Nun ist es unterzeichnet: Dirk Heering (l.) und Thomas Schmid machen die Winterschool perfekt. foto: katrin martin

Durch die Winterschool können Studenten Kurse in Garmisch-Partenkirchen belegen

Garmisch-Partenkirchen - Im Februar werden die ersten Studenten und Dozenten ins Werdenfelser Land kommen, um im Rahmen der Winterschool Module im Bereich Wintersport zu absolvieren.

Zu einer wissenschaftlichen Hochburg wird Garmisch-Partenkirchen wohl nicht mehr werden. „Der Zug ist schon vor zehn, zwölf Jahren abgefahren“, findet Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). Zu jener Zeit sollten die Universitätsstandorte im Freistaat mehr gestreut werden. „Es wurde verpasst, ,hier’ zu schreien.“ Mit dem Studienangebot im George-C.-Marshall-Center bekam die Marktgemeinde aber zumindest den „kleinen Zeh in die Tür“, sagt Schmid.

Ein weiterer Schritt, junge und qualifizierte Leute in das Werdenfelser Land zu locken, ist nun getan: Seit diesem Semester gibt es in Garmisch-Partenkirchen die so genannte Winterschool (englisch für Winterschule). „Das ist eine Weiterbildungs-Woche für Wissenschaftler und Studenten höherer Semester“, erklärt Professor Dr. Dirk Heering, der das Projekt vor Ort initiierte und betreut. Die Kurse im Bereich Wintersport werden von der Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin mit deren Campusstandort Ismaning bei München angeboten. Sie gehören zum internationalen IUN-Verbund (International University Network), zu dem auch Hochschulen in Salzburg und Erding, wo Heering unterrichtet, zählen.

Der im Allgäu geborene Akademiker wohnt seit 16 Jahren in Garmisch-Partenkirchen. „Deshalb war es mir ein Wunsch, hier Kurse anbieten zu können“, sagt der 44-Jährige, der schon vor vier Jahren die Winterschool angeregt hatte. „Da sind wir aber noch nicht so weit gewesen“, erklärt Bürgermeister Schmid. „Einige Liegenschaften waren noch nicht in den Händen der Gemeinde. Die Miete zu übernehmen, wäre finanziell nicht machbar gewesen.“ Mittlerweile können Räume angeboten werden, die dem Markt gehören.

Der Unterricht findet nun an ganz unterschiedlichen Stellen statt: zum Beispiel praktisch beim Langlauf in Kaltenbrunn oder theoretisch in Seminarräumen unter der Schanze und auf der Zugspitze. „Wir können eine tolle Lernumgebung bieten. Den Teil für das Hirn übernehmen die Professoren“, sagt Schmid augenzwinkernd.

Die ersten Studenten kommen am 26. Februar 2011 im Rahmen ihrer Ausbildung zum Sportlehrer nach Garmisch-Partenkirchen. „Es werden 20 Lernende und sieben oder acht Lehrpersonen sein“, erwähnt Heering. Ziel ist, das Angebot stetig auszubauen. „Vier bis fünf Veranstaltungen pro Semester sollten möglich sein. Eventuell bauen wir ja auch noch eine Sommerschool auf.“ Pläne können nun ganz in Ruhe geschmiedet werden. Die Kooperationsvereinbarung zwischen Uni und Marktgemeinde ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. (kma)

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