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Der Hingucker auf der Baustelle: der Prototyp der Eckbauerbahn-Kabine ist gelb.

Eine Gondel wird aus der Reihe tanzen

Eckbauerbahn-Prototyp sorgt für Gerede - dabei sehen neue Kabinen ganz anders aus

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Ein Prototyp der Gondeln für die Eckbauerbahn sorgt für gehörig Gesprächsstoff: Sie ist gackerlgelb. Doch die eigentlichen Gondeln werden eine ganz andere Farbe haben.

Garmisch-Partenkirchen – Sie steht mitten auf der Baustelle. Die gelbe Farbe sticht zwischen dem grauen Beton ins Auge. Dort, wo in wenigen Wochen die Talstation der Eckbauerbahn errichtet wird, ist die neue Kabine der Firma Doppelmayr/Garaventa der farbige Hingucker. Allerdings handelt es sich bei der gelben lediglich um ein Ausstellungsstück. Viele überlegten seither, ob wirklich alle Seilbahn-Gefährte diese Lackierung haben werden.

Bahn-Chefin Katrin Ostermair-Maurer hat das Geheimnis nun gelüftet: „Nein“, sagt sie. „Nur der Prototyp ist gelb.“ Sie hat sich bei den neuen 45 Kabinen stattdessen für die Farbe Anthrazit entschieden, ein dunkles, warmes Grau. Man assoziiere damit „den hochwertigen Glanz von Steinkohle“, behauptet der Hersteller Doppelmayr.

Bei Ostermair-Maurer kam die Farbe gut an. Wichtig war ihr aber vor allem eines: „Eine Kabine soll Rot werden.“ Das hat Tradition bei der Eckbauerbahn. Auch unter den 74 Gefährten aus dem Jahr 1956 leuchtete eine immer heraus – ihre rote Lieblingsgondel. 

Damit sind die wenigen Gemeinsamkeiten mit den früheren Kabinen schon aufgezählt. Waren die alten Gondeln noch luftige Zweisitzer, bringen die modernen jetzt bis zu sechs Menschen auf den Eckbauer.

Neue Kabinen in der Schweiz Probe gesessen

Eine solche Kabine wird nicht im Katalog bestellt. Das Eckbauer-Team hat sie am Firmensitz von Doppelmayr in der Schweiz angeschaut. „Da haben wir viele ausprobiert.“ Ostermair-Maurer und ihre Begleiter sind Probe gesessen. Wie viele Personen können darin gemütlich sitzen? Sind die Polster bequem? Und vor allem: Passen Rollstühle und Kinderwagen hinein? 

Letzteres war der Bahnbesitzerin besonders wichtig. Deshalb hat sie sich bewusst für eine Sechser- und keine Viererkabine entschieden. Ist sie mit einem halben Dutzend Wanderer oder Skifahrer besetzt, haben immer noch „alle bequem Platz“.

Ein paar Spezialanfertigungen braucht es. So befindet sich der Skiständer nicht wie bei vielen anderen Bergbahnen an den Seiten der Kabinen, sondern in einer Halterung in der Gondel. Aus Platzgründen. „Das Ganze wäre sonst zu breit geworden beim Einfahren in die Tal- und Bergstation.“

Letztere ist bereits fertig, genauso wie die 13 neuen Stützen. Ostermair-Maurer klopft auf Holz: „Bisher hatten wir Glück und sind gut im Zeitplan.“ Nicht nur das Wetter spielte, wie berichtet, bei den Bauarbeiten mit. Auch der Boden machte keine Probleme, der Untergrund für die Masten war tragfähig. 

Dabei brauchte die Bahn neue Fundamente, denn die bisherigen waren schon über 62 Jahre alt. Die Bauarbeiten für die Talstation gehen nach den anstehenden Großereignissen im Skistadion – allen voran das Neujahrsskispringen – und je nach Wetterlage unverzüglich weiter. Die neue Bahn mit ihren modernen Kabinen wird voraussichtlich im Mai 2019 die ersten Gäste transportieren.

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