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Eine Theaterfamilie: Rainer Pokorny, Tatjana Pokorny, Regina Rohrbeck (h. v. l.) und Lilian sowie Helena Weckmann (v. v. l.) stehen in „Die kleine Gräfin“ auf der Bühne.

„Die kleine Gräfin“ wird aufgeführt

Drei Generationen im Kleinen Theater auf einer Bühne

Garmisch-Partenkirchen - Das Theater ist ihre Leidenschaft. Die haben Rainer Pokorny und Regina Rohrbeck nicht nur an ihre Tochter Tatjana Pokorny, sondern auch an ihre Enkelinnen Lilian und Helena weitergegeben. Gemeinsam stehen sie jetzt im Weihnachtsstück „Die kleine Gräfin“ auf der Bühne.

 „Mit meiner Familie auf der Bühne zu stehen, ist für mich das Schönste“, sagt Lilian Weckmann. Die Neunjährige spielt in dem Weihnachtsstück „Die kleine Gräfin“, das am Sonntag, 4. Dezember, um 20 Uhr im Kleinen Theater in Garmisch-Partenkirchen uraufgeführt wird, die weibliche Hauptrolle. Und mit ihr auf der Bühne stehen neben den Großeltern, Regina Rohrbeck–Pokorny und Rainer Pokorny, ihre Mama Tatjana (sie führt auch Regie) und ihre kleine Schwester Helena (5). Papa Matthias Weckmann hat für dieses Drei-Generationen-Stück die Romanvorlage des Weihnachtsklassikers „Der kleine Lord“ von Frances Hodgson Burnett zur Bühnenfassung umgeschrieben. Aus dem kleinen Lord wurde so mir nichts dir nichts die kleine Gräfin Charlotte gemacht, die nicht in England und Amerika, sondern in Preußen und Österreich so manch ein Abenteuer erlebt. So ist dieses Stück eine Gemeinschaftswerk der Familie Rohrbeck-Pokorny-Weckmann.

Für Lilly, wie sie von ihren Freunden und der Familie genannt wird, bedeutet das: viel Text lernen. „Das macht mir nichts, ich übe im Stillen, am liebsten in meinem Bett und bin gar nicht aufgeregt, weil die Mama ja dabei ist und mir hilft, wenn ich mal nicht weiter weiß“, plaudert die Schülerin munter drauf los. „Es ist erstaunlich, wie ruhig und gelassen sie ist“, wundert sich Opa Rainer, der ihren strengen Großvater spielt, und der sich riesig darüber freut, endlich einmal wieder mit der gesamten Familie auf der Bühne zu stehen (zum 65-jährigen Bestehen des Theaters vor zwei Jahren vereinte das Zaubermärchen „Der Bauer als Millionär“ bereits drei Generationen) zu spielen. Pokorny ärgert sich nur darüber, dass ihm, im Gegensatz zu seiner Enkelin, das Textlernen immer schwerer fällt. „Früher habe ich quasi im Lesen gelernt, heute brauche ich viel mehr Zeit.“ Lillys Mama Tatjana erzählt, dass ihre Tochter die Ruhe nicht von ihr habe. „Ich bin viel nervöser und quirliger. Im Stück ist es übrigens genau umgekehrt.“

Während sie selbst erst als 13-Jährige auf die Bühne durfte, „weil Tatjana sich auf die Schule konzentrieren sollte“, wie Regina Rohrbeck-Pokorny erklärt, dürfen Lilly und Helena früh erste Theatererfahrungen sammeln. „Es war ihr sehnlichster Wunsch, den ich ihnen nicht ausschlagen konnte. Und freies Reden oder Auswendiglernen kann man ja auch im Leben gut gebrauchen.“ Für die kleine Helena, die in die Rolle der Luise, der besten Freundin von Charlotte, schlüpft, ist es ihre erste Sprechrolle. Selbstbewusst erklärt die Fünfjährige: „Ich weiß schon, was ich sagen muss und brauche die Mama gar nicht.“

Die Regiearbeit war für Tatjana Pokorny dieses Mal leichter. „Wenn meine Eltern mitspielen, stimmt jeder Ton, da muss nicht lange geprobt werden“, sagt sie. Das einzig Schwierige war für sie, ihren Töchtern Anweisungen zu geben. „Dabei lobe und ermuntere ich sie doch viel lieber.“

In den letzten Tagen vor der Premiere am Sonntag stehen nun für alle noch einige Probentermine auf dem Kalender. Das Familien-Oberhaupt Rainer Pokorny ist schon jetzt mächtig stolz auf seine Lieben. „Irgendwie ist es alles ganz anders als sonst“, sagt er sichtlich gerührt. Heute ist der gebürtige Wiener froh, dass seine Tochter damals nicht auf ihn gehört hat. Denn wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte sie Medizin oder Jura studiert. „Eben etwas Anständiges.“ Doch die einstige St.-Irmengard-Schülerin setzte sich durch, überzeugte den besorgten Vater von ihrer Begabung. Er selbst, der am Theater auch für das Bühnenbild zuständig ist, habe sich auch andere Berufe vorstellen können: Malerei, Musik, Schriftstellerei – Pokorny hat viele Talente. Seine Tochter hingegen erklärt: „Ich habe den schönsten Beruf und würde ihn für kein Geld der Welt eintauschen.“ Bei all der Unterschiedlichkeit, eines haben alle Pokornys gemein: die Liebe zum Theater. Und zur Familie. Und alle freuen sich auf die leuchtenden Augen der Besucher, die „ihr“ Weihnachtsmärchen „Die kleine Gräfin“ im Kleinen Theater erleben werden.

Die Besetzung:

Der Graf (Rainer Pokorny), Charlotte, die kleine Gräfin (Lilian Weckmann – neun Jahre alt, stand bislang als „Amor“ in einer kleinen Rolle im „Bauer als Millionär“ auf der Bühne), Charlottes Mutter (Tatjana Pokorny), Tante Adele, die beste Freundin von Charlottes Mutter (Regina Rohrbeck), Wimmer, Sekretär und Rechtsbeistand des Grafen (Georg Löcherer), die Intrigantin (Marianne Theil), Luise, beste Freundin von Charlotte (Helena Weckmann – fünf Jahre, erste Sprechrolle).

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