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In die Jahre gekommen: Die Loisachbrücke an der Burgstraße muss saniert werden.

Gemeinde schiebt Schwarzen Peter Staatlichem Bauamt Weilheim

Durchhalteparolen für die Loisachbrücke

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Jedes Jahr wird mittlerweile überprüft, ob die Loisachbrücke an der Burgstraße der Verkehrslast noch standhält. Das Bauwerk aus dem Jahr 1970 weist nämlich ziemliche Schäden auf. Um eine Sanierung störungsfrei abwickeln zu können, muss es aber bis zur Eröffnung des Kramertunnels durchhalten.

Garmisch-Partenkirchen – Fast 50 Jahre hat sie schon auf dem Buckel. Jahre, in denen sie massiv beansprucht wurde. In denen im Schnitt 15 000 Fahrzeuge, darunter tonnenschwere Lkw, über sie rumpelten. An der Loisachbrücke im Ortsteil Garmisch nagt der Zahn der Zeit. Das ist auch Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim bewusst. Den Vorwurf, dass er und seine Mitarbeiter das Dilemma bewusst aussitzen, bis die Ortsdurchfahrt bei der Eröffnung des Kramertunnels an die Gemeinde zurückgibt, weist er allerdings weit von sich. Was Garmisch-Partenkirchens Bauamtsleiter Jörg Hahn da auf Nachfrage im Finanzausschuss geäußert hatte, entbehre jeglicher Realität.

„Wenn wir eine Bundesstraße, wie hier die B 23, abgeben, dann natürlich so, dass sie ihre Funktion erfüllt“, betont Kordon. Zumal diese ja auch nach der Eröffnung des Kramertunnels eine wichtige Ortsverbindungsstraße bleibt. Um die Sanierung der Loisachbrücke allerdings möglichst störungsfrei abwickeln zu können, hoffen die Vertreter der Weilheimer Behörde tatsächlich darauf, dass das Bauwerk bis zur Eröffnung der Ortsumfahrung durchhält. „Dann können wir vernünftig umleiten“, erklärt Kordon. Müssten er und seine Kollegen schon früher aktiv werden, „wäre das mit wesentlich mehr Aufwand verbunden und von der Abwicklung her unangenehmer“.

Noch steht allerdings nicht fest, wann der Kramertunnel fertig gestellt wird. Momentan läuft das ergänzende Planfeststellungsverfahren, das sich unter anderem damit befasst, wie die Röhren durch den Bergsturzbereich mit viel Lockergestein geführt werden sollen. Auch angesichts dieses völlig offenen Zeitrahmens, nehmen die Experten die Brücke mittlerweile jährlich unter die Lupe. „Normalerweise findet die einfache Prüfung alle drei, und die Hauptprüfung alle sechs Jahre statt“, sagt Kordon. Angesichts der schlechten Bauwerksnote, die die Loisachbrücke bekommen hat, greift hier eine Sonderregelung. „Sollte sich ihr Zustand verschlechtern, können wir sofort reagieren.“ Akut besteht jedoch Kordon zufolge kein Handlungsbedarf.

Neben den enormen Lasten, die die Brücke jeden Tag aushalten muss, machen ihr auch die Witterung und das Streusalz im Winter zu schaffen. Korrosionsschäden – und zwar am ganzen Bauwerk – sind das deutlichste Zeichen für seinen schlechten Zustand. „Die Frage ist zudem, inwieweit die Abdichtungen noch halten“, sagt Kordon.

Sollte sein Plan aufgehen und die Sanierung erst nach der Eröffnung des Tunnels erfolgen, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte das Straßenbauamt die Maßnahmen einleiten und unter seiner Regie durchziehen. „Die zweite Variante ist, dass wir der Gemeinde das Geld geben, dann kann diese frei agieren.“ Davon wird Gebrauch gemacht, wenn beispielsweise im Zuge des Rückbaus einer Ortsdurchfahrt Bürgersteige verbreitert oder ein Radweg installiert werden soll. Kordon ist es letztendlich egal, was davon zum Tragen kommt. Er hofft nur, dass sich der Zustand der Brücke nicht plötzlich rapide verschlechtert.

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