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So könnte es aussehen: das neue Hotels samt Apartmentgebäude und Wohnhäusern an der St.-Martin-Straße.

Früheres US-Gelände endlich verkauft

Ehrgeizige Pläne fürs Bowling-Areal

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Endlich. Nach über 22 Jahren Still- und Leerstand dürfte auf dem früheren Bowling-Areal an der St.-Martin-Straße in Garmisch-Partenkirchen etwas vorwärtsgehen. Die Fläche ist verkauft. Ein Bauantrag für einen Wohn- und Hotelkomplex soll in den nächsten Wochen eingehen.

Garmisch-Partenkirchen – Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat hat Roland Wetzel Anrufer vertröstet. Er könne noch nichts sagen, nichts bestätigen. Er würde ja gerne – aber diese Mühlen der Bürokratie. Zu langsam würden sie mahlen, zu langsam gehe generell alles voran, noch nichts sei unterschrieben. Aber bald, versprach er immer wieder, bald werde er Neues verkünden. Das ist jetzt der Fall. „Ja, das können wir bestätigen“, sagt der Geschäftsführer der Intercon Unternehmensberatungs GmbH mit Sitz in Reutte/Tirol. Das heißt übersetzt: Das Gerücht stimmt, das Bowling-Areal an der St.-Martin-Straße in Garmisch-Partenkirchen ist verkauft. 7,5 Millionen Euro sollen die Investoren, die Wetzel vertritt, dem Freistaat Bayern für das 13 500 Quadratmeter große Areal überwiesen haben. Das wiederum bestätigt Wetzel nicht. Der Vertrag beinhalte eine Verschwiegenheitsklausel. Aus der Pressestelle des Finanzministeriums heißt es, man äußere sich generell nicht zu Vertragsdetails. Aber ja, das Grundstück sei verkauft. Dem Vernehmen nach wollte der Freistaat einmal sechs Millionen Euro damit erlösen – man dürfte sich über ein gutes Geschäft freuen. Auf beiden Seiten.

In einem aufwändigen Bieterverfahren setzten sich die Investoren schließlich als Meistbietende durch. Vor gut einem Jahr bekamen sie den Zuschlag. Dahinter stecken „vermögende Privatpersonen, die immer auf der Suche nach renditeträchtigen Objekten sind“. Das verriet Wetzel bereits vor über zwei Jahren. Heute ergänzt er, es seien weniger als fünf Investoren. Mehr sagt Wetzel zu den Käufern nicht. Wohl aber zu deren Plänen.

35 Millionen Euro wollen sie investieren. Dafür sollen fünf Häuser auf dem Areal entstehen: ein Hotel, ein Apartmenthaus mit 16 Ferienwohnungen sowie drei Wohngebäude mit je sechs bis acht Einheiten. Ohne die Wohnungen lässt sich das Projekt nicht wirtschaftlich umsetzen. Zu Kategorie und Zimmerzahl im Hotel äußert sich Wetzel noch nicht. Vor gut zwei Jahren standen bis zu 230 Zimmer und Suiten im Vier-Sterne-Superior-Bereich im Raum.

Damals, im Februar 2015, präsentierte der Berliner Architekt Roland Wolff dem Bauausschuss Garmisch-Partenkirchen, wie das Hotel einmal aussehen könnte: die Fassade im alpenländischen Stil mit Natursteinen und Weißtannenholz, innen modern und hell, mit einem großzügigen Wellness-Bereich, offener Lobby und Restaurant sowie einer Tagungsfläche. Doch war er überzeugt: „Bis das Haus zu Ende entworfen ist, kommen sicher noch 30 Varianten auf den Tisch.“ Noch aber hat sich an Variante eins nicht viel geändert, sagt Wetzel. Nur Details. Gerade laufen Gespräche mit dem Gestaltungsbeirat der Marktgemeinde. Diese wollen die Verantwortlichen noch abwarten, bevor sie die Pläne der Öffentlichkeit präsentieren und zugleich den Bauantrag einreichen. In ein paar Wochen, hofft Wetzel.

Er und seine Investoren sind in Eile. Sie haben einen „extrem langwierigen Prozess“ hinter sich. Nach dem Zuschlag musste die Gemeinde erst einen Bebauungsplan für das Areal aufstellen, dieser steht seit August 2016. Zum anderen musste man in zahlreichen Proben belastetes Material im Boden ausschließen. Die Ergebnisse blieben negativ und auch wenn noch Untersuchungen anstehen – Wetzel rechnet mit keiner unangenehmen Überraschung. Auch nicht, was den Betreiber des Hotels betrifft. Der steht Wetzel zufolge in den Startlöchern. Vorstellen will ihn der Unternehmer mit dem Einreichen des Bauantrags. Und damit lieber gestern als morgen, wenn es nach den Investoren geht. So ein Hotelbetreiber brauche konkrete Daten. Ziehen sich Verhandlungen und Genehmigungsverfahren zu lange hin, springt er womöglich ab. „Der Druck war und ist enorm“, sagt Wetzel. Entsprechend eng und ehrgeizig ist der Zeitplan: Bauantrag in den nächsten Wochen, Baustart im Sommer 2017, Hoteleröffnung Mitte 2018.

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