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Haben die Entwicklung der Marktgemeinde im Blick: (v.l) Matthias Fladner, Astrid Eggensberger und Dr. Sigrid Meierhofer,

Fünf räumliche Schwerpunktbereiche im Ort als Grundlage

Drittes ISEK-Forum: Visionäre Ideen für Garmisch-Partenkirchen präsentiert

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Willkommen in der Konzeptschmiede: Zum dritten Mal trafen sich Bürger und Städtebau-Expertenbeim beim ISEK-Forum – um gemeinsam Ideen für die Zukunft Garmisch-Partenkirchens zu kreieren.

Garmisch-Partenkirchen – Hätte eine Jury nach dem dominantesten Begriff beim dritten ISEK-Forum gesucht, sie wäre schnell fündig geworden. Das „Wort des Abends“ fiel unentwegt. Es lautete: Potenzial. Dieses steckt nach Ansicht der Experten in vielen Standorten und Bereichen von Garmisch-Partenkirchen. In der Theorie, denn praktisch wird es nicht oder zu wenig ausgeschöpft.

Genau das soll sich durch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ändern. Das interdisziplinäre Projekt-Team durchleuchtet den Ort, erarbeitet Lösungen und liefert somit langfristige Entwicklungoptionen für die Marktgemeinde. Diesmal konzentrierte es sich beim Treffen mit den rund 40 Forums-Teilnehmern aus Tourismus, Politik, Kultur, Wirtschaft und Vereinen auf fünf räumliche Schwerpunktthemen: das Abrams-Gelände, das westliche Bahnhofsumfeld, den Bereich Kurpark, Fußgängerzone, Chamonixstraße und Kongresszentrum, den Bereich rund um das Olympia-Skistadion sowie den Aspekt Verbindungen.

In Impulsreferaten wurden Probleme beim Namen genannt und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Die Ideen – größtenteils innovativ. Astrid Eggensberger, Planerin von Koch + Partner, stellte zum Beispiel ein Konzept für das Abrams als energieautarkes Quartier vor. Dies würde unter anderem Neubauten im Passivhausstil und ein Blockheizkraftwerk beinhalten. Ein Vorschlag, der auf Zuspruch stieß: „Ich möchte gern klatschen“, sagte Christine Wedler, Mit-Organisatorin von „ESSbares Garmisch-Partenkirchen“. „Das hört sich toll an.“

Eggensberger weiß, dass es bei dem Areal bereits viele Nutzungsbegehrlichkeiten gibt. Der Markt könnte sich dort mitunter ein Bildungszentrum für Kranken-, Kinder- und Altenpflege mit Campus-Charakter und ein Seniorenheim vorstellen. Auch die Bundespolizei hat Interesse an einem Teil der Fläche angemeldet. Es liegt also nicht alleine in der Hand der Gemeinde, sich das Gelände zusammenzupuzzlen.

Ähnlich verhielt es sich mit dem westlichen Bahnhofsumfeld mit seiner verbindenden Lage zwischen den beiden Ortsteilen, das zu einer Mobilitätsdrehscheibe umgeformt werden könnte. Heißt, die Aufenthaltsqualität dort zu steigern und die Fläche zum „Hotspot“ entwickeln. Wie? Zum Beispiel als Mikrostandort für Sami Haddadins Geriatronik. „Es ist noch nicht richtig durchgedrungen, was man da für einen Fang gemacht hat“, betonte Prof. Dr. Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement. Doch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) stellte eines noch einmal klar. „Wir haben keinen Zugriff auf das Areal“, weil es sich im Eigentum von Investor Franz Hummel befindet.

Man könnte sich fragen, warum dann das Ganze? Die Antwort lautet: ISEK – die Teilnahme ist die Voraussetzung, um ins Städtebauförderprogramm zu kommen – zielt nicht darauf ab, dass Ideen eins zu eins umgesetzt werden, sondern das Gedanken fließen, man mit Bürgern Möglichkeiten auslotet, wohin die Reise der Gemeinde in den nächsten rund 15 Jahren gehen könnte. Das Experten-Team konzipiert dabei Ideale, „ohne Zuständigkeiten oder Besitzverhältnisse zu berücksichtigen“, erklärte Matthias Fladner, der mit Eggensberger ISEK federführend leitet.

Selbst, wenn manches utopisch erschien, es wurden auch zeitnah realisierbare Anreize geliefert, gerade was das Radwegenetz oder die Verschönerung des Michael-Ende-Kurparks anbelangt. Meierhofer, die sich in den Arbeitskreisen aktiv beteiligt, saugte alles auf. Sie betrachtet ISEK als Chance und zitierte deshalb Hermann Hesse: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“

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