Drogenkauf: Wirt bekommt 15 Monate auf Bewährung und 2000 Euro Strafe

Garmisch-Partenkirchen - Anfangs bestritt der Angeklagte (42) alle Vorwürfe. Schließlich gab er zu, Kokain gekauft und weitergegeben zu haben. Dafür erhielt er eine Bewährungs- und Geldstrafe.

Drogenpartys sowie regelmäßiger Kauf von Kokain und dessen Weitergabe an Gäste: Derlei Delikte soll ein 42-jähriger Mann begangen haben, als er Wirt in einem Garmisch-Partenkirchner Nachtlokal war. Der jetzt in Mittenwald tätige Mann bestritt zwar vor dem Amtsgericht zunächst sämtliche Anklagen. Doch schließlich räumte er Drogenkäufe ein und gab zu, auch mal Kokain an Freunde und Bekannte weitergegeben zu haben. Dafür erhielt er eine 15-monatige Bewährungsstrafe sowie eine Geldauflage von 2000 Euro.

Eine ganze Liste von Anklagen hatte Staatsanwältin Katrin Kunz vorgebracht: Bei Drogenpartys in seinem Lokal habe der Mann Ende 2007 bis Anfang 2008 nicht nur selbst Kokain genossen, sondern auch unentgeltlich an Bekannte abgegeben. Er habe das Rauschgift bei einem Dealer erworben, zeitweise einmal pro Woche fünf Gramm. Einmal habe er einen Mitarbeiter - dieser werde noch belangt - mit 400 Euro nach Wolfratshausen geschickt, um dort Kokain zu kaufen. Insgesamt seien zehn Fälle des illegalen Erwerbs und der Weitergabe von Drogen zusammengekommen.

„Stimmt von vorn bis hinten nicht, alles Quatsch“, erklärte der Angeklagte sofort. Zwar habe er 2002 begonnen, Haschisch zu rauchen. Koks habe er aber erst- und letztmals am 17. November 2007 in einer Menge von fünf Gramm gekauft, ganz allein konsumiert und dafür auch einen Strafbefehl erhalten. Sein Lokal habe er ab Oktober 2006 geleitet und erst im Laufe der Zeit mitbekommen, dass manche Kunden Drogen rauchten.

Richter Michael Rothärmel trug eine Aussage des Mannes vor, der laut Anklage nach Wolfratshausen geschickt worden war, um Koks zu kaufen: Er sei vom Angeklagten verführt worden, die Droge zu nehmen und habe auch an Partys teilgenommen, bei denen Kokain zur Verfügung stand. Auch die Wolfratshausen-Fahrt bestätigte er. „Warum", fragte Rothärmel, „sollte der Mann das erfinden, zumal er sich damit selbst belastet? Das ergäbe keinen Sinn.“ Der Richter ermutigte den Angeklagten zum Geständnis: Dann drohe eine Bewährungsstrafe von einem guten Jahr. Und bei einer Strafe von mehr als einem Jahr sei eine Aussetzung zur Bewährung nur unter besonderen Umständen möglich, ergänzte die Staatsanwältin.

Das saß: Kleinlaut gestand der Wirt die Wolfratshausen-Fahrt. „Aber die Partys stimmen nicht, das schwöre ich auf meine Kinder.“ Nach einer Beratungspause mit Verteidiger Franz Großhauser teilte dieser mit, sein Mandant räume vier Drogenkäufe ein. Es könne auch sein, dass er mal etwas vom Kokain weitergegeben habe.

Nach diesem Teilgeständnis stellte der Richter die Anklage wegen der anderen Fälle ein. Die Staatsanwältin beantragte 15 Monate Freiheitsentzug auf Bewährung und eine Geldauflage von 3000 Euro. Der Verteidiger hingegen verwies darauf, dass der Wirt mit dem Lokal in Garmisch-Partenkirchen Schiffbruch erlitten habe. Er besitze jetzt eines in Mittenwald und versuche, sich damit hochzupäppeln. Deshalb seien allenfalls 2000 Euro Bewährungsauflage möglich. Der Richter folgte beiden Anträgen: Er verhängte sowohl 15 Monate Gefängnis, auf drei Jahre ausgesetzt, als auch 2000 Euro Bewährungsstrafe, ratenweise zu zahlen an die Werdenfelser Werkstätten für Behinderte.

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