guten Händen“, beschert er der Oberauerin, die noch die Orlando-Di-Lasso-Realschule in Maisach (Landkreis Fürstenfeldbruck) leitet, schon einmal Vorschusslorbeeren. „Da kann ich beruhigt gehen.“

Schober nimmt schöne Erinnerungen mit

Realschüler an der Uni: In München präsentieren Bernd Schober und seine Schützlinge ihren CAD-Modellversuch.

33,5 Jahre – „mehr als mein halbes Leben“ – gehört Schober zur Schulfamilie am Gamsangerweg – erst als Lehrer, dann als Konrektor und seit 2003 als Direktor. Kein Wunder, dass sein Herz an der Einrichtung hängt. Auch wenn es mal Unstimmigkeiten gab und die Zeiten, als die Schule mit 650 Schülern an ihre Grenzen stieß, an allen zehrten, so überwiegen doch die schönen Erinnerungen. An den Modellversuch „CAD an der Realschule“ etwa, in dessen Rahmen sich bayernweit fünf Einrichtungen im Konstruieren am Computer versuchten, und das Schober und seine Schützlinge dann 1998 an der Universität in München präsentierten. Oder an das enorme Engagement der Schüler, die in den vergangenen Jahren unter anderem allein 5000 Bäume am Wank gepflanzt haben. Auch der hervorragende Kontakt zum Pharmaunternehmen Roche in Penzberg – „einer unserer größten Lehrherren, da gehen jedes Jahr zehn bis zwölf unserer Absolventen hin“ – zählt dazu. Und eines seiner letzten Themen, die Umstellung der Verpflegung – weg von Zucker und Fett hin zu gesunder Ernährung. „Gerade die grünen Smoothies waren für manche gewöhnungsbedürftig“, erinnert er sich schmunzelnd. „Aber immer mehr Schüler nehmen’s an.“

Was seine Schützlingen – die Zahl hat sich auf um die 400 eingependelt –, die 35 Lehrer und das Team in der Verwaltung auszeichnet, „ist das hervorragende Miteinander“. Dazu tragen auch die 25 Schülerinnen bei, die aktuell die frühere Knabenschule besuchen. 2007/08 öffnete sich die Einrichtung für Mädchen, vor allem, um ihnen den Zugang zum Wahlpflichtfach Werken zu ermöglichen. Ein Schritt, der sich als positiv erwiesen hat. „Sie sind eine Bereicherung für die Schule.“ Bei der offiziellen Verabschiedung heute Vormittag mit Vertretern aus Politik und der anderen Schulen ist nur ein kleiner Teil der fünft- bis Zehntklässler vertreten. Im Beisein aller erfolgt dann am Montag, 20. Februar, die symbolische Übergabe des kunstvoll geschmiedeten, überdimensionalen Schlüssels an Regina Spitzer.

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