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Ziehen an einem Strang: (v. l.) Herfried Christl, Maria Ackermann, Horst Hermann und Martin Schröter.

Alte Diskussionen bleiben

Ehemaliges PX-Gelände: V-Markt war und ist das Ziel der Eigentümer

Derzeit stehen Container auf dem ehemaligen PX-Gelände in Garmisch-Partenkirchen. Das bleibt noch eine ganze Weile so. Doch die Diskussionen um einen V-Markt werden zurückkommen. Die Eigentümer halten an ihren Plänen fest.

Garmisch-Partenkirchen Container stehen auf dem ehemaligen PX-Gelände an der Bahnhofstraße in Garmisch-Partenkirchen. Dort findet Unterricht statt. Daran hat man sich gewohnt. Fast könnte man vergessen, dass die Frage nach der Nutzung des 13 000 Quadratmeter großen Areals nach wie vor ungeklärt ist. Fest steht: Die jahrelangen Diskussionen um einen V-Markt werden weitergehen. Denn der Eigentümer, die Georg Jos. Kaes GmbH, um Geschäftsführer Horst Hermann hält an seinen Plänen fest. Das machte er jetzt im Alpenhof klar. Die FDP Werdenfelser Liberale hatten ihn zu einem Gespräch eingeladen.

Derzeit sind in den Containern die Schülerinnen der St.-Irmengard-Schule untergebracht. Ziehen sie – voraussichtlich zum September 2020 – in ihr frisch saniertes Haus ein, kommen nach aktuellem Plan die Schüler der Zugspitzrealschule. Dort wird wohl bis mindestens 2023 gebaut. Für die Zeit danach aber droht das Grundstück – wie seit vielen Jahren – brach zu liegen, betonte der FDP-Ortsvorsitzende Martin Schröter.

V-Markt bislang nur in Oberammergau und Saulgrub

Natürlich nicht, wenn es nach Hermann geht. Er leitet das Unternehmen aus Mauerstetten und machte klar: Ein V-Markt „ist und war unsere erklärtes Ziel, als wir das Grundstück erworben haben“. 2009 also. Seitdem will er auf einer Verkaufsfläche von etwa 5500 Quadratmetern ein umfangreiches Sortiment mit Bio- und Drogeriewaren aufbauen, samt Getränkeabteilung und ein Café mit 50 Plätzen. Die V-Markt Kette ist die Vertriebs-Marke der Georg. Jos. Kaes GmbH für den Lebensmittelbereich und in der Region bislang nur in Oberammergau und Saulgrub vertreten. „Wir sehen hier in Garmisch-Partenkirchen großes Potenzial“, betonte Geschäftsführer Hermann. Er wirbt mit einer Belebung des Einzelhandels, etwa 60 Arbeitsplätzen und Wohnungen im Obergeschoss zu einem moderaten Mietpreis. Zudem plant er eine Tiefgarage für Kunden und Mieter. Auch ein Kino schwebt ihm vor. „Wir wären in jedem Fall ein starker Partner für den Ort“, verspricht Hermann. Die Gemeinde hat da bekanntlich ihre Bedenken. Nach dem Kauf der Fläche und dem Abriss der alten Gebäude hatte die GmbH bereits einen Bauantrag gestellt, der nach gerichtlichem Hin und Her 2012 abgelehnt wurde. Auch der Antrag auf Zwischennutzung, wonach für 15 bis 20 Jahre eine Tankstelle mit Waschstraße, Werkstatt und Getränkecenter entstehen sollte, ging nicht durch – ein Lärmschutzgutachten fehlte. Dieses hat Hermann nun nachgereicht und klagt erneut. „Das kann sich noch ein wenig hinziehen.“ Aber bis 2023 bleibt ja auch noch Zeit.

Zwischennutzung mit Tankstelle wäre nur Notlösung

Ohnehin halten die Firmenvertreter die beantragte Zwischennutzung nur für eine Notlösung. „Wir bauen lieber heute als morgen einen Einkaufsmarkt“, sagte Herfried Christl, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung. Das würde auch Schröter gefallen. Er lobte Hermanns langen Atem. „Ein V-Markt wäre sicher für den Ort belebend und keine Konkurrenz zu bestehenden Läden“, sagte der FDP-Politiker. Und wenn die Gestaltung und Größe des Gebäudes entsprechend ansehnlich ausfalle, „dann wäre es ein großer Gewinn auch für den Markt“.

Ihm wolle man so weit wie möglich entgegenkommen, betont Hermann. Man suche nach einer einvernehmlichen Lösung. Wie auch immer die aussehen soll. Die Gemeinde favorisiert bislang eine touristische Nutzung in Form eines Fünf-Sterne-Hotels. Hermann und Christl zeigen sich bereit, auf ein Ersatzgrundstück auszuweichen – ein unrealistisches Angebot. Ein Grundstück dieser Größenordnung ist wohl nicht verfügbar. Eines stellte Christl klar: „Auf den Standort Garmisch-Partenkirchen wollen wir auf keinen Fall verzichten.“

Barbara Falkenberg

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